Aufrufe
vor 2 Jahren

Ergebnisbericht Strategiebefragung

  • Text
  • Landkreis
  • Landkreises
  • Wirtschaft
  • Experten
  • Entwicklung
  • Region
  • Gesellschaft
  • Kommunen
  • Experteninterviews
  • Befragung
Sicht der Bewohner, Experten und kommunalen Vetreter auf den Landkreis Görlitz

Strategiebefragungen- Experteninterviews Ausbildung und Schule: In der Stärkung und Weiterentwicklung einer vielfältigen Bildungslandschaft im Landkreis sehen viele der Experten die Grundvoraussetzung für einen positiven zukünftigen Entwicklungspfad. Der Erhalt eines breiten Schulnetzes, die Förderung privater Schulinitiativen und die Etablierung von Ganztagsschulen wird als strukturelle Voraussetzung für die Zukunft gesehen. Darüber hinaus ist es wichtig, den Schülern soziale Kompetenzen zu vermitteln und sie auf ihrem Weg in die Berufsbildung zu begleiten. Hier liegt das Potential für die Region wie auch insbesondere für die wirtschaftliche Entwicklung. Ausbildungszweige müssen wirtschaftsnah und am Bedarf orientiert angeboten werden. Nur so können zukünftig Fachkräfte für die Region gewonnen werden. Der HS ZI/GR kommt dabei ein ganz besonderer Stellenwert zu. Es gilt, diese als Wissenschaftsstandort im Dreiländereck zu etablieren. Beispielhafte Zitate: „Eine Stellschraube ist das Dreiländereck. Um dies zu nutzen muss in den Schulen Polnisch und Tschechisch gelehrt werden.“ „Politisch müssen im Bereich der Bildung (kleine Klassen) eher investiert werden als in neue Bürogebäude (Neues Landratsamt).“ „Eine Stellschraube für den Aktionsraum Gesellschaft ist die stabile Bildungslandschaft. Dafür steht eine Schulkonzeption im Vordergrund, die Bestand haben soll/muss.“ „Wirtschaft: Die Grundlage ist auch hier die Bildung und daraus folgt, dass in der Region gute Fachkräfte ausgebildet werden. Für diese Fachkräfte müssen Anreize geschaffen werden, in der Region zu bleiben. Außerdem muss der Kontakt/Austausch mit der Wirtschaft gehalten werden, damit z.B. immer die neuesten Ausbildungsangebote an den Berufsschulzentren zur Verfügung gestellt werden können. D.h. besonders auf neue Ausbildungsberufe muss schnell reagiert werden. Hier werden gerade von der Wirtschaft Impulse gesetzt und diese Anforderungen müssen bedient werden.“ „Wir brauchen die Ganztagsschule nicht nur als Gebäude, sondern wir brauchen in der Zukunft einen Campus. Wenn wir Kerne bilden müssen, dann muss auch "Schule" anders gedacht werden. Nämlich als Campus.“ „Die Hochschule hat großes Potential für die Region und ist somit ein wichtiger gesellschaftlicher Schlüsselfaktor. Es ist jedoch in der Öffentlichkeit bisher zu wenig davon zu spüren.“ „Die Kinder lernen in der Schule fern jeder Kreativität Faktenwissen. Dies hilft nicht im Leben. Wir brauchen einen Unterricht im Dorf, der die Kreativität fördert, Identität erzeugt und mit dem Kinder bildungsfernen Schichten integriert werden können.“ „Sozialkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Zu jeder vernünftigen Lerninitiative gehört wirkliche Bildung, nämlich Menschenbildung, Charakterbildung, Lebensbildung (Erwartungen und Tugenden).“ Handlungsfreiheit und bürgerschaftliches Engagement: Dies sind wichtige Schlüsselfaktoren für die Gestaltung der Zukunft gemeinsam mit der Bevölkerung. Die Einbeziehung der Bürger in politische Entscheidungsprozesse sowie die Transparenz politischer Entscheidungen ist die Voraussetzung für den Gestaltungswillen der Bevölkerung. In Zukunft ist das Gemeinwesen mehr als jemals zuvor auf das ehrenamtliche 36

Strategiebefragungen- Experteninterviews Engagement der Bürger angewiesen- dieses erfordert mehr Anerkennung und Akzeptanz auf allen Ebenen. Beispielhafte Zitate: „Die wachsende Beteiligung aller Altersgruppen an gesellschaftlicher Mitgestaltung und das bürgerliche Engagement, welches ein pulsierendes Gemeinwesen kreiert, sind wichtige Schlüsselfaktoren im Bereich Gesellschaft.“ „Für den Aktionsraum Gesellschaft ist die stärkere Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteure, das Vorantreiben der Partizipation in Form von Bildungskonferenzen und die gemeinsame Bildungsentwicklungsplanung unter Identifikation und Einbeziehung gesellschaftlicher Träger und Multiplikatoren als zweite Kraft neben den gewählten Strukturen der Stadt- und Kreisräte wichtig.“ Identität und Selbstwahrnehmung: Den Landkreis lebenswert zu gestalten - das ist das gemeinsame Ziel. Dafür bedarf es einer regionalen Identität unter Bewahrung der Vielfalt der Traditionen im Landkreis. Die positive Wahrnehmung der eigenen Region und ihrer Lage im Dreiländereck muss zukünftig gestärkt werden. Beispielhafte Zitate: „Eine Stellschraube ist die Entwicklung einer regionalen Identität. Dazu müssen die Medien stärker Positives in den Mittelpunkt stellen. Auch solche Strategien sollten von der Presse mit begleitet werden, da das die Voraussetzung für ein gemeinsames Erleben ist.“ „Eine weitere Stellschraube ist die Gemeinsamkeit. Die Menschen müssen sich als Einwohner einer Region betrachten.“ „Ein Schlüsselfaktor für die Gesellschaft ist die lebenswerte Gestaltung der Region. Die Menschen bleiben nur, wenn sie gern in der Region sind. Dafür muss es genügend attraktive Angebote vom Wohnumfeld über die Kultur bis hin zu allen anderen gesellschaftlichen Komponenten geben. Das betrifft die soziale Versorgung von der Gesundheitsbetreuung bis hin zum Einkaufen.“ „Die Verantwortlichen müssen an der Deutung des IST-Zustandes arbeiten. Uns geht es nicht schlecht, uns geht es gut. Dieses Denken muss verbreitet werden, damit die Menschen auch motiviert werden. Die Wertigkeit muss sich von den harten Faktoren zu den weichen hin ändern.“ 2.2.5.2 Schlüsselfaktoren im Aktionsraum Wirtschaft Welches sind die von den Experten benannten Schlüsselfaktoren bzw. Stellschrauben im Handlungsfeld Wirtschaft? Wo gilt es in Zukunft anzusetzen und in welchen Bereichen sollte mit oberster Priorität gehandelt werden? 37

Jugend / Bildung