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9. Ausgabe - Zeit(ung) für Kinder

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Erscheinungsdatum: 12/2014

Sehr geehrte Leser,

Sehr geehrte Leser, liebe Kinder, Kultur und Bildung sind ständige Begleiter auf unserem Lebensweg. Doch wann beginnt Kulturelle Bildung und wie kann sie aussehen? Am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau versucht man bereits die Kleinsten unserer Gesellschaft mit Unterstützung der flippig-sympathischen Hexe Hillary (Titelbild) an das kulturelle Leben heranzuführen und mit Kunst vertraut zu machen. Seit 2011 führt die Hexe erfolgreich, gemeinsam mit dem Wiener Drachen, durch die beliebten Konzerte des Görlitzer Theaters und begeistert dabei Jung und Alt gleichermaßen. Auch für den Landkreis Görlitz spielen Kultur und Bildung eine bedeutende Rolle und so beteiligt er sich an der Trägerschaft verschiedener regional bedeutsamer Einrichtungen. Neben der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft, welche u. a. die Kreismusikschule Dreiländereck, die Kreisvolkshochschule Dreiländereck mit der Kleinen Galerie in Weißwasser sowie die Christian-Weise-Bibliothek Zittau betreibt, zählt auch der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH zu diesen Einrichtungen. Darüber hinaus hält der Landkreis gemeinsam mit der Stadt Görlitz 70 Prozent des Stammkapitals des Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau und trägt so maßgeblich zur Finanzierung des Angebotes im Bereich der Darstellenden Kunst bei. Das Mehrspartentheater besteht aus Chor, Musiktheater, Schauspiel- und Tanztheater und kann so mit einer besonderen kulturellen und künstlerischen Vielfalt aufwarten. Grund genug für die Redaktion der Zeit(ung) für Kinder sich in ihrer aktuellen 9. Ausgabe einmal näher dem Thema Kulturelle Bildung von Anfang an! zu widmen. Wie vielfältig Impressum Redaktionsleitung - Sven Mimus Redaktion - Nicole Blana - Bettina Bertram - Ulf Großmann - Marlen Heinze - Susanne Hoffmann - Theresa Huste - Joachim Mühle ENO | Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH Hochschule Zittau/Görlitz freie Journalistin Netzwerkstelle Kulturelle Bildung, Kulturraum OL-NS Landkreis Görlitz, Jugendamt Kulturraum OL-NS, Kultursekretariat ehemalige Studentin der Hochschule Zittau/Görlitz Landkreis Görlitz, Kulturamt Lob, Kritik, Anregungen? Ihre Meinung ist uns wichtig! Schreiben Sie uns an zeitung-fuer-kinder@kreis-gr.de Fabelhaft Pim, das Eichhörnchen empfehlenswert Workshops und Fachtage für Kulturelle Bildung Wissenswert Wozu Kulturelle Bildung von Anfang an? Praxisnah Die Kinderliedermacher „Leichtfuß & Liederliesel“ • • 6 „Atelier für Kinder“ in Görlitz • • • • • • • • • • • • • • • 7 Praxisnah „Lesekinder Görlitz… So liest eine ländliche Region“ • • 8 Philosophiekurs „Nichts? Irgend was ist immer!“ • • • 9 Praxisnah „Spielend sprechen-sprechend spielen“ • • • • • • • • 10 Lausitzer Spatzen / SOŁOBIKI • • • • • • • • • • • • • • 11 Redaktionsschluss: 30. November 2014 Layout: Blendwerck, Klein Priebus Druck: MAXROI Graphics GmbH Görlitz Auflage: 10.000 Exemplare Alle in dieser Ausgabe verwendeten Personenbezeichnungen gelten generell für beide Geschlechter und sind nicht diskriminierend zu verstehen. „Kulturelle Bildung ist für uns eine Querschnittsaufgabe. Bildung, hat der griechische Philosoph Heraklit (520–460 v. Chr.) gesagt, ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen“. Joachim Mühle | Kulturamtsleiter Landkreis Görlitz • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • 3 • • • • 4 • • • • • • • • • 5 Kulturelle Bildung für unsere Jüngsten sein und wo man sie entdecken kann, möchten wir Ihnen auf den folgenden Seiten etwas näher vorstellen. Viel Spaß beim Lesen wünscht die Redaktion mit freundlicher Grüßen von Bernd Lange, Landrat des Landkreises Görlitz Die Noten der Lieder auf Seite 6/7 und Seite 11 wurden mit dankenswerterweise von Beate Tarrach | „Leichtfuß & Liederliesel“ zur Verfügung gestellt. Bildnachweise Titel - GHT/Pawel Sosnowski Seite 3 - Julia Kästner (Zeichnung) Seite 4 - Bettina Bertram Seite 6 - Leichtfuß & Liederliesel Seite 7 - Ulf Großmann Seite 8 - Lesekinder Görlitz Seite 9 - Grundschule Rothenburg/O.L. Seite 10 - Theater 7 Schuh Seite 11 - Sorbische Nationalensemble Bautzen Fabelhaft: Pim, das Eichhörnchen Wie jeden Tag stöberte Kilian auch heute im Garten. Er und seine Eltern hatten geplant, Zutaten für die Weihnachtsbastelei zu sammeln und den Garten winterfest zu machen. Der vierjährige Junge war auf der Suche nach Hagebutten. Das Eichhörnchen beobachtete das Schauspiel von oben. „Ich habe welche, Mama!“, rief Kilian. „Was hast Du gefunden?“, fragte die Mutter verwundert. „Ich habe Hackebu … äh Hackebut ... äh gefunden!“. „Du meinst Ha-gebut-ten!“. Das kleine Herz des Eichhörnchens schlug höher, als es Kilian an den roten Früchten sah. „Nimm sie mir nicht weg!“, dachte es und huschte flink zum Strauch. Kilian freute sich und begrüßte seinen rothaarigen Freund. Er nannte das Eichhörnchen Pim. Warum er gerade diesen Namen wählte, wusste es auch nicht, aber es gefiel ihm. „Hallo Pim, was willst du denn hier?“. Das Eichhörnchen sprach aufgeregt: „Ich sammle die Hagebutten als Futtervorrat für den Winter. Ich brauche viele. Nimm sie mir nicht weg!“. „Aber es gibt doch genug für uns beide! So viele Hagebutt…Hagebutten hängen hier!“. Die Mutter wurde aufmerksam und gesellte sich zu den beiden. „Hört her, alle zu zählen wird uns nicht gelingen. Aber an diesem Ästchen hängen – eins – zwei – drei …“. Zehn Beeren zählte sie. Kilian schaffte es sogar bis zehn mitzuzählen. Das Eichhörnchen sprang vor Lachen hin und her. „Und wozu braucht ihr zehn Hagebutten?“, fragte es. „Wir basteln ein Weihnachtsgesteck, Pim!“. Kilian hatte beide Hände voll Hagebutten gesammelt und lief nach drinnen. Und auch Pim, das Eichhörnchen, verschwand in seinem Kobel. Am Abend rief Kilian, wie jeden Tag vorm zu Bett gehen noch einmal: „Pim! Gute Nacht!“. Das Eichhörnchen drehte sich wendig in seiner Höhle um und schaute glücklich aus dem Loch. Es hörte, wie Kilians Mutter noch ein Schlaflied sang. „Hach, das ist ein schönes Ritual!“ dachte es, quiekte noch einmal fröhlich und blieb zufrieden auf dem Ast vorm Kobeleingang sitzen. Unter dem dunkel gewordenen Fenster von Kilians Zimmer sah es das Feuer im Kamin in der Wohnstube brennen. Davor lag ein Kranz mit Hagebutten besteckt, auf dem Tisch. „Das sind die – wie war es gleich, eins zwei, drei, … äh … zehn – Hagebutten. Schön sieht der Kranz aus“, dachte es. Flink verschwand das Eichhörnchen in seinem Nest, kramte und wühlte in seiner Vorratskammer und tauchte außer Atem wieder auf. In den Pfoten hielt es drei Bucheckern. „Eins, zwei, drei!“, zählte es und steckte sie an die Wand über seinem Schlafplatz. „Noch ein Hagebuttenästchen dazwischen Diese Fabel wurde von und fertig ist mein Schmuck! Gemeinsam lesen erwünscht! einer Absolventin des Studienganges Kindheitspädagogik der Hochschule Zittau/Görlitz geschrieben. Die Fabel ist mit Kindern je nach Entwicklungsstand und Vorlieben sehr unterschiedlich einsetzbar. Wichtig ist eine gemeinsame Interaktion wie: Vorlesen, selbst lesen, Wörter aussprechen (Hagebutten), neue Wörter kennenlernen (Kobel), Lieder singen, mit Natursachen gestalten, Zählen, Tiere beobachten, malen, Geschichte weiter erzählen usw. Jetzt habe ich auch ein kleines Weihnachtsgesteck“. Als es abends einschlief, dachte es dankbar an seinen Freund Kilian, an das schöne Lied und die geschmackvoll gestaltete Welt der Menschen. Theresa Huste Achtung, fertig, los und ausmalen! „Kulturelle Bildung ist nicht nur kreative Auseinandersetzung der Lernenden mit Kultur 2 und Kunst, sondern vor allem mit dem Leben.“ Schulleiterin aus dem Kulturraum 3

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