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Chronik der Naturschutzarbeit (Band II)

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Naturschutzarbeit im Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL)

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• • • • • • • • • • • • • • • • • • Naturschutzarbeit • • • • • • • • • • • • • nach • • • 1989 • • • • • • • • Rudolf KRAUSE, Ingo BERGER, Heinz HASSE und H. N. König besuchten im gleichen Jahr Beringerlehrgänge an der Vogelschutzstation Neschwitz, so dass die Vogelberingung (damals noch für die Vogelschutzwarte Radolfzell!) alsbald ein intensiv betriebenes Arbeitsfeld wurde. So kam der Wunsch auf, eine Fachgruppe zu gründen, was dann am 5. Juli 1958 in Mücka im Gasthof Kiank geschah. Zwölf Gründungsmitglieder hoben die „Kreisfachgruppe Ornithologie Niesky“ aus der Taufe. Zu ihnen gehörten Heinz HASSE, Rudolf KRAUSE, Ingo BERGER, Eberhard MAH- LING, K. H. WERNER, Ulrich WOBUS, Lothar HELBIG und meine Person. Zum Leiter der Fachgruppe wurde ich gewählt … Kurze Zeit danach trat auch J. NEUMANN in den Kreis der Fachgruppe ein. Bis 1990, also 32 Jahre lang, gehörte unsere Kreisfachgruppe Ornithologie Niesky dem Kulturbund der DDR an. Ich möchte feststellen, dass, den damaligen Möglichkeiten entsprechend, der Fachgruppe stets wohlwollende und förderliche Unterstützung durch die bezirklichen und kreislichen Kulturbundgremien zuteil wurde. In diesem Zusammenhang möchte ich an den letzten Kreisvorsitzenden des Kulturbundes, Herrn BRUCHHOLZ und an die Kreissekretärinnen Frau JAROSCH und Frau FIRL-RACHEL dankbar erinnern. Ein Fachgremium, dem wir manchen Anstoß und viele Anregungen zu verdanken hatten, war der Bezirksfachausschuss Ornithologie in Dresden, der bis zum 6.4.1977 von Dr. G. CREUTZ und danach von Dr. Rolf STEFFENS geleitet wurde. Auch die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Bezirksornithologentagungen waren Foren, die gern und mit Gewinn besucht wurden. Eine solche fand am 11./12.4.1981 in Niesky statt, an deren Organisation die Kreisfachgruppe Ornithologie natürlich beteiligt war. Diese Nieskyer Tagung war insofern für unsere Fachgruppe bedeutsam, als etwa in diesem Zeitraum Jens TEICH und Alexander WÜNSCHE und wenig später Werner KLAUKE zu ihr stießen und alsbald zu Säulen der Fachgruppenarbeit wurden. Auf der Bezirksornithologentagung am 23./24.11.1985 in Paulsdorf rief Dr. STEFFENS im Hinblick auf die schon damals im Raum stehende Bearbeitung der Avifauna Sachsens die Fachgruppen dazu auf, Datenmaterial für ausgewählte Vogelarten zur Verfügung zu stellen. Dies war die Geburtsstunde der „Ornithologischen Jahresberichte“, die unsere Fachgruppe seitdem zusammenstellte. Inzwischen sind es 13 Berichte geworden, die Material der Jahre 1982 bis 1997 enthalten. Ihr Umfang hat deutlich zugenommen, und die Verfahren ihrer Herstellung – vom Ormig-Abzug zum Computerausdruck – haben sich verfeinert. Mit Genugtuung haben wir feststellen können, dass in „Die Vogelwelt Sachsens“ (STEFFENS et al. 1998) der Nieskyer Raum entsprechend repräsentiert ist. Am 19.11.1988 feierte die Kreisfachgruppe Ornithologie das Jahr ihres 30-jährigen Bestehens. Mit einer Vormittagsexkursion an das Teilbecken Reichendorf, einem Mittagessen im „Eisenhammer“ in Kreba und einer Vortragsreihe am Nachmittag, die im Kulturraum der Binnenfischerei Kreba stattfand, gedachten wir der drei Jahrzehnte ornithologischer Gemeinschaftsarbeit. Als im Oktober 1989 der politische Umbruch in der DDR einsetzte – ich weilte gerade zu einem einwöchigen Fachgruppenleiterseminar bei Prof. Dr. RUTSCHKE in Gülpe – hatte dies zunächst auf die Arbeit der Fachgruppe keinen unmittelbaren Einfluss. In der Folge jedoch kam es zum Verlust der Arbeitsplätze einiger Fachgruppenmitglieder, ein Mitglied musste nach Abschluss seines Studiums eine Arbeitsstelle finden, andere konnten Vorruhestandsregelungen in Anspruch nehmen. Auch dem Zwang, seine angestammte Wohnung verlassen zu müssen, war ein Fachgruppenmitglied ausgesetzt. Im Ganzen jedoch haben fast alle einen neuen Platz in dieser Gesellschaft gefunden und was für die Bilanz der Fachgruppe wichtig ist, Verluste an Mitgliedern oder einen Arbeitsstillstand hat es nicht gegeben. Im Jahre 1990 setzten Überlegungen ein, ob es nicht besser wäre, sich einem Fachverband oder 141

-verein anzuschließen. Einem gewissen Trend im Bezirk Dresden folgend, erklärte die Fachgruppe am 26.10.1990 dann ihren Austritt aus dem Kulturbund und ihren Eintritt in den Naturschutzbund Deutschland, Landesverband Sachsen e.V., dem sie seither unter dem Namen „Fachgruppe Ornithologie Niesky“ angehört. Ausgehend von einer damals bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Niesky und Bensheim an der Bergstraße entwickelten sich Kontakte zur dortigen Naturschutzbund-Gruppe, die heute noch fortbestehen und zu freundschaftlichen Verbindungen führten. Ein erster Besuch aus Bensheim fand bereits vom 4.–8.10.1991 statt. Durch großzügige Spenden unterstützten sie inzwischen verschiedene Vorhaben der Fachgruppe und auch die vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz vorgenommenen Flächenkäufe in unserem Raume. Ich möchte daher nicht versäumen, meinen besonderen Gruß und Dank an die Naturschutzgruppe Bensheim zu richten, insbesondere an die hier anwesenden Vertreter, an der Spitze Herrn Meixner sowie an die in Bensheim gebliebenen Repräsentanten Herrn Erb und Herrn Oberstudienrat Schäfer! Am 29./30.9.1995 fand in Mücka in der neu erbauten Schule die 2. Sächsische Ornithologentagung des Naturschutzbundes statt, an deren Durchführung wir unmittelbar beteiligt waren. Eine Institution, mit der die Fachgruppe sofort nach deren Gründung eng zusammenarbeitete, war der seit 1990 entstandene Naturpark Oberlausitzer Heide und Teichlandschaft mit Sitz in Mücka, der ab 1996 den Status eines Biosphärenreservates erlangte. Neben einem Austausch ornithologischer Daten und der Mitarbeit an der 1-km²-Brutvogelkartierung, stellte uns die Verwaltung jahrelang ihre Räume für die Fachgruppenversammlungen zur Verfügung und half auch in anderen Dingen. Dafür gebührt Herrn Dipl.-Biol. Peter HEYNE unser herzlicher Dank. Die beeindruckende Entwicklung des am 5.5.1990 wiedergegründeten Vereins Sächsischer Ornithologen führte in der Zwischenzeit zu persönlichen Mitgliedschaften einiger Fachgruppenmitglieder und auch zu fachlichen Kontakten der Fachgruppe zum VSO. Die Tagungen des VSO in Görlitz (23./24.4.94), Neschwitz (25.–27.4.98) und die im März 1999 in Niesky geplante, werden diese Kontakte sicher weiter vertiefen. Durch Einzelmitgliedschaften gibt es auch Verbindung zur „Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz“, die sich am 22.9.1990 gründete und an die Traditionen der bis 1945 existierenden „Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz“ anknüpft. Die Vielfalt der Vereinsgründungen nach der Wende erschwerte zunächst die Orientierung. Deshalb halte ich es im Interesse der Verwirklichung gemeinsamer Ziele für gut, wenn Kontakte und Zusammenarbeit auch weiterhin untereinander gepflegt und ausgebaut werden. Das gilt auch für notwendige Kontakte zum Landesverein Sächsischer Heimatschutz, die wir als Fachgruppe zweckmäßigerweise noch entwickeln müssten. Die Mitgliederzahl der Fachgruppe schwankte in den 40 Jahren ihres Bestehens zwischen 15 und 25. Wie wohl in jeder Vereinigung lag die Zahl derer, die den aktiven „Kern“ bildeten, stets darunter. Zeitweise gehörten der Fachgruppe auch Mitglieder aus den Nachbarkreisen an, die wir dann verloren, als sich dort eigene Fachgruppen bildeten. Im heutigen Niederschlesischen Oberlausitzkreis, der im Prinzip aus den seit 1952 gebildeten Kreisen Weißwasser, Niesky und Görlitz hervorging, existieren derzeit drei ornithologisch arbeitende Gruppen, die, und das beweist die heutige Tagesordnung, Kontakte untereinander pflegen. Die Fachgruppe Ornithologie verstand sich von Anfang an als Sammelpunkt ornithologisch Interessierter, ohne dabei in spezielle Neigungen oder Arbeitsvorhaben des Einzelnen einzugreifen. Sie war und ist Plattform des Erfahrungsaustausches, der Kenntnisvermittlung und gegenseitigen 142

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