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Der European Energy Award (2012-2014)

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Dokumentation 2012-2014

die Servicestelle

die Servicestelle Energie/Landkreis Görlitz. Sie fungiert als der Ansprechpartner für Energiefragen im Landkreis, bündelt die interne und externe Kommunikation und pflegt und bahnt Kooperationen an. Gemeinsam mit anderen Partnern nimmt die Servicestelle Energie/Landkreis Görlitz an Veranstaltungen teil oder organisiert sie. Dies gilt auch für Veranstaltungen und Aktionen, die zu den Themen Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Energien durchgeführt wurden und werden. Die Entwicklung des Leitbildes „Ein Landkreis voller Energie“ und dessen Verankerung als Element des Standortmarketings des Landkreises ist eine zentrale Aufgabe zur Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung als Klimaschutzkommune. Das Leitbild kann insbesondere zur Imageverbesserung und der Relativierung des negativ besetzten Themas Braunkohle-Bergbau bzw. Braunkohleverstromung beitragen. Zu empfehlen ist eine bessere Nutzung der Handlungsmöglichkeiten in der überregionalen Kooperation mit Polen und Tschechien. Geplant ist bislang die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen bzw. Kreisen, insbesondere die Vernetzung mit den am eea teilnehmenden Städten und Gemeinden im Landkreis. Hier konnte ein zweimal jährliches Treffen der eea-Kommunen fest etabliert und ein Betreuungssystem durch die Servicestelle Energie/Landkreis Görlitz aufgebaut werden. Auch gibt es Aktivitäten, den Kreis Liberec beim Eintritt in den eea-Prozess zu unterstützen. Nicht zuletzt gibt es hinsichtlich einer kontinuierlichen Energie- und Bauberatung neben dem Erreichten noch weitere Handlungsmöglichkeiten. Es werden Empfehlungen zu Bauberatungen und die Angabe von Adressen von Energieberatern im Rahmen der Baugenehmigungsverfahren an Bauherren und Investoren herangetragen. Eine weitere Unterstützung mehrerer Zielgruppen soll durch die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Denkmal erreicht werden, die sich mit energetischen Sanierungen von Denkmalen unter der Beachtung nutzungsrelevanter, demografischer und sozialer Aspekte befasst. 22

2.2.3 Wissenschaftliches Begleitmaterial Der Prozess des eea fordert neben den praktischen Anstrengungen zur Verbesserung des Klimaschutzes auch die Sammlung und Auswertung energie- und klimarelevanter Daten. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Bewertung der energiepolitischen Arbeit einer Kommune. Zwar können nicht alle Parameter direkt durch die Kommune beeinflusst werden, zusammengenommen bieten die Dokumente aber einen guten Überblick zur Energie- und Klimaschutzsituation im Landkreis. Für die Erarbeitung dieser komplexen Dokumente arbeitet der Landkreis mit externen Experten zusammen. An dieser Stelle werden die Dokumente kurz vorgestellt. Sie sind als Download auf der eea-Homepage des Landkreises unter www.energiekreisnr1.de verfügbar. Regionales Energie- und Klimaschutzkonzept Das Energie- und Klimaschutzkonzept bildet die Grundlage für die Energiearbeit einer Kommune. Es beinhaltet alle energie- und klimarelevanten Daten sowie Vorschläge für die Umsetzung von Effizienzprojekten. Auch für den Landkreis Görlitz liegt ein solches Konzept, das Regionale Energie- und Klimaschutzkonzept (REKK), vor. Es wurde vom Regionalen Planungsverband (RPV) für die Landkreise Görlitz und Bautzen erstellt. Da für den eea bestimmte Vorgaben zu erfüllen waren, hat der Landkreis dieses Konzept durch die Hochschule Zittau/Görlitz weiterentwickeln lassen. So wurde zum Beispiel der angenommene Zeithorizont (REKK: bis 2020; eea: bis 2050) erweitert. Die Konzepte finden Sie auf der eea-Homepage des Landkreises oder sie folgen dem QR-Code. Treibhausgasbilanz Die Treibhausgasbilanz gibt an, wie viele Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase in einer Kommune durchschnittlich pro Einwohner innerhalb eines Jahres (t/E/a) durch Energieverbrauch emittiert werden. Hier fließen konkrete Angaben ein: Zum Beispiel der Energieverbrauch in den kommunalen Liegenschaften, der Strom- und Erdgasverbrauch der Einwohner und des Gewerbes oder die Kfz-Dichte. Aus der Addition dieser Daten ergibt sich die in der Kommune emittierte Gesamtmenge Treibhausgase pro Jahr. Die Treibhausgasbilanz ist meist Teil des Energieund Klimaschutzkonzeptes. Der Landkreis Görlitz hat zusammen mit der Hochschule eine eigene Methode entwickelt, um Pro-Kopf-Emission zu messen. Dies wurde nötig, da das Kraftwerk Boxberg/O.L. mehr Strom produziert als hier im Landkreis verbraucht wird. Somit lassen sich die durch die Braunkohleverstromung entstandenen Emissionen nicht eins zu eins auf den Landkreis übertragen. Klimaanpassung Klimaschutzmaßnahmen in Form von Treibhausgasminimierung und Ressourcensparen sind ein Bestandteil internationaler, nationaler und regionaler Handlungskonzepte. Es müssen jedoch auch Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden, um die nicht mehr aufhaltbaren Folgen des Klimawandels beherrschbar zu machen. Die Bundesrepublik und die Mehrheit der Bundesländer haben bereits eigene Klimaanpassungsstrategien veröffentlicht, in denen Handlungsempfehlungen aufgezeigt werden. Der Einfluss kleinerer Planungsund Handlungsräume ist jedoch nicht außer Acht zu lassen. Deswegen ist es erforderlich, dass Klimafolgenabschätzungen und Klimaanpassungsstrategien auch für Landkreise und Kommunen entwickelt werden, damit diese angemessen und kosteneffizient darauf reagieren können. Der vorliegende Bericht ist eine vorläufige Klimafolgenabschätzung für den Landkreis Görlitz, aufbauend auf Prognosen klimatischer Parameter. Ebenfalls enthalten, ist eine Klimafolgenbewertung, in der handlungsbereichsweise dargestellt wird, welche klimabasierten Auswirkungen in welcher Intensität Einfluss auf die sensitiven Objekte des Landkreises Görlitz haben. Daraus abgeleitet ergeben sich Klimaanpassungsziele und relevante Maßnahmen, welche als übergeordnet zu verstehen sind und als erste Veranschaulichung der betroffenen Bereiche dienen. Die Veröffentlichung versteht sich als eine Art Türöffner für eine notwendige und vorurteilsfreie (oder offene) Diskussion über die Strategien zur Bewältigung des Klimawandels. 23

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