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Chronik der Naturschutzarbeit (Band II)

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Naturschutzarbeit im Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL)

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• • • • • • • • • • • • • • • • • • Naturschutzarbeit • • • • • • • • • • • • • nach • • • 1989 • • • • • • • • Chronik der Mittelschule Mücka 133

Dr. Fritz Brozio – Sachgebietsleiter Naturschutz im Niederschlesischen Oberlausitzkreis Weit über den Landkreis Görlitz hinaus ist sein Name in Verbindung mit intensiver Arbeit für Natur und Umwelt bekannt. Spätestens seit seinem Studium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam ab 1965 gilt sein berufliches und ehrenamtliches Interesse und Wirken dem Naturschutz. So widmete er sich bereits während seiner Studienzeit der Avifauna in Brandenburg und arbeitete an der Zentrale für Wasservogelforschung. Nach seiner Promotion zum Dr. rer. nat. im Jahr 1972 war er als Biologie- und Chemielehrer in Weißwasser und auch einige Jahre als Schulleiter tätig. Dabei betrieb er gemeinsam mit seiner Ehefrau Christine aktive Umweltbildungsarbeit bei Schülern der höheren Klassen und weckte dabei ihr Interesse in Arbeitsgemeinschaften und Spezialistenlagern für Biologie. Durch seine anschaulichen Erklärungen und seine unkomplizierte Art konnte er viele Schüler für die Belange des Naturschutzes interessieren und für eine Mitarbeit gewinnen. Bereits seit 1970 engagierte sich Herr Dr. Brozio auch als ehrenamtlicher Naturschutzhelfer in der Region. Er leitete seit 1976 die Fachgruppe für Ornithologie und später die NABU-Ortsgruppe in Weißwasser. Ab 1990 baute er als Sachgebietsleiter die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Weißwasser auf. Die vom Bergbau erheblich beeinflusste Region um Weißwasser erforderte besondere behördliche Anstrengungen, um die negativen Auswirkungen auf die Natur durch die Tagebaue so gering wie möglich zu halten und die noch intakten Naturareale zu sichern. Dr. Brozio entwickelte dazu eine Naturschutzstrategie in Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Naturschutz, den Bergbau- und anderen Unternehmen, woraus dann ein Monitoringprogramm entwickelt wurde, welches bis heute in der Naturschutzstation „Am Braunsteich“ in Weißwasser umgesetzt wird. Nach der Kreisreform 1994 arbeitete er weiter als Sachgebietsleiter Naturschutz im Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Ab 1997 leitete er zehn Jahre das Naturschutzgroßprojekt „Teichgebiet Niederspree-Hammerstadt“. Seit ihrer Gründung im Jahre 1994 arbeitet die Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt – bis 1998 Sächsische Akademie für Natur und Umwelt – mit Dr. Brozio eng zusammen und schätzt ihn als profunden Kenner der Natur- und Kulturlandschaft des Schlesischen Oberlausitzkreises sowie der angrenzenden Gebiete. Sein reicher Erfahrungsschatz auf dem Gebiet des Naturschutzes und der Landschaftspflege ließ ihn zu einem geschätzten Referenten und Exkursionsleiter für viele Fachveranstaltungen, Seminare und geführte Wanderungen der Akademie werden. Besonders zu nennen in der Auflistung der kontinuierlichen Zusammenarbeit ist die bundesweite Veranstaltungsreihe „Naturschutz in Bergbaugebieten“, die seit der ersten Veranstaltung im Jahr 1995 in der Naturschutzstation „Am Braunsteich“ in Weißwasser durch alle Braunkohlegebiete in Deutschland tourte und Fachleute aus Unternehmen, Naturschützer, Landschaftsplaner und Politiker zusammenführte. Fritz Brozio war stets bei der inhaltlichen Vorbereitung und der Durchführung der Veranstaltungen dabei. In seiner ehrenamtlichen Arbeit als Naturschutzhelfer des Niederschlesischen Oberlausitzkreises und jetzigem Landkreis Görlitz koordiniert er unter anderem die Arbeiten weiterer Naturschutzhelfer auf dem TÜP Oberlausitz und im Teichgebiet Niederspree-Hammerstadt. Besonders setzt 134

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