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Der Landkreis stellt sich vor

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Broschüre 2009

Geschichtliches Eine

Geschichtliches Eine erste dauerhafte Besiedlung des heutigen Kreisgebietes erfolgte in der Bronzezeit, vereinzelte Funde weisen aber bereits auf eine jungsteinzeitliche Besiedlung hin. Nach einer kurzzeitigen germanischen Besiedlung im 2./3. Jahrhundert wanderten slawische Stämme ein. Um Bautzen entstand der Gau Milzane, um die Landeskrone der Gau Besunzane und an der südlichen Neiße der Gau Zagost, auf diese geht die heutige sorbische Bevölkerung zurück. das ist der landkreis 14 Deutsche Ritterheere unterwarfen im 10. Jahrhundert die heutige Oberlausitz. Das Gebiet gelangte im Jahr 1076 unter böhmische, später brandenburgische und wiederum böhmische Herrschaft. Im 11. und 12. Jahrhundert ließen sich fränkische und thüringische Siedler nieder. Sie lebten meist in enger, friedlicher Nachbarschaft mit den Slawen, das zeigen heute noch die Ortsnamen. Ähnlich der Hanse schlossen sich 1346 die Städte Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban, Löbau (Konventstadt) und Zittau zum Oberlausitzer Sechsstädtebund zusammen. Dieses von Kaiser Karl IV anerkannte Schutz- und Trutzbündnis brachte der Oberlausitz wirtschaftlichen Aufschwung und politisches Ansehen. Das Stadtbündnis währte bis 1815. Im Juni 1991 wurde es erneut gegründet. Im Ergebnis des Prager Friedens fiel die bislang zu Böhmen gehörende Oberlausitz 1635 an den Kurfürsten von Sachsen. Infolge der Gegenreformation kamen zahlreiche Exulanten ins Land, unter anderem Anfang des 18. Jahrhunderts protestantische Glaubensflüchtlinge aus Böhmen und Mähren auf das Gut von Nikolaus Ludwig Reichsgraf von Zinzendorf in Berthelsdorf. Er gründete 1722 Herrnhut, wo danach die Herrnhuter Brüdergemeine entstand, die Missionare in viele Länder der Erde sandte und die bis heute besteht. Großes Zittauer Fastentuch von 1472 – copyright Rene Pech Besonders einschneidend war die Teilung der Oberlausitz infolge der Napoleonischen Kriege nach dem Wiener Kongress 1815 in einen preußischen und einen sächsischen Teil. Das beeinflusst den Landkreis Görlitz bis heute. Erst unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurden die Landstände der sächsischen und der preußischen Oberlausitz aufgelöst. Durch die wachsende Industrie im 19. und 20. Jahrhundert gehörte die südliche Oberlausitz bald zu den am dichtesten besiedelten Gebieten in Sachsen. Handel und Wandel über die Grenze hinweg nach Böhmen florierten. Eine jähe Wende brachte das Ende des Zweiten Weltkrieges. Das vorher zu Sachsen gehörende Gebiet der Amtshauptmannschaft Zittau östlich der Neiße, kam nach dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung, ebenso die Gebiete der ehemals preußischen Oberlausitz nördlich davon. Die Neiße wurde zum Grenzfluss. Die ehemaligen deutschen Bewohner mussten ihre Heimat verlassen und blieben vielfach bei ihren Verwandten in der Region. In den Gebieten jenseits der Neiße wurden Vertriebene aus Ostpolen angesiedelt, in Zgorzelec später auch griechische Flüchtlinge.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die vorher zu Preußen gehörenden Gebiete der Oberlausitz westlich der Neiße von den sowjetischen Besatzern dem „Land Sachsen“ zugeordnet. 1952 wurde Sachsen wie alle anderen Bundesländer in der DDR aufgelöst und in Bezirke gegliedert. Der heutige Landkreis Görlitz gehörte mit den Kreisen Zittau, Löbau, Görlitz, Niesky zum Bezirk Dresden, Weißwasser zum Bezirk Cottbus. Erst durch die am 3. Oktober 1990 vollzogene deutsche Einheit wurde an die historisch gewachsene Einheit der Oberlausitz im Freistaat Sachsen angeknüpft. Der Kreis Weißwasser entschied sich 1990 mit einer Bürgerbefragung und einem Kreistagsbeschluss für Sachsen. Die beiden ehemaligen Kreise Zittau und Löbau wurden nach der Kreisreform des Freistaates 1994 zum Landkreis Löbau-Zittau vereint, Weißwasser und Niesky zum Niederschlesischen Oberlausitzkreis und diese wiederum aufgrund einer erneuten Kreisreform mit der bis dahin Kreisfreien Stadt Görlitz im August 2008 zum Landkreis Görlitz zusammengeschlossen. Drehscheibe Wirtschaft Seit der Grenzöffnung entwickelt sich der Landkreis Görlitz zunehmend zu einer Drehscheibe der Wirtschaft im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien. Vor allem in den Schlüsselbranchen Metallbau, Kunststoffindustrie, Glasindustrie und erneuerbare Energien ist man dabei, einen gemeinsamen trinationalen Wirtschaftsraum zu entwickeln. Eine starke, mittelständisch geprägte Unternehmerschaft garantiert auch in Zukunft stabile Kooperationsbeziehungen. Sonderkonditionen bei der Förderung im Förderzeitraum 2007 bis 2013, vollständig erschlossene, teilweise großflächige Gewerbegebiete mit guter Verkehrsanbindung und das hohe Innovationspotenzial durch die gute Ausstattung mit Berufs-, Fach- und Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen machen die Region interessant. Die wichtigsten Branchen: > Energiewirtschaft/Bergbau > Stahl- und Maschinenbau > Automobilzulieferindustrie > Lebensmittelindustrie > Textil- Kunststoffindustrie > Informations-, Kommunikationsund Biotechnologie Leistungsstarke landwirtschaftliche Betriebe: rund 150 Betriebe bewirtschaften 90 Prozent der Fläche 15

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