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Gesundheitliche Situation der Vorschulkinder - Schuljahr 2009/2010

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Gesundheitliche Situation der Vorschulkinder im Landkreis Görlitz - Schuljahr 2009/ 2010

Kita-Untersuchungen •

Kita-Untersuchungen • Der Anteil der Kita-Kinder zum Untersuchungszeitpunkt, die wegen einer Sprachauffälligkeit oder –störung bereits in Behandlung sind, ist in den letzten Jahren nahezu konstant geblieben. 2009/10 waren es 9,9 %. • Der Anteil der Kinder, die wegen des Screening-Ergebnisses im Befundbereich Sprache eine sogenannte Empfehlung des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes erhalten haben, hat sich merklich erhöht. Eine Empfehlung bedeutet, dass die Eltern (schriftlich) aufgefordert werden, ihr Kind zur weiteren Diagnostik bei ihrem Kinder- oder Hausarzt vorzustellen. • Bei Kindern mit geringfügigen Befunden ist die Aufmerksamkeit der Eltern und Kita- Erzieherinnen zur Verlaufsbeobachtung ausreichend, aber dennoch sehr wichtig. Landkreis Görlitz 60 Anteil der Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen (in %) 50 40 30 20 10 0,7 4,2 7,6 8,3 14,2 11,0 9,0 20,8 12,1 9,5 24,0 11,8 9,7 22,3 8,5 9,5 30,9 10,6 9,9 26,7 geringf. Befund in Behandlung jug.ärztliche Empfehlung/Überweisung 6,7 0 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 Abb. 5: Anteil der untersuchten Kita-Kinder mit Sprachauffälligkeiten nach Befundausprägung Landkreis Görlitz, Untersuchungsjahre 2003/04 bis 2009/10 Seit dem Untersuchungsjahr 2005/06 wird sachsenweit der SSV – Sprachscreening für das Vorschulalter (Kurzform des SETK 3-5) von Grimm angewendet. Dieser Test wurde wissenschaftlich ausgewertet und die Eignung zum Screening von Sprachbefunden für Vorschulkinder wurde nachgewiesen. Von drei Untertests, den der SSV verfügt, sind altersabhängig bei jedem Kind zwei davon durchzuführen. Die Bewertung der Sprachtestergebnisse ermöglicht eine Unterteilung in: 1. Gruppe – Risikokinder mit einer therapiebedürftigen Sprachentwicklungsstörung • die Kinder zeigen Defizite im syntaktischen (Satzbau) und im phonologischen (Lautbildung) Bereich (beide Untertests zeigen auffällige Ergebnisse) • diese Kinder werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Leseprobleme und andere schulische Schwierigkeiten ausbilden 10

Kita-Untersuchungen 2. Gruppe – Verdachtskinder mit Kontrollbedarf • diese Kinder erreichen nur in einem Untertest (im syntaktischen oder phonologischen Bereich) den kritischen Normwert nicht • diese Kinder sollen im weiteren Entwicklungsverlauf verstärkt beobachtet werden - Ermessensentscheidung des Arztes Laut der sachsenweit gültigen Untersuchungs- und Dokumentationsrichtlinien gelten Kinder als sprachauffällig, bei denen im SSV mindestens ein Untertest den kritischen Wert unterschritten hat oder Artikulationsstörungen/Redeflussstörungen trotz unauffälligem Sprachtestergebnis erkennbar sind. Seit dem Untersuchungsjahr 2007/08 wird letzteres sachsenweit unter „sonstige pathologische Sprachbefunde“ dokumentiert (im Landkreis Görlitz erst 2008/09 mit eingeflossen). Landkreis Görlitz 27,5 25,0 Risiko Verdacht Sonstige Anteil der untersuchten Kita-Kinder (in %) 22,5 20,0 17,5 15,0 12,5 10,0 7,5 5,0 26,0 23,3 13,3 21,9 21,1 19,6 13,7 14,8 2,5 0,0 2007/08 2008/09 2009/10 Abb. 6: Anteil der untersuchten Kita-Kinder mit Sprachauffälligkeiten nach „Risiko- (kindern)“, „Verdachts-(kindern)“ und Kindern mit „sonstigen“ Befunden Landkreis Görlitz, Untersuchungsjahre 2007/08 bis 2009/10 Auch wenn im Untersuchungsjahr 2009/2010 ein geringfügiger Rückgang der Befunde insgesamt zu verzeichnen ist, müssen die Ursachen dieses hohen Anteils an Kindern mit Sprachauffälligkeiten hinterfragt werden; z. B. die Qualität bei der Durchführung/Bewertung des Sprachtestes, einheitliche Dokumentation, externe Untersucher, Untersuchungsraten. Seh- und Hörstörungen • Die Überprüfung des Seh- und Hörvermögens erfolgt mit standardisierten Testverfahren, die für das Vorschulalter geeignet sind. • Beim Feststellen des Sehvermögens erfolgt der Einsatz von kindgerechten Sehtafeln (z. B. Lea-Tafel oder Pflügerhakentest). • Beim Test zum Hörvermögen kommen z. B. das OAE-Testsystem oder der Piloten- Hörtest zum Einsatz. 11

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