Aufrufe
vor 3 Jahren

Chronik der Naturschutzarbeit (Band II)

  • Text
  • Chronik
  • Tiere
  • Pflanzen
  • Naturschutzarbeit
  • Natur
  • Naturschutz
  • Landkreis
  • Naturschutzhelfer
Naturschutzarbeit im Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL)

• • • • • •

• • • • • • • • • • • • • • • • • • Naturschutzarbeit • • • • • • • • • • • • • nach • • • 1989 • • • • • • • • NSG Urwald Weißwasser Schutz seit 30.3.1961 (2007 Schutz aufgehoben) Flächengröße: 97,45 ha Waldschutzgebiet Pflanzengeographisch bemerkenswert sind die natürlichen Vorkommen der Weißtanne und Fichte. Die Lausitzer Tieflandfichte ist eine regionale Besonderheit, die zu einem isolierten Flachlandvorkommen gehört. Die Vegetation bestand aus einem Komplex von Fichten-Kiefernwald-, Kiefernwald- und Kiefern-Traubeneichenwald-Gesellschaften. NSG Urwald Weißwasser (Foto: Archiv UNB Landkreis Görlitz) „Besonders im Raum um die Muskauer Heide wurden viele Vorhaben durch die Großer’schen Untersuchungen ergänzt oder erst ermöglicht. Seine in mehreren Jahrzehnten erworbenen Kenntnisse der Wälder um Weißwasser ermöglichten die abschließende Dokumentation der verschwundenen NSG Altteicher Moor und Große Jeseritzen, Eichberg und Urwald Weißwasser. Der fortschreitende Braunkohlenabbau im Tagebau Nochten devastierte bzw. devastiert diese Gebiete mit Lebensräumen der Lausitz, die ein typisches Inventar kontinentaler, atlantischer und auch montaner Arten enthalten.“ Ende des Jahres 2009 erreichte die Tagebauvorfeldberäumung den östlichen Rand des ehemaligen NSG Urwald Weißwasser. Der Tagebau Nochten wird das Schutzgebiet spätestens 2015 vollständig überbaggern. F. Brozio: Dem Ehrenmitglied Dr. Karl Heinz Großer zum 85. Geburtstag. – Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz 18 (2010), S. 115–118. 139

1998 40 Jahre Fachgruppe Ornithologie in Niesky Jubiläumsveranstaltung am 17.10.1998 in Ullersdorf Vortrag zur Geschichte der Fachgruppe Ornithologie anlässlich der Jubiläumsveranstaltung von Franz Menzel (gekürzt) Wenn wir uns heute aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Fachgruppe Ornithologie Niesky versammelt haben, so ist das ein Ausdruck dafür, dass das Interesse an der Vogelwelt unserer Region stets lebendig geblieben ist, und die Tradition ornithologischer Forschung erfolgreich fortgesetzt wurde. Der Ursprung ornithologischer Forschung kann auch in unserem Gebiet in der 1822 in Görlitz gegründeten „Ornithologischen Gesellschaft“ und in der aus ihr 1823 hervorgegangenen „Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz“ gesehen werden. In den Schulen und Lehranstalten der Brüdergemeine in Niesky wirkten im Verlaufe des vorigen und bis zur Mitte dieses Jahrhunderts zeitweise Lehrkräfte, die eine intensive ornithologische Forschungstätigkeit entfalten. Genannt seien William BAER (1867–1934), Heinrich KRAMER (1872– 1935), Otto UTTENDÖRFER (1870–1954), Herbert KRAMER (1882–1951) und J. W. STOLZ (1881– 1917). Insbesondere Herbert KRAMER blieb sein Leben lang Niesky verbunden und befasste sich 20 Jahre lang mit der Brutbestandspflege beim Weißstorch im damaligen Kreis Rothenburg, dem Vorkommen von Schellente und Weidenmeise. … Herbert KRAMER begann 1949–1959 bereits wieder an die Öffentlichkeit zu treten, indem er gelegentlich Vorträge hielt und Exkursionen veranstaltete. Unterstützt von meinem Vater, nahm ich als damals 15-Jähriger, in dem das Feuer der Begeisterung für die Ornithologie bereits brannte, an diesen Exkursionen teil und profitierte außerordentlich davon. Diese Aktivitäten haben seinerzeit bereits unter dem Dach des Kulturbundes stattgefunden, der 1947 in Niesky eine Kreisorganisation gründete, zu deren Mitgliedern auch Herbert KRAMER zählte. Ich selbst trat im Dezember 1950 dem Kulturbund bei, um Mitglied in der von KRAMER geführten Gruppe der „Natur- und Heimatfreunde“ zu werden. Nach KRAMERS Tod im November 1951 übernahm der Nieskyer Apotheker Willi MÜLLER (1899–1977), ein ausgezeichneter Botaniker und Kenner der Geologie und Heimatgeschichte, diese Gruppe. Eine Plattform für Naturschutzinteressierte im Raum Niesky waren die mindestens seit 1955 anberaumten Zusammenkünfte der Naturschutzhelfer durch den damaligen Kreisnaturschutzbeauftragten Walter TSCHIERSCHKE. Sie dienten u. a. dem persönlichen Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Im Jahre 1955 gründete Rudolf KRAUSE eine Fachgruppe Ornithologie mit 5–6 Mitgliedern, die vorwiegend Exkursionen in der Umgebung von Kreba durchführte, um die Vogelfauna kennenzulernen. Rudolf KRAUSE knüpfte damals erste Verbindungen zur Vogelschutzstation Neschwitz und zu Dr. Gerhard CREUTZ, der anlässlich eines überraschenden Auftretens zweier Silberreiher im Sommer 1955 Kreba besuchte. 1958 ging diese Gruppe in der neuen Fachgruppe Ornithologie auf. Die am 20./21.10.1956 in Kamenz stattfindende Bezirksornithologentagung förderte das gegenseitige Kennenlernen der noch verstreut agierenden Interessenten im Kreis Niesky und ermöglichte erste Kontakte in die Nachbarkreise, wie z. B. zu Heinz MENZEL in Lohsa. Im Jahre 1957 traten die damaligen Oberschüler Ulrich WOBUS und Lothar HELBIG in den Kreis der ornithologisch Begeisterten und es begann eine Periode intensivster persönlicher Kontakte und gemeinsamer Unternehmungen. 140

Jugend / Bildung