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13. Ausgabe - Zeit(ung) für Kinder

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Erscheinungsdatum: 05/2017

WORTWÖRTLICH: SINGEN

WORTWÖRTLICH: SINGEN IST EINE EDEL KUNST UND ÜBUNG Eltern aus Bautzen nach dem Abschlusskonzert des 1. Oberlausitzer Kindermusikfestivals Super Sache! So etwas könnte es viel öfter geben! Susanne • Studentin Kindheitspädagogik zum Fachtag „SINGEN“ In den Workshops haben wir einiges dazugelernt, vor allem, sich auch mal etwas zu trauen! Isabell • Studentin Kindheitspädagogik zum Fachtag „SINGEN“ Ich spiele Gitarre, singe aber nur gelegentlich, weil die höheren Lagen mir nicht gut gelingen. Durch den Workshop habe ich Techniken und Strategien gelernt, damit umzugehen. Claudia • Mutter und Kindheitspädagogin Singen ist eine sinnvolle Sache, das Selbstbewusstsein wird enorm gestärkt – gerade bei Liedern, die Kinder mitsingen können, wie das Lied „Ich bin stark“ von Rolf Zuckowski. Zudem merken sich schon dreijährige Kinder komplexe Texte sehr schnell. Martin Luther (1483-1546), theologischer Urheber der Reformation Singen ist eine edel Kunst und Übung. Sir Yehudi Menuhin als Schirmherr von "Il canto del mondo" • Düsseldorf, den 12. Februar 1999 Das Singen ist die eigentliche Muttersprache aller Menschen: denn sie ist die natürlichste und einfachste Weise, in der wir ungeteilt da sind und uns ganz mitteilen können – mit all unseren Hoffnungen. Sandra (10 Jahre), nach dem Besuch eines Konzertes des 1. Oberlausitzer Kindermusikfestivals Das war toll! Wenn ihr das nochmal macht, komme ich auch wieder. Paul Gauguin (1848-1903), französischer Maler Leben heißt singen und lieben. Maria • Mutter von 2 Kindern Ich singe gern mit Kindern, vor allem weil der Bezug zu den Jahreszeiten verschönert wird. Bruni Hubert • Tagesmutter in Görlitz zum Fachtag „SINGEN“ Das Famose an den Fachtagen ist der tolle Praxisbezug. Lieder gehören zu unserem Tageskinderalltag. Täglich frei von der Leber weg oder bei verschiedenen Ritualen. Mit einem ganzen Bündel neuer Lieder startete ich in die neue Woche. Seitdem schwingen das Gummibärchenlied und "Jimba, jimba" als Hits durch unsere Räume. 4

SINGEN – WISSENSWERT: EIN GRUNDLEGEND MENSCHLICHES BEDÜRFNIS Mit unserer Stimme bringen wir beim Singen unsere Lebenskraft zum Ausdruck. Dabei wird eine körperliche Aktivität gespürt, die einen emotionalen Zustand erzeugt und oft geistige Dimensionen verbindet. Durch gemeinsames Singen gestaltet sich unser Zusammenleben mit einem kollektiven Gefühl von Gemeinschaft, sozialer Zugehörigkeit und kultureller Identität. Das Besondere am Singen ist seine Ursprünglichkeit. Die Singfähigkeit, also das Singen von Melodien, entwickelt sich über viele Lebensjahre, beginnt aber sehr früh und hängt maßgeblich mit der Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten zusammen. Besonders die differenzierte Lautbildung wird mit dem Singen angeregt und unterstützt. Schon mit zwei bis drei Monaten beinhalten Lautäußerungen von Babys musikalische Intervalle. Mit verschiedenen gen und Bedürfnisse mit. Die sogenannte „Ammensprache“, auch „Baby Talk“ genannt, besteht aus melodischen Rhythmen in unterschiedlicher Klangfarbe, Tempo, Tonhöhe und Intensität. Und genau diese sind musikalische Ausdrucksmittel – offensichtlich nutzt das Kind zu diesem frühen Zeitpunkt vorhandene Fähigkeiten, die es nicht erlernt haben kann, sondern die angeboren sein müssen und für die Entwicklung der Sprache notwendig zu sein scheinen. Das anfängliche Singen ist demnach ein Mittel der Kommunikation. Diese nonverbale Kommunikation zwischen Kind und Bezugsperson ist wohl die früheste Form der musikalischen Bildung, so der Kommunikationsforscher Papoušek. Musikalische Bildung erfolgt also zunächst eher unbewusst vom Kind ausgehend auf seinem Weg des Spracherwerbes, aber auch auf seinem Weg, mit anderen „sozial“ zu agieren. So ist es Kindern mit drei bis sechs Monaten möglich, Töne nachzusingen und mit zwölf Monaten den Tonhöhenverlauf von Sprache und Melodie zu imitieren. Kinder lernen zunehmend, Laute bedeutungsvoll zu formen. Im Verlauf des zweiten Lebensjahres erlernen Kinder dann erste Lieder, die dem Sprachstand entsprechend strukturiert sind (einfache wiederkehrende Melodien und kurze Worte mit einfach zu bildenden Lauten). Mit vier Jahren können die meisten Kinder „korrekt“ singen. Deutlich wird, dass sich durch Übung der Tonumfang vergrößert, denn meist ist die kindliche Stimme nur in einem kleinen Bereich im unteren Frequenzbereich aktiv. Insgesamt können die Stimmlagen der Kinder weit auseinander liegen, aber der Kernbereich liegt zwischen c‘ und c‘‘. Singen ist eine Teilfähigkeit von Musikalität, hat aber nicht den Anspruch, auf die Gesamtmusikalität eines Individuums zu schließen. Rhythmusfähigkeit ist eine weitere wichtige Teilfähigkeit, um auch Lieder singen zu können. Kinder nutzen vielfältige Körperbewegungen, um Rhythmen auszudrücken. In den ersten zwei Lebensjahren sind sie in der Lage, kurzzeitige Übereinstimmung zwischen Musik und Körperbewegung zu bilden. Bis zum dritten Lebensjahr gelingt zunehmend das Mitklatschen bei Liedern, meist mit nur zwei Tonlängen. Mit vier Jahren klatschen 75 Prozent der Kinder einfache Rhythmen mit, was sich mit fünf Jahren als sichere Fähigkeit entwickelt. Erst mit sechs Jahren gelingt es, längere Folgen mit drei Tonlängen und synkopische Rhythmen (unbetonte Schläge werden betont) nachzuklatschen. Im Grundschulalter können dann komplexere Rhythmen auch ohne Text erkannt, nachgeklatscht und selbst erfunden werden. Eine Förderung des Singens und der Rhythmusfähigkeit ist für die Unterstützung der Entwicklung der Kindern unabdingbar. Nicole Blana Literatur: 5

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