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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im LK GR - Langf.

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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im Landkreis Görlitz - Langfassung

Nachhaltiges

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Abbildung 15: Entwicklungsziele und identifizierte Handlungsfelder Quelle: Dar. imreg (2019) 5. Übersicht zu bestehenden Aktivitäten im Bereich Wirtschaftsförderung im Landkreis Görlitz Im Kapitel 4 wurden übergeordnete Entwicklungsziele und Handlungsfelder für den Landkreis diskutiert. Kapitel 5 spiegelt diese nun mit den bereits bestehenden Aktivitäten innerhalb des Landkreises. Zu diesem Zweck wurden die regionalen Akteure, deren Strukturen und die zugehörigen Initiativen betrachtet. Im Ergebnis einer Gegenüberstellung von wünschenswerten und bestehenden Aktivitäten werden im anschließenden Kapitel 6 konkrete Handlungsempfehlungen formuliert. Aufgrund der begrenzten zeitlichen Ressourcen wurde die Akteurserhebung mit Hilfe zweier sich ergänzender Methoden durchgeführt. Erstens wurde eine systematische, internetbasierte Schlagwortsuche umgesetzt, um die Akteure der Region und die Handlungsfelder, in denen diese tätig sind, zu identifizieren. Zusätzlich benannte der Auftraggeber Experten aus der Region, welche zu den Perspektiven der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung des Landkreises Görlitz befragt wurden. Es war möglich Interviews, mit insgesamt neun Experten in einem Zeitraum von November 2018 bis Januar 2019 durchzuführen. Dabei wurden Vertreter aus der öffentlichen Verwaltung, der kommunalen Wirtschaftsförderung, der Hochschullandschaft sowie der Arbeitsverwaltung und Gewerkschaft befragt. Angesichts der begrenzten zeitlichen Ressourcen war es innerhalb des Projektes nicht möglich, die einzelnen Aktivitäten auf Vollständigkeit und Wirkung zu überprüfen. Die Hinweise und beschriebenen Aktivitäten aus diesen Experteninterviews finden sich ebenfalls in der Gesamtbetrachtung der Akteursstruktur wieder. Jeder der identifizierten Aktivitäten wurde anhand dreier Dimensionen bewertet. Erstens findet eine inhaltliche Zuordnung zu einem oder mehreren Handlungsfeldern statt. Zweitens wird beurteilt, ob das Vorhaben zur Erfüllung eines der sechs Entwicklungsziele beiträgt. Drittens wird die Intensität der Aktivität erfasst, wobei der Projektumfang, die Aktualität, die personellen und finanziellen Ressourcen sowie weiteren qualitativen Faktoren ausschlaggebend sind. Insgesamt wurden 140 verschiedene Aktivitäten im Landkreis identifiziert, welche innerhalb des Analyseschemas aufgenommen und bewertet wurden. Die Aktivitäten teilen sich auf 58 verschiedene Akteure, welche unterschiedlich viele Aktivitäten vorweisen. Der folgende Abschnitt fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen. Dazu werden zunächst die Akteure, deren 42

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Strukturen und inhaltlichen Schwerpunkte beschrieben. Anschließend werden die konkreten Maßnahmen erläutert, die aktuell bzw. in der Vergangenheit relevant waren. Jede der Maßnahmen wird dabei einer Schnittstelle zwischen Handlungsfeld und Entwicklungsziel zugeordnet, woraus sich eine Übersichtsmatrix zu allen Aktivitäten im Landkreis ergibt. 5.1 Akteure und bestehende Aktivitäten im Landkreis Kommunale Wirtschaftsförderer Nahezu alle Städte im Landkreis und einzelne Gemeinden (Bsp.: Boxberg O. L., Markersdorf) verfügen über eine eigene Wirtschaftsförderung. Diese sind in der Regel in die kommunale Verwaltung integriert und variieren in Größe und Aktivitäten. So verfügt die Stadt Zittau als eine der größten kommunalen Akteure über ein eigenes Amt zur Wirtschaftsförderung, während bspw. in der Stadt Ostritz lediglich die Bürgermeisterin für diese Belange zuständig ist. Eine Ausnahme bildet dabei die Stadt Görlitz, welche als einzige Gemeinde über eine eigene Tochtergesellschaft für Wirtschaftsförderung, der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, verfügt. Auf Landkreisebene ist vor allem das Amt für Kreisentwicklung als Teil des Landratsamtes Görlitz für die Entwicklung der regionalen Wirtschaft verantwortlich. Neben dem Hauptschwerpunkt bei der Wirtschafts- und Tourismusförderung ist die konzeptionelle Arbeit für die Strategie-, Bildungs- und Kreisentwicklung von grundlegender Bedeutung. In der Funktion als Wirtschaftsförderer betreibt das Landratsamt eine Bandbreite an Projekten, womit es alle Handlungsfelder abdeckt und auch nahezu jedes Ziel berührt. Im Folgenden wird daher nur eine Auswahl von Aktivitäten aufgezählt. Für alle Belange regionaler Unternehmen ist der Unternehmenslotse zuständig. Dieser steht speziell den Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben als zentraler Ansprechpartner in der Kreisverwaltung zur Verfügung. Die Hauptziele sind die Beschleunigung von Verwaltungsverfahren, die Transparenz und Vereinfachung der Zusammenarbeit mit der Behörde, sowie der Kontakt zu Unternehmen als Kundenbetreuung zu jeder Zeit. Unternehmen, Investoren und Existenzgründer brauchen nicht die „Organisationseinheiten des Landratsamtes“ für die Genehmigung zu ergründen. Als Vermittler zwischen Antragsteller und Behörde versucht er den Unternehmern „kurze Wege“ in der Verwaltung zu ermöglichen. Ebenso ist das Landratsamt Träger der „Regionalen Fachkräfteallianz – Landkreis Görlitz“. Darin werden, gemeinsam mit Vertretern aus Kommunen und Land, Kammern und Verbänden sowie Gewerkschaften, Konzepte zur Fachkräftesicherung erarbeitet. Ein weiterer Handlungsschwerpunkt des Landratsamtes ist die Integration ausländischer Fachkräfte in den lokalen Arbeitsmarkt und das Etablieren einer Willkommenskultur für Zugezogene im Landkreis. Dazu wird die Kreisverwaltung u. a. in Form der Messe „Ankommen und Leben im Landkreis Görlitz“ aktiv, welche vor allem Neuzugewanderte aus dem Ausland sowie haupt- und ehrenamtliche Institutionen anspricht. Die Teilnehmer können sich dabei zu den Themen Bildung, Ämter und Behörden, Leben und Wohnen, Freizeit und Vereine sowie Arbeiten und Beruf informieren und vernetzen. Eine nachhaltige Verbesserung der Familienfreundlichkeit und Lebensqualität ist das Ziel der Initiative „GUTER START“. Dabei sollen vor allem für jungen Familien Hilfestellungen gegeben und Beratungsmöglichkeiten etabliert werden, um einen maximalen Kinderschutz zu ermöglichen. Die Schwerpunkte Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden im Rahmen einiger Projekte des Landkreises aufgegriffen. So erhielt dieser bereits 2010 als erster in den neuen Bundesländern den 43

Jugend / Bildung