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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im LK GR - Langf.

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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im Landkreis Görlitz - Langfassung

Nachhaltiges

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz 3. Regionalwirtschaftliche Ausgangsbedingungen im Kontext globaler Megatrends Ausgehend von den Nachhaltigkeitszielen des Bundes und des Freistaates Sachsen erfolgte eine auf der Auswertung amtlicher Statistiken und vorliegender Studien basierende Analyse regionalwirtschaftlicher Ausgangsbedingungen im Kontext globaler Megatrends. Die Analyse wurde dabei in die Themenbereiche • Demografie & Wertewandel, • Energiewende & Ressourcenknappheit, • Tertiarisierung & Freizeitgesellschaft, • Globalisierung & Standortkonkurrenz, • Digitalisierung & Wissensintensivierung sowie • Beschleunigung & Vernetzung gegliedert und mit regionalen Akteuren in einem Workshop sowie in neun einzelnen Expertengesprächen diskutiert. Das Kapitel fasst die hierbei erzielten Ergebnisse in Form einer SWOT zusammen. Dabei werden markante Daten und Kennzahlen herausgestellt. Abbildung 8: Übersicht Megatrends Quelle: Dar. imreg (2019) 3.1 Stärken: Positive Wirtschaftsentwicklung, gewachsene Kompetenzen in Zukunftsfeldern sowie attraktive soziale Infrastruktur Die Entwicklung der Wirtschaftsleistung im Landkreis Görlitz war im langfristigen Vergleich überdurchschnittlich positiv. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner stieg seit 2000 um 62% und damit stärker als im Durchschnitt Sachsens (+57%) oder Deutschlands (+49%) 4 . Ausgangspunkt dessen war eine gute regionale Entwicklung der Industrie. 4 Vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder (2018). 14

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Die Industrieumsätze haben sich seit 2010 um 1,4 Mrd. EUR auf 3,8 Mrd. EUR im Jahr 2017 erhöht. Der damit verbundene Wertschöpfungszuwachs im Verarbeitenden Gewerbe lag mit +39% über dem Wachstum in Sachsen (+34%) und Deutschland (+26%). Die Zahl der Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe erhöhte sich um +10%, womit der Landkreis Görlitz zum oberen Viertel der Kreise mit den höchsten Zuwächsen gehört. Ein Teil des Zuwachses ging auf das Konto von Neuansiedlungen. Im Saldo haben sich in den letzten acht Jahren 16 neue Industriebetriebe im Landkreis angesiedelt, sodass der Landkreis inzwischen 212 Industriebetriebe beheimatet. Die Zahl der tätigen Personen erhöhte sich um 2.900 auf jetzt 18.500 Mitarbeiter (+19%). Aufgrund steigender Durchschnittsverdienste erhöhte sich die regionale Entgeltsumme in der Industrie um fast 200 Mio. EUR auf jetzt insgesamt 609 Mio. EUR pro Jahr. 5 Abbildung 9: Stärken des Landkreises Görlitz Quelle: Statistisches Bundesamt; Statistische Ämter des Bundes und der Länder, AK VGRdL; Statistisches Landesamt Sachsen; BBSR; eig. Ber.; Dar. imreg (2019) Der Wirtschafts- und Industriestandort Görlitz profitiert dabei von gewachsenen regionalen Kompetenzen in Zukunftsfeldern. Mit rund 6.900 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 1,6 Mrd. EUR sind die Investitionsgüterhersteller, worunter vor allem der Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau zählt, der nach Beschäftigten- und Umsatzanteil größte Industriesektor. Im überregionalen Vergleich überdurchschnittlich stark vertreten ist zudem die Konsumgüterindustrie. Im Landkreis ist jeder vierte Industriebeschäftigte in dem Sektor tätig, während es in Sachsen nur 17% sind. 6 Dabei ist der Landkreis ein wachsender Standort für Umweltschutzgüter und -leistungen. Seit 2011 7 haben sich die Umsätze mit Umweltschutzgütern im Landkreis um 40% erhöht, während diese in Sachsen (+7%) und Deutschland (+5%) weit schwächer zulegten. 37 Betriebe mit Umsätzen im Umweltschutzbereich in Höhe von über 237 Mio. EUR sind im Landkreis angesiedelt. Der Schwerpunkt 5 Vgl. ebd. sowie Statistisches Landesamt (2018). 6 Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen (2018a). 7 Werte auf Kreisebene standen erst seit 2011 zur Verfügung. 15

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