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5. Ausgabe - Zeit(ung) für Kinder

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Erscheinungsdatum: 06/2012

Witaj-Kita Rohne

Witaj-Kita Rohne „Milenka“ Kinderhaus „Benjamin“ Großschönau In unserer Witaj-Kindertagesstätte „Milenka“ in Rohne wird die Immersionsmethode als pädagogischer Arbeitsansatz in der Einrichtung angewendet und bedeutet „Eintauchen in ein deutsch/sorbisches Sprachbad“. So erleben die deutschen Kinder den Kita-Alltag in der sorbischen Sprache und umgekehrt. Sie lernen diese wie ihre eigene Muttersprache. Die Muttersprachler des Sorbischen und Deutschen, die so genannten „native speakers“, sind während der Kernzeiten anwesend. Dies erleichtert den Kindern, persönliche Bindungen zu den Sprechern der jeweiligen Sprache aufzubauen. In unserer Kindertageseinrichtung lernen die Kinder die zweite für sie „neue“ Sprache im Spiel, durch Lieder und lustige Aktivitäten. Sie nehmen Sprachrhythmus, Sprachmelodie, Intonation sowie Satzbaumuster und sprachliche Interpunktion/Satzbetonung einer Sprache wie selbstverständlich auf und lernen langsam, diese zu benutzen. Erst kommt durch ständiges wiederholendes Hören sowie durch Gesten und Bilder das Verstehen und dann das Verwenden der Sprache. Diese sogenannte „Eingewöhungsphase“ dauert bei den Kindern in unserer Kindertageseinrichtung in der Regel 6 bis 8 Wochen. Durch Ansprache, Mimik und Gestik, Melodien und Töne, durch Wortspiele, Reime, Lieder, Geschichten und Rollenspiele unterstützen wir die Äußerungsfreudigkeit von klein an und fördern ihre Sprachentwicklung und Sprechfreudigkeit. Durch unser Vorbild, durch Zuhören und Verständnis lernen unsere Kinder, ihre Gefühle und Empfindungen sprachlich auszudrücken und Konflikte mit Worten zu lösen. Es werden besonders schnell formelähnliche Ausdrücke gelernt, die häufig wiederkehrende ritualhafte Aktivitäten bezeichnen, etwa Grüßen, sich Verabschieden, Aufforderungen, wie zum Beispiel ruhig zu sein oder die Zähne zu putzen. Natürlich durchschauen die Kinder zu diesem Zeitpunkt die interne Struktur dieser Wendungen noch nicht. Sie verknüpfen mit ihnen jedoch Aspekte, die tatsächlich Teil der Situationen sind, in denen diese Äußerungen typischerweise fallen. Vokabeln, die häufig benutzte Gegenstände oder Aktivitäten bezeichnen, werden ebenfalls sehr schnell aufgenommen. In einer immersiven gemischten Gruppe können sich jüngere Kinder nicht nur in sprachlicher Hinsicht an den älteren orientieren, sondern vor allem die neu hinzukommenden Kinder akzeptieren auf diese Weise erfahrungsgemäß die mehrsprachige Situation unserer Einrichtung von vornherein als etwas Selbstverständliches. Mit einer frühen Spracherziehung wird die Basis für das Verständnis und die Wertschätzung anderer Kulturen gelegt. In unserem Johanniter-Kinderhaus „Benjamin“ in Großschönau startete im vergangenen Kindergartenjahr das Projekt „Mein Körper“. Es wurde von den pädagogischen Fachkräften der Kindertageseinrichtung erarbeitet und durchgeführt. Das Ziel war es, Kindern Wissen über Körperbau, wie zum Beispiel Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen ect., zu vermitteln und sie so für ihren eigenen Körper zu sensibilisieren. Einer der Schwerpunkte des Projektes „Mein Körper“ bildet das Thema „Das Hörorgan Ohr“. Um dieses für unsere Kinder verständlich und interessant zu gestalten, hatten wir eine Mitarbeiterin der Firma „KIND-Hörgeräte“ in die Kindertageseinrichtung eingeladen. Sie erklärte den Mädchen und Jungen den Aufbau und die Funktion des Ohres anhand von Bildern und Prospekten. Danach fertigte sie von jedem Kind einen Ohrabdruck an und führte einen individuellen Hörtest durch. Später bekamen die Kinder eine spezielle Möglichkeit, einander bewusst zuzuhören. Dafür wurden ein Mikrofon und ein Kopfhörer benutzt. Die Kinder einer Gruppe sprachen nacheinander in ein Mikrofon und dabei hatte ein Kind der anderen Gruppe einen Kopfhörer auf den Ohren, um das Gesprochene genau zu hören. Natürlich wurde auch hier getauscht, damit jedes Kind diese Erfahrung machen konnte. Den ganzen Tag zeigte eine Lärmampel anhand von Farben die Lautstärke im Raum an. Grün heißt „Die Lautstärke ist im normalen Bereich.“, Gelb heißt „Achtung, es wird laut.“ und „Rot“ bedeutet „Es ist zu laut! Bitte leiser werden.“ - Alle Beteiligten konnten sie beobachten und sich dementsprechend verhalten. Alle Jungen und Mädchen aus unserer Kita waren mit großem Interesse bei diesem Projekttag dabei. Witaj-Kindertagesstätte Rohne „Milenka“ • Leiterin Klaudia Schewelis Trebendorfer Weg 82 • 02959 Schleife OT Rohne Kinderhaus „Benjamin“ Großschönau (Träger Johanniter-Unfallhilfe e. V.) Leiterin Uta Erfurt • Hauptstraße 84 • 02779 Großschönau 8

Hort Kittlitz Ev. Kinderhaus „Regenbogen“ Die pädagogische Arbeit in unserem Hort Kittlitz in Löbau orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder. So ist es ein Grundbedürfnis jedes Kindes, gehört zu werden, aber auch zuzuhören und damit auch dazuzugehören! Wir legen sehr viel Wert auf die Förderung der auditiven Wahrnehmung sowie des phonologischen Bewusstseins bei unseren Kinder. Diese bildet vor allem eine Grundlage für das Erlernen des Lesens und des Schreibens sowie beim sozialen Miteinander, wie beispielweise die Fähigkeit, dem Anderen zuzuhören, ihn zu verstehen, ihm Aufmerksamkeit und Respekt entgegen zu bringen, aber auch Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. In der Schule sowie in unserem Hort werden dazu Gesprächsregeln erstellt und ständig geübt, wie z.B. „Wir hören zu, wenn ein Kind in der Runde spricht.“ In unserem pädagogischen Alltag werden den Kindern verschiedene Hörspiele, wie zum Beispiel das Hörmemory, angeboten und zur Verfügung gestellt. Die Kinder benutzen solche Hörspiele eher sporadisch. Zum Familientag im Februar führten die Kinder mit den Eltern das Hörmemory durch. Erstaunlich, wie Erwachsene hinhören. Wir benutzten auch Hörspiele zu einem Sinnestag aus dem Internet unter www.schule-des-hoerens.de. Dort mussten die Kinder verschiedene Geräusche erkennen. Ein super Spaß für alle Kinder. Flüsterspiele und „Stille Post“ mögen unsere Kinder. Leise zu reden birgt etwas „Heimliches“ mit sich. Diese Spiele sind eher dazu da, die Stille in spielerischer Form herzustellen. Zum „Gehör verschaffen“ benutzen wir jedoch ein Glöckchen in unserem Hortalltag. Die Kinder wissen, dass dann ein Kind oder die Erzieherin etwas mitteilen möchte. Im Rahmen der Ganztagsangebote der Grundschule werden Streitschlichter und ein Schülerparlament ausgebildet. Diese Kinder vermitteln dann ihr Wissen der Gruppe. So unterstützen sie die Kommunikationsfähigkeit von allen Kindern und das auch am Nachmittag im Hort. Gerade in Konflikten ist es wichtig, Lösungswege und Methoden zu finden, die zur Klärung dienlich sind. Oft sind es die Kinder selbst, die Lösungen anbieten. Eine Erzieherpraktikantin in der 1. Klasse beschäftigt sich zurzeit mit dem Thema „Hören“, welches aus der Beobachtung der Kinder der 1. Klasse heraus entstand. Sie wird Spiele, wie zum Beispiel ein Regenrohr, mit den Kinder anfertigen. Gerade bei den Schulanfängern arbeiten wir intensiv daran, „Ruhe“ hineinzubringen. Die Ideen werden wir wohlwollend aufnehmen. In unserem Haus erleben 44 Kindergartenkinder in zwei Gruppen gemeinsam den Alltag. Dementsprechend hoch ist auch der Geräuschpegel, dem Kinder und Erzieherinnen ausgesetzt sind. Um diesen in Grenzen zu halten, müssen alle im Alltag unseres Kinderhauses Beteiligten etwas dafür tun. So sorgt der Träger für den Einbau von Akustikdecken und die Erzieherinnen sensibilisieren die Kinder zu diesem Thema. Alle - die Kinder, ihre Eltern, die pädagogischen Fachkräfte und anderen Besucher unseres Kinderhauses - müssen sich dabei an bestimmten Regeln halten. Diese besagen unter anderem, dass es im Haus nur in dafür geeigneten Räumen oder zu besonderen Anlässen laut sein darf und dass vorrangig im Freigelände dem Drang des „LAUT-Sein-Wollens“ nachgegangen werden darf. Kinder haben ein sehr ausgeprägtes Feingefühl und lernen in der Regel schnell, was ihren Ohren gut tut. Dazu gehören schöne Klänge, Geräusche aus der Natur oder seichte Melodien. In unseren Tagesablauf werden aus diesem Grund immer wieder „Stille“-Übungen sowie Angebote zum Entspannen eingebaut und mit den Kindern geübt. Dennoch sind und bleiben es nun einmal Kinder, und die sollen und dürfen ihren Bedürfnissen nach Tatendrang nachgehen, und das darf auch LAUT sein. Je höher allerdings die Belastungen durch Geräusche und akustische Reize von außen sind, umso verantwortungsvoller müssen die Erwachsenen dafür sorgen, dass sich Ohren und Geist entspannen können. Getreu nach dem Motto „So wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder hinaus“, ist und bleibt die Vorbildfunktion die wirkungsvollste Methode und es versteht sich daher von selbst, dass der herrschende Ton im Kinderhaus der ist, den wir auch selbst von unserem Gegenüber erwarten. Bewusstes und aktives Zuhören ist für alle Erzieherinnen und für unsere Tätigkeit im Kinderhaus sehr wichtig. Das ermöglicht uns, die Befindlichkeiten der Mitmenschen und vor allem der uns anvertrauten Kinder besser zu verstehen und dementsprechend auf sie eingehen und handeln zu können. Und genau diesen Anspruch dürfen auch die Eltern an uns haben. Hort Kittlitz • Leiterin Annett Hölzer Weißenberger Landstraße 1 • 02708 Löbau OT Kittlitz Evangelisches Kinderhaus „Regenbogen“ • Leiterin Antje Simon Erich-Oppenheimer-Straße 6 • 02827 Görlitz OT Weinhübel 9

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