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Chronik der Naturschutzarbeit (Band II)

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Naturschutzarbeit im Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL)

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• • • • • • • • • • • Artenschutz • • • • • • • • • und • • • Artenschutzprojekte • • • • • • • • • • • • • • • • • • • Fischotter (Lutra lutra) Gefährdung Sachsen: Rote Liste 1 - vom Aussterben bedroht Schutz BRD: Rote Liste 1 – streng geschützt Schutz EU: Geschützte Art nach FFH-Richtlinie, Anhang I und IV Lebensraum: Der Fischotter lebt bevorzugt an fließenden oder stehenden Gewässern mit zugewachsenen Ufer- und Überschwemmungsbereichen. Sein Wohnbereich ist der Ufersaum. Artenschutzmaßnahmen und -projekte Beispiel: Fischotterdurchlässe Jährlich fallen zahlreiche Fischotter Verkehrsunfällen zum Opfer. Der Verkehrstod gilt derzeit als die Haupttodesursache bei Fischottern. Zur Vermeidung derartiger Verluste war und ist es daher notwendig, dem Fischotter besonders in der Nähe fischreicher Gewässer geeignete Bedingungen für den Wechsel von Straßen zu schaffen. Fischottergerechte Querungsmöglichkeiten sind mittlerweile Standard bei allen Brücken und Durchlässen, die neu gebaut oder saniert werden. Die gesetzliche Verpflichtung aufgrund der Artenschutzbestimmungen wird im heutigen Landkreis Görlitz, und wurde auch bereits im NOL seitens der Naturschutzbehörden umgesetzt. (A. Wünsche, UNB Landkreis Görlitz) Fischotter, Foto: Ralf M. Schreyer 207

Beispiel Fischaufstiegshilfen (Fischtreppen) Projektziel: Schaffung barrierefreier Fließgewässer, dadurch Passierbarkeit für wandernde Fisch- und Säugetierarten Alle wandernden Fischarten sind auf „durchgängige“ Gewässer angewiesen, manche wandern auf kurze Distanzen – zum Nahrungserwerb oder zum Aufsuchen des Winterlebensraumes, andere legen weite Entfernungen, teilweise vom Meer bis zu ihren weit im Binnenland liegenden Laichplätzen, zurück. Sie sind wie andere für Fließgewässer typische Tierarten (Krebse, Wasserschnecken, Muscheln, Insekten oder Strudelwürmer, selbst der Fischotter) darauf angewiesen, dass ihnen dabei der Weg nicht durch unüberwindbare Wehre oder andere Querbauwerke versperrt wird. Davon fanden sie allein im Biosphärenreservat 25 Stück. Heute steht die wirtschaftliche Nutzung der Fließgewässer nicht mehr im Vordergrund. Man hat erkannt, wie wichtig die Gewässer und ihre Arten für die Vernetzung der Lebensräume von Pflanzen und Tieren und das Funktionieren des Naturhaushaltes insgesamt sind. Daher werden naturfern ausgebaute Gewässerabschnitte einschließlich aller Querbauwerke Schritt für Schritt im Sinne des Natur- und Hochwasserschutzes umgestaltet. Durch Biosphärenreservatsverwaltung und Sächsische Landestalsperrenverwaltung konnten bisher mehr als die Hälfte der Querbauwerke im Biosphärenreservat passierbar gestaltet werden. Projektpartner: Landestalsperrenverwaltung Sachsen Fischtreppe bei Uhyst, Foto: Bodo Hering 208

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