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Ergebnisbericht Strategiebefragung

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Sicht der Bewohner, Experten und kommunalen Vetreter auf den Landkreis Görlitz

Strategiebefragungen- Experteninterviews Beispielhafte Zitate: „Ein Hauptproblem ist, dass die Standbeine der Region (z.B. der Maschinenbau) nur Zulieferer sind. Es gibt zu wenige Firmen, die hier Endprodukte produzieren. An diese Firmen muss man anknüpfen und von ihrer Erfahrung profitieren. „Es fehlen innovative Ansätze, die die zusammengebrochene Wirtschaftsstruktur in gewisser Weise mit hochqualifizierten Arbeitskräften kompensieren können.“ „Regionale Wirtschaftskreisläufe sind erstrebenswert, weil die Region davon profitiert, da verdient der dran und der dran…, der zahlt und der zahlt Gewerbesteuern, was wichtig für die Kommunen ist.“ Demografie und Wanderung: Eines der wesentlichsten Themen, welches in Hinblick auf die Landkreisentwicklung genannt worden ist und dem sich der Landkreis stellen muss, ist die demografische Entwicklung - inwieweit kann er darauf Einfluss nehmen? Insbesondere auf die zunehmende Entvölkerung und Überalterung der Gemeinden, gerade in den dörflichen Regionen, muss angemessen reagiert werden. Zu bedenken sind auch die wirtschaftlichen Folgen wie die Übergabe der Unternehmen an die nächste Generation und Aufrechterhaltung der Infrastruktur durch qualifiziertes Personal. Zwei Herausforderungen stechen besonders hervor. Erstens ist das Augenmerk auf die jungen, gut ausgebildeten Menschen zu richten. Es gilt, zu verhindern, dass diese wegen mangelnder Zukunftsperspektiven und Niedriglohn abwandern. Mit dem Verbleib oder der Rückkehr junger Menschen sind wiederum neue Impulse und Chancen verbunden. Als andere wichtige Aufgabe zeigt sich die Versorgung älterer Menschen. Diese Altersgruppe benötigt mehr Angebote und Betätigungsfelder, um das Gefühl zu haben, gebraucht zu werden und an der Entwicklung ihrer Region und des Landkreises teilzuhaben. Beispielhafte Zitate: „Ich vermute, dass es nicht so viele Jugendliche hier hält. Eine Situation, die schon jetzt abzusehen ist, ist, dass in der Altenpflege nicht mehr genug Personal zur Verfügung steht, um die immer mehr werdenden alten Menschen zu betreuen.“ „Alte Menschen oder Menschen aus einem schwachen sozialen Milieu sind die Menschen, die bleiben werden. Die Jungen gehen weg. Dadurch entsteht eine Negativspirale.“ „In der Überalterung der Gemeinden besteht der größte Handlungsdruck. Im Landkreis ausgebildete Menschen wandern mangels Perspektive oder wegen schlechter Löhne ab. Die Region braucht jedoch die jungen Menschen.“ Identität und Lebensqualität: Es braucht eine positive Grundstimmung im Landkreis. Es darf nicht von „oben“ erzwungen werden oder „ein einheitlicher Deckel drüber gestülpt werden“. Aus Sicht der Experten ergibt sich in diesem Handlungsfeld sowohl großer Bedarf als auch Druck. Das Zusammenwachsen des Landkreises ist ein langer und schwieriger Prozess, der ohne Begleitung und Steuerung kaum gelingen wird. Selbstvertrauen, Stolz und ein Wir-Gefühl in der Bevölkerung muss sich entwickeln. Eine wichtige Aufgabe besteht auch darin, das Heimatgefühl - insbesondere bei den jungen Menschen - zu wecken bzw. zu stärken und ihnen die Möglichkeiten im Landkreis aufzuzeigen. 28

Strategiebefragungen- Experteninterviews Beispielhafte Zitate: Es braucht „ein gemeinsames Miteinander unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen mit eigenen Identitäten und unterschiedlichen Mentalitäten.“ „Das Schwierige sind die verschiedenen Menschenschläge mit ihren Besonderheiten in den Mentalitäten an den großen Landkreis zu binden.“ „Der LK muss sich noch zusammen finden. Es gibt zurzeit drei Bereiche die nicht als Einheit gezählt werden. Der Norden, der Süden und die Stadt Görlitz.“ 2.2.4.4 Handlungsempfehlungen im Hinblick auf die Strategiearbeit des Landkreises Görlitz Zuvor wurden Bereiche und Handlungsfelder im Landkreis Görlitz aufgezeigt, welche aus Sicht der Experten einen besonderen Problemdruck aufweisen. Gleichzeitig wurde dargelegt, worin die Experten einen konkreten Handlungsbedarf sehen und entsprechende Handlungsempfehlungen bereits angesprochen. Im Folgenden werden weitere, sich aus den ausgewerteten Expertenaussagen abzeichnende, Empfehlungen an den Landkreis in Hinblick auf die künftige Strategiearbeit vorgestellt. Abbildung 15: Handlungsempfehlungen Verwaltung und Strukturen: Aus Sicht der Experten bestehen zu hohe Defizite bei der Vernetzung bestehender Strukturen. Vorhandene Akteure, Vereine und Firmen müssen besser vernetzt und miteinander kombiniert werden. Kooperationen und Zusammenarbeit mit anderen Landkreisen sind anzustreben und auszubauen, um von den Erfahrungen anderer zu lernen, aber auch, um eine höhere Aufmerksamkeit zu erzielen. Dabei wird die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle zwischen Landkreis und 29

Jugend / Bildung