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1. Bildungsbericht 2012 des Landkreises Görlitz

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Zukunft durch Bildung im Landkreis Görlitz: Mit Energie und ohne Grenzen!

110 Bildungsetappen

110 Bildungsetappen des Lebenslangen Lernens im Landkreis Görlitz In allen Vergleichsschuljahren verfügte der Großteil der neu eingetretenen Schüler noch nicht über einen berufsbildenden Abschluss. Deren Anteil sank jedoch zwischen 2004/2005 und 2010/2011 stetig, von 89% auf 73% (vgl. A2-Tab. 4.3-6). Demgegenüber ist der Anteil derer mit dem Abschluss einer Berufsschule von 7% auf 16% und derer mit dem Abschluss einer Berufsfachschule von 3% auf 8% gestiegen. Wie bei der Verteilung der Neuzugänge nach allgemeinbildendem Schulabschluss, gibt es auch bei der nach berufsbildendem Schulabschluss deutliche Unterschiede zwischen den Teilbereichen des Berufsbildungssystems. Neuzugänge ohne berufsbildenden Abschluss waren zu 88% (2010/2011) in der dualen Ausbildung und zu 100% im Übergangssystem zu finden. Im Schulberufssystem war der Anteil dieser neu eingetretenen Schüler an beruflichen Gymnasien (95%) und Berufsfachschulen (69%) am größten. Die an Fachschulen beginnenden Schüler hatten größtenteils den Abschluss einer Berufsschule (62%) vorzuweisen. Zwischen 2000/2001 und 2010/2011 stieg der Anteil der weiblichen Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen im Landkreis Görlitz von 45% auf 55%. 4.3.3 Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen Die Gesamtzahl der Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen ist von 2000/2001 bis 2010/2011 um 6% gesunken (vgl. A2-Tab. 4.3-7). Dem steht eine um 37% rückgängige Gesamtschülerzahl gegenüber. Betrachtet man die Verteilung der tätigen Personen nach deren Beschäftigungsumfang, so sind ebenfalls Veränderungen erkennbar. Der Anteil der in Vollzeit beschäftigten Lehrkräfte ging stetig von 55% im Schuljahr 2000/2001 auf 45% im Schuljahr 2010/2011 zurück. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten hingegen hat um die gleiche Differenz zugenommen und stieg von 6% (2000/2001) auf 17% (2010/2011). Stundenweise beschäftigt waren in beiden Vergleichsschuljahren etwa 39% der Lehrkräfte. Mit diesem Trend zeigte sich im betrachteten Zeitraum bei den berufsbildenden Schulen eine ähnliche Entwicklung wie bei den allgemeinbildenden Schulen des Landkreises Görlitz. Bezüglich der Geschlechterverteilung lässt sich feststellen, dass der Anteil der weiblichen Lehrkräfte in berufsbildenden Schulen stetig gestiegen ist. Während diese 2000/2001 noch einen Anteil von 45% ausmachten, waren es 2010/2011 etwa 55%. 4.3.4 Erfolgsquote an berufsbildenden Schulen Wie erfolgreich die Schüler im Laufe des berufsbildenden Schulbesuchs sind, lässt sich anhand verschiedener Kennzahlen feststellen. Im Folgenden werden als ausgewählte Aspekte die erworbenen allgemeinbildenden Schulabschlüsse, die Schulabgänge und die Vertragsauflösungsquote im Landkreis Görlitz betrachtet. Erworbene allgemeinbildende Schulabschlüsse Das Berufsbildungssystem bietet den Schülern die Möglichkeit, neben einem beruflichen auch einen allgemeinbildenden Schulabschluss zu erwerben. Somit ist beispielsweise gewährleistet, dass ein niedriger allgemeinbildender Schulabschluss durch einen höher qualifizierten ergänzt wird. Anhand der Zahl der an beruflichen Schulen erworbenen allgemeinbildenden Schulabschlüsse wird die Durchlässigkeit des Bildungssystems vor Ort deutlich.

Bildungsetappen des Lebenslangen Lernens im Landkreis Görlitz 111 Im Landkreis Görlitz verlief die Entwicklung bezüglich des Erwerbs allgemeinbildender Schulabschlüsse an beruflichen Schulen von 2000/2001 bis 2010/2011 sehr schwankend (vgl. A2-Tab. 4.3-8). Die meisten Qualifikationen wurden 2005/2006 erlangt, die wenigsten in den Schuljahren 2001/2002 und 2010/2011. Über den gesamten betrachteten Zeitraum hinweg, ist die Summe der erworbenen allgemeinbildenden Schulabschlüsse tendenziell gesunken. So wurden 2010/2011 etwa 28% weniger Abschlüsse erreicht als noch 2000/2001. Dabei ist jedoch die im gleichen Zeitraum um 37% rückläufige Schülerzahl zu berücksichtigen. Weiterhin lassen sich die Abschlüsse nach Abschlussart differenzieren. Hierbei sind, in Zeitreihe betrachtet, erhebliche Unterschiede festzustellen. Im Schuljahr 2010/2011 wurden 92% weniger mittlere Schulabschlüsse erreicht als noch 2000/2001. Bei den Hauptschulabschlüssen betrug der Rückgang 49%. Ein Zuwachs hingegen war bei den höher qualifizierenden allgemeinbildenden Schulabschlüssen zu verzeichnen. So stieg zum Einen die Zahl der Absolventen, die die Fachhochschulreife erreichten, im betrachteten Zeitraum um 2%. Zum Anderen nahm die Zahl derer, die die allgemeine Hochschulreife erwarben, sogar um etwa 64% zu. Diese Entwicklung ist sehr interessant, insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich im gleichen Zeitraum die Anzahl der Standorte Beruflicher Gymnasien, an welchen die allgemeine Hochschulreife erworben werden kann, von fünf auf zwei verringert hat. Weiterhin liegt die Frage nahe, ob die Quote der Absolventen, die die allgemeine Hochschulreife erwerben, mit einer Erhöhung der Anzahl der Standorte beruflicher Gymnasien noch weiter steigen würde. Auch im Freistaat Sachsen war die Entwicklung im betrachteten Zeitraum sehr dynamisch. Grundsätzlich zeigte sich eine zum Landkreis Görlitz analoge Tendenz (vgl. A2-Tab. 4.3-9). Bis 2010/2011 ging die Summe erworbener Qualifikationen um etwa 20% zurück. Die Schülerzahl ist im gleichen Zeitraum um 26% gesunken. Betrachtet man die an berufsbildenden Schulen erworbenen allgemeinbildenden Schulabschlüsse im Landkreis Görlitz nach Abschlussart, sind in der Zeitreihe deutliche Unterschiede zu erkennen, was deren Anteil an allen erlangten Qualifikationen betrifft. Der Anteil erworbener Hauptschulabschlüsse ist von 2000/2001 bis 2010/2011 insgesamt gesunken, von 35% auf 25% (vgl. Abb. 4.3-9). Diese rückläufige Entwicklung geht mit der der Schulabgänge an allgemeinbildenden Schulen einher. Hier ist die Quote der Absolventen ohne Hauptschulabschluss von 13,1% (2000/2001) auf 9,4% (2010/2011) gesunken. Der Anteil der Schüler, die im Berufsbildungssystem eine Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife erreichten, hat im Zeitverlauf zugenommen. Während 2000/2001 noch 24% aller erworbenen Abschlüsse auf die Fachhochschulreife entfielen, waren es 2010/2011 etwa 34%. Bezüglich der allgemeinen Hochschulreife lagen die Werte im gleichen Zeitraum bei 17% und 39%. Die erworbenen mittleren Schulabschlüsse machten in allen Vergleichsschuljahren mit Anteilen von unter 1% (2003/2004 bis 2005/2006) bis zu 8% (2002/2003) die geringste Gruppe an erreichten Schulabschlüssen aus. Beim Betrachten dieser Entwicklung wird deutlich, dass sich im Zeitverlauf der Anteil der Absolventen erhöht hat, deren Abschlüsse innerhalb des Bildungssystems einen Anschluss an höher qualifizierende Bildungsgänge ermöglichen. Das heißt, es stand einem zunehmenden Anteil der Absolventen des Berufsbildungssystems offen, im Anschluss eine Hochschule oder Universität zu besuchen. Andererseits bestand bezüglich der erreichten mittleren Schulabschlüsse noch Potential. Seit 2000/2001 ist der Anteil der an berufsbildenden Schulen erworbenen Fachhochschulreife und allgemeinen Hochschulreife gestiegen.

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