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Der European Energy Award (2008-2011)

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Dokumentation 2008 - 2011

Der

Der European Energy Award® im Landkreis Görlitz Dokumentation 20082011 Die Grundformel 7 , welche dem Quellenprinzip des IPCC zugrunde liegt, ist folgende: Emission = Aktivitätsrate • Emissionsfaktor Unter Aktivitätsrate versteht man die emissionsrelevante menschliche oder natürliche Aktivität pro Jahr (z. B. Verbrennung von Benzin im Pkw-Motor, Wachstum der Bäume). Der Emissionsfaktor quantifiziert die Emissionen pro Aktivitätsrate. Die Emissionen werden in Gewichtseinheiten (meist kg oder t) CO2-Äquivalenten angegeben. Obwohl die Grundformel des IPCC eine einfache Struktur aufweist, ist die Methodik der Berechnungen der einzelnen Bereiche sehr komplex. Dies kann am Beispiel der Berechnung der Lachgasemissionen durch Wirtschaftsdüngermanagement (Ausscheidungen der Nutztiere) verdeutlicht werden. Gleichung 10.25 Direkte Lachgasemissionen des Düngermanagements Abbildung 1: Equation 10.25 Direct N2O emissions from manure management 8 Gleichung 10.27 Indirekte Lachgasemissionen aufgrund Stickstoffverdunstung durch Düngermanagement Abbildung 2: Equation 10.27 Indirect N2O emissions due to volatilisation of N from manure management 9 Die Summe der Ergebnisse beider Gleichungen ergibt die gesuchten Lachgasemissionen durch Wirtschaftsdüngermanagement. Um die Gleichung 10.27 berechnen zu können, wurde jedoch das Ergebnis folgender Gleichung benötigt: Gleichung 10.26 Stickstoffverluste aufgrund Verdunstung durch Düngermanagement Abbildung 3: Equation 10.26 N losses due to volatilisation from manure management 10 7 Vgl. IPCC Volume 1 Chapter 1 p. 1.6 8 IPCC Volume 4 Chapter 10 p. 10.54 9 IPCC Volume 4 Chapter 10 p. 10.56 10 IPCC Volume 4 Chapter 10 p. 10.54 Seite 34 von 81

Der European Energy Award® im Landkreis Görlitz Dokumentation 20082011 In die Gleichung 10.26 musste das Ergebnis aus Gleichung 10.30 eingesetzt werden: Gleichung 10.30 Jährliche Stickstoff-Ausscheidungsraten Abbildung 4: Equation 10.30 Annual N excretion rates 11 Die weiteren benötigten Faktoren in den Gleichungen sind statistische Daten wie z. B. Anzahl der Tiere, Art des Düngermanagements (Stallhaltung auf Spaltenboden, Weidehaltung etc.), international gültige Literaturwerte sowie landesspezifische Werte (speziell für BRD, für gemäßigte Klimazone etc.). Während die international gültigen Parameter den IPCC-Richtlinien entnommen werden konnten, mussten für die landesspezifischen Werte anderen Quellen gefunden werden (z. B. Nationaler Inventarbericht). Die Berechnungen wurden für die verschiedenen Tierarten einzeln durchgeführt. Beim Arbeiten mit Nutztierausscheidungen treten zusätzlich Methanemissionen auf, für die andere Gleichungen angewandt wurden und welche ebenso wie die Lachgasemissionen in die absoluten treibhausgasrelevanten Emissionen durch Wirtschaftsdüngermanagement einflossen. Die verwendeten Gleichungen sind alle Bestandteil der einfachsten Berechnungsebene, der Stufe Eins. Für detailliertere Erfassungen sind die Stufen Zwei bzw. Drei vorgesehen. Diese sind in den IPCC-Richtlinien z. B. für Hauptemissionsgruppen vorgesehen. Die Berechnungen nach IPCC in der vorliegenden Arbeit wurden nach Stufe Eins vorgenommen. Die Bilanzierung des Energiebereiches erfolgte nach Verursacherprinzip. Dabei wurde der Verbrauch des Landkreises zugrunde gelegt und die entsprechenden Emissionsfaktoren mit den Vorketten einbezogen. Bei der Ermittlung der strombedingten Emissionen wurde vom Landkreisverbrauch der Anteil, welcher auf Basis erneuerbarer Energien in Mittel- und Niederspannung lokal eingespeist wurde, abgezogen und die jeweiligen vergleichsweise geringen Vorkettenemissionen erfasst. Die Emissionen des verbleibenden Verbrauchs wurden durch anteilmäßige Multiplikation der übrigen im Landkreis in Hoch- und Höchstspannung eingespeisten Stromprodukte mit den dazugehörigen Emissionsfaktoren berechnet. Dabei hat die Elektroenergieproduktion des Braunkohlekraftwerks Boxberg den überwiegenden Anteil. Jedoch wurden nicht alle eingespeisten Stromprodukte berichtet. Die Erfassung und der Einbezug der im Landkreis durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen eingespeisten Strommengen kann zur Verringerung des hohen Anteils des Kraftwerkes Boxberg beitragen. Militärische Emissionen unterliegen teilweise der Geheimhaltung 12 . Um durch den Einbezug der zugänglichen Daten keine Wertung vorzunehmen, wurden die Emissionen der Bundeswehraktivitäten im Landkreis nicht bilanziert. Generell wurde jeweils mit den Werten gearbeitet, welche den größten Bezug zum Landkreis aufwiesen. Waren keine spezifischen Daten ermittelbar, kamen sächsische bzw. Bundesdurchschnittsdaten zum Einsatz. 11 IPCC Volume 4 Chapter 10 p. 10.57 12 Vgl. UBA S. 546. Seite 35 von 81

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