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Bürgerbeteiligung im Landkreis Görlitz

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Langfassung

4 Resümee Resümee Die

4 Resümee Resümee Die Prüfung der Übertragbarkeit der Beteiligungsplattform LiquidFriesland auf den Landkreis Görlitz hat gezeigt, dass eine nachhaltige Auseinandersetzung mit den Grundprinzipien politischer Beteiligungskultur unabdingbar ist. Die unterschiedlichen Interviewaussagen der 17 politischen VertreterInnen bzw. MitarbeiterInnen des Landkreises Görlitz hinsichtlich ihrer Erfahrungen mit bestehenden Bürgerbeteiligungsformaten wie auch bezüglich der Einführung erweiterter Partizipationsmöglichkeiten im Landkreis Görlitz, betonen diese Notwendigkeit. Als Voraussetzung für einen gelingenden Partizipationsprozess gilt die Bereitschaft, die BürgerInnen im Vorfeld politischer Entscheidungen in den Prozess der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung einbeziehen zu wollen. Partizipation ist nicht möglich ohne Machtabgabe, was jedoch nicht bedeutet, dass die Grundzüge der repräsentativen Demokratie und die sich daraus ableitende ungeminderte Verantwortung der gewählten VertreterInnen für ihre politischen Entscheidungen in Frage gestellt werden. Vielmehr gilt es, transparente Strukturen, offene Kommunikationswege und ein verlässliches Informationssystem zu gewährleisten, wodurch der diskursive Austausch zwischen den BürgerInnen und der politisch-administrativen Ebene ermöglicht wird. Voraussetzung hierfür ist das klare politische Bekenntnis zu einer offenen Beteiligungskultur. Mit der gesamtgesellschaftlichen Digitalisierung eröffnen sich neue Möglichkeiten der Behebung bestehender Kommunikationsdefizite, welche sich anhand einer um sich greifenden „Politikverdrossenheit“ von immer mehr BürgerInnen als notwendig zeigen. Dieses Desinteresse und diese Unzufriedenheit auf kommunaler Ebene zurückzudrängen und durch politische Teilhabe auf breiter Basis ein funktionierendes Gemeinwesen jenseits der allgegenwärtigen Protestkultur zu aktivieren, ist eine Chance bei der Einführung erweiterter Partizipationsformate. Dazu bedarf es aber des klaren politischen Willens, die politischen Ebenen des demokratischen Gesellschaftsgefüges nicht von der Entwicklung einer digitalen Gesellschaft zu entkoppeln. Das erfordert Lernbereitschaft bei allen Beteiligten. Der Landkreis Friesland hat sich mit seinem Beteiligungsinstrument LiquidFriesland auf seinen Weg gemacht. Erst in der Erprobung dieses Instrumentes zeigen sich Schwachstellen, aus denen er selbst – aber auch andere Regionen – lernen können. Eine bloße 1:1 Übertragung des Instrumentes auf den Landkreis Görlitz oder auch auf eine andere Region ist nicht zu empfehlen, gilt es doch im Vorfeld, die regionalen Voraussetzungen für die Etablierung einer solchen Online-Plattform zu schaffen. Ein umfassendes Informationssystem, die Analyse bereits bestehender Beteiligungsformate hinsichtlich ihres Wirkungsgrades wie auch die Mitnahme und Qualifizierung der Bevölkerung bereits bei der Einführung eines solchen Instrumentes sind Bedingungen für den nachhaltigen Erfolg eines solchen Formats. Letztlich bietet der dauerhafte Betrieb einer solchen Kommunikationsplattform mit abgesicherten Zugangsregeln, verbindlichen Verfahrensabläufen und berechenbaren Verfahrensschritten sowie der notwendigen Verankerung in der Kommunalverfassung für die BürgerInnen und die politisch-administrative Ebene die Möglichkeit gleichberechtigter Austauschbeziehungen. Dies kann zu einem positiven Erfahrungsgewinn für alle Beteiligten werden.

Inhaltsverzeichnis 5 INHALTSVERZEICHNIS Resümee ........................................................................................................................... 4 Handlungsempfehlungen ................................................................................................ 6 1 Einleitung ................................................................................................................... 9 1.1 Hintergründe ........................................................................................................ 9 1.2 Methoden ............................................................................................................. 9 1.3 Interviewkonzept ................................................................................................ 10 2 Demokratie und Bürgerbeteiligung ....................................................................... 11 2.1 Demokratie: Verhältnis zwischen BürgerInnen und Staat .................................. 11 2.2 Interviewaussagen: Demokratieverständnis und Bürgerbeteiligung .................. 14 2.3. Interviewaussagen zum Verhältnis Politik – Bürger auf kommunaler Ebene .... 17 2.4 Handlungsempfehlungen ................................................................................... 18 3 Bürgerbeteiligung in einer digitalen Gesellschaft ............................................... 19 3.1 Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel .................................................... 19 3.2 Interviewaussagen: Trends der Zeit ................................................................... 22 3.3 Interviewaussagen: Nutzen & Vorteile von Online-Beteiligungsformaten .......... 23 3.4 Handlungsempfehlungen ................................................................................... 24 4 Beteiligungsqualität ................................................................................................ 25 4.1 Beteiligungsmöglichkeiten und Wirkungsgrad ................................................... 25 4.2 Interviewaussagen: Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung …................................ 27 4.3 Interviewaussagen: Änderungsnotwendigkeiten ................................................ 28 4.4 Handlungsempfehlungen ................................................................................... 31 5 Online-Beteiligung – das Beispiel LiquidFriesland ............................................. 32 5.1 LiquidFriesland – das Modell ............................................................................. 32 5.2 Einschätzung der InterviewpartnerInnen ........................................................... 35 5.3 Bewertung von LiquidFriesland .......................................................................... 37 5.4 Handlungsempfehlungen ................................................................................... 42 6 Schlussfolgerungen für den Landkreis Görlitz .................................................... 43 6.1 Allgemein ........................................................................................................... 43 6.2 Bürgerbeteiligung und -information auf Landkreisebene ................................... 43 6.3 Interviewaussagen: Umsetzungserfordernisse für den Landkreis Görlitz .......... 46 6.4 Handlungsempfehlungen ................................................................................... 51 Literatur- und Quellenverzeichnis ................................................................................ 52 Weiterführende Informationen ...................................................................................... 53 Praxisbeispiele aus anderen Landkreisen .................................................................. 53 Anhang ............................................................................................................................ 54 A 1 Kreistagsbeschluss ................................................................................................ 54 A 2 Tagungsdokumentation ......................................................................................... 55 A 3 Interviewleitfaden ................................................................................................... 58

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