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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im LK GR - Langf.

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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im Landkreis Görlitz - Langfassung

Nachhaltiges

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Die Personalgewinnung regionaler Firmen gelingt besser, da sich Akteure der Wirtschaftsförderung und Arbeitsvermittlung intensiv vernetzt haben sowie eine kontinuierliche Berufsorientierung an (Hoch-)Schulen und eine koordinierte, zielgruppenorientierte Vermarktung insbesondere für Rückkehrer und Zuzugswillige stattfindet. Neue Formate vor Ort helfen dabei, den regionalen Mittelstand für gesellschaftliche Trends zu sensibilisieren und hochwertige Weiterbildungsangebote in die Region zu holen bzw. auszubauen. Nachhaltigkeitsmanagement und nachhaltige Systeme sind überregional wahrgenommene regionale Qualifizierungsangebote. Das verbesserte Image der Region färbt auf die Wahrnehmung der Unternehmen ab. Diese unterstützen den Trend, indem sie vermeintliche strukturelle Nachteile aufgrund flacher Hierarchien in moderne, nachhaltige Personalstrategien transferieren können. Dem globalen Investitions- und Standortwettbewerb wird vor Ort proaktiv begegnet, indem branchenseitige Trends und aufkommende Defizite frühzeitig bekannt sind. Wirtschaftsförderung und kommunale Verantwortungsträger setzen sich aber auch auf Landes- und Bundesebene aktiv und spürbar für die Belange der Unternehmen der Region ein und gewährleisten so ein wirtschaftsfreundliches Klima. Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle und wird durch regionale Innovations- und Forschungsprojekte, aber auch durch erfolgreiche Neugründungen in dem Bereich als wertschöpfungs- und zukunftsrelevante Kernkompetenz der Region gesehen. 4.2 Handlungsfelder der regionalen Wirtschaftsförderung im Kontext Ausgehend von den regionalen Ausgangsbedingungen und absehbarer Trends ergeben sich notwendige Handlungsfelder für die regionale Wirtschaftsförderung, welche die oben beschriebenen Leitziele umsetzen sollen. Mit Blick auf die übergeordnete Zielstellung, nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis zu befördern, wurden diese in sechs Bereiche geclustert: 1) Bildung & Personal, 2) Tourismus & Lebensqualität, 3) Innovation & Technologietransfer, 4) Energie- & Ressourceneffizienz, 5) Wirtschaftsförderung & Infrastruktur sowie 6) Kooperation & Regionalmarketing. Im Folgenden soll kurz umrissen werden, welche Handlungsoptionen und -möglichkeiten auf regionaler Ebene innerhalb der Felder grundsätzlich gesehen werden. Die einzelnen Handlungsfelder nehmen dabei trendübergreifende Einflüsse auf und besitzen auch Schnittmengen untereinander. Anregungen hierfür wurden auf Basis vorliegender Studien sowie unter anderem aus der Diskussion eines Good-Practice-Berichtes der Wirtschaftsförderung Erzgebirge (WFE) im Workshop und der Betrachtung einzelner Aktivitäten kommunaler Wirtschaftsförderer außerhalb der Region, wie bspw. den Gemeinden des Zipfelbundes 90 , generiert. 90 Vgl. Zipfelbund (2019). Der Zipfelbund ist der Verbund der vier Kommunen, welche betrachtet nach Himmelsrichtungen in Deutschland die äußerste Randlage einnehmen. 34

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Abbildung 14: Handlungsfelder der regionalen Wirtschaftsförderung im Kontext der SWOT- Ergebnisse Quelle: Dar. imreg (2019) Bildung & Personal Das Handlungsfeld Bildung & Personal ergibt sich einerseits aus der demografischen Entwicklung mit verstärkten Fachkräfteengpässen und andererseits aus den schnelleren Innovationszyklen mit wandelnden Qualifikationsanforderungen. Positiv wirken kann die regionale Wirtschaftsförderung, wenn es ihr gelingt, die Region insbesondere für potentielle Arbeitnehmer attraktiver erscheinen zu lassen. Dies gilt nicht nur für die außerregionale Wahrnehmung, sondern besonders auch für ein positiveres Bild im Inneren bei Schülern, Studenten, angehenden Absolventen sowie Fach- und Führungskräften vor Ort. Imagebildende Maßnahmen können mit anderen Worten wichtige Impulse zur Fachkräftegewinnung und -sicherung vor Ort liefern. In diesem Kontext bietet es sich an Themen wie Nachhaltigkeit, Potenzial für Freiräume, günstige Lebenshaltungskosten sowie mittelständische, familiäre Betriebsstrukturen mit Blick auf sich wandelnde Prioritäten im Arbeitsbereich anzusprechen. Gerade glaubwürdige, nachhaltige Strategien und Leitbilder können diesen Trend zusätzlich befördern. Die regionale Wirtschaftsförderung kann dies dahingehend unterstützen, indem sie Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt, welche Unternehmen quasi im Baukastensystem an ihre Situation angepasst übernehmen können und so für ihr Employer Branding nutzen können. Dabei kann ein erfolgreiches regionales Nachhaltigkeitsmanagement ganzheitlich eine Bindungswirkung vor allem gegenüber jüngeren Mitarbeitern und Fachkräften der Generation Y und X leisten. In eine ähnliche Richtung zielt das Projekt „Karriere und Familie in Sachsen“ der Wirtschaftsförderung Erzgebirge (WFE), deren Aktivitäten im Workshop vorgestellt wurden. In dem Vorhaben sollen bestehende Potenziale der Digitalisierung hervorgehoben werden, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu verbessern. Aktivitäten an dieser Stelle können und sollten dabei mit Instrumenten der Berufs- und Studienorientierung einhergehen. Der Landkreis verfügt aufgrund einiger Neuansiedlungen und einer guten Entwicklung im bestehenden industriellen Mittelstand über Potenziale, die Beschäftigungschancen 35

Jugend / Bildung