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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im LK GR - Langf.

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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im Landkreis Görlitz - Langfassung

Nachhaltiges

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Ziel, die Attraktivität der regionalen kulturellen und touristischen Infrastruktur zu verbessern, beobachtet werden. Hier treten vor allem die kommunalen Wirtschaftsförderer mit Entwicklungsprojekten für den Tourismus auf. Im Rahmen der Beobachtung ist außerdem augenscheinlich, dass diverse imagebildende Maßnahmen in Form von Regionalkampagnen zu finden sind, welche teilweise die gleiche Zielgruppe ansprechen und inhaltlich ähnliche Schwerpunkte setzen (vgl. Tabelle 2). Es konnte des Weiteren festgestellt werden, dass die Aktivitäten in den Handlungsfeldern zu Innovation & Technologietransfer sowie Energie- & Ressourceneffizienz vor allem das nachhaltige Wirtschaftswachstum durch Vernetzungstätigkeiten im Forschungsbereich begünstigen und durch Energie- und Umweltinnovationen der Region die Teilnahme an globalen Wachstumsfeldern ermöglichen. Die Bestandsaufnahme hat wenige imagebildende Aktivitäten in diesem Bereich aufzeigen können. Auch die Experteninterviews bestätigen, dass der Landkreis nicht als Forschungs- und Innovationsstandort wahrgenommen wird. Lokale Einrichtungen, einschließlich der Hochschule Zittau/Görlitz, werden demnach nur im begrenzten Umfang mit der Region assoziiert. Hier besteht entsprechender Handlungsbedarf. Eine sehr hohe Anzahl kleiner, unabhängiger Aktivitäten konnten im Handlungsfeld Kooperation & Regionalmarketing festgestellt werden. Es wäre zu prüfen, ob eine Bündelung dieser Aktivitäten eine besser Wahrnehmung und größere Schlagkraft erreichen könnte. Im Handlungsfeld Wirtschaftsförderung & Infrastruktur führen viele Beratungsangebote der Kammern und Verbände sowie die Tätigkeit des Unternehmenslotsen zu einer teils hohen Dichte an Aktivitäten. Zudem werden hier das Gewerbemanagement der Gemeinden bzw. die Bestrebungen zum Ausbau dieser Flächen, weitere vereinzelte Infrastrukturprojekte sowie die Unterstützung von Gründern erfasst. Zwar erfolgen vielfältige Aktivitäten im Landkreis an diesen Stellen, insgesamt ergab sich aber eher ein Bild von kleinteiligen Lösungen und Ansätzen in diesem Feld. 6. Ableitung von Empfehlungen für ein nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz 6.1 Schwerpunkte einer nachhaltig orientierten Wirtschaftsförderung des Landkreises im Kontext bestehender regionaler Strukturen Die Bestandsaufnahme zu regionalen Aktivitäten zur Wirtschaftsförderung im vorangegangenen Kapitel hat ein breites Spektrum an laufenden Maßnahmen und erfolgreichen lokalen Initiativen in den abgeleiteten Handlungsfeldern gezeigt. Auch die Wirtschaftsförderung des Landkreises ist mit den bestehenden Themenschwerpunkten sowie den Service-Stellen der ENO grundsätzlich ziel- und bedarfsorientiert aufgestellt. Insofern bestehen vor Ort potenzialträchtige Strukturen und Aktivitäten, die es mit Blick auf neue Herausforderungen und den Fokus auf nachhaltige, wirtschaftsfördernde Ziele und Maßnahmen in den kommenden Jahren weiter zu heben gilt. Wie kann und sollte sich nachhaltiges Wirtschaften innerhalb der regionalen Wirtschaftsförderung grundsätzlich wiederfinden? Inhaltlich kann zunächst festgestellt werden, dass mit Blick auf die wirtschaftsstrukturellen Gegebenheiten sowie gesellschaftliche und ökonomische Trends der Kontext Nachhaltigkeit glaubhaft für die 50

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Region stehen und Chancen heben könnte. Die reellen und drohenden Risiken durch den frühzeitigeren Braunkohleausstieg, aber auch die Diskussionen um die Zukunft von Industriestandorten, auf welche die regionale Wirtschaftsförderung nur begrenzten Einfluss hat, müssen nachvollziehbar in Potenziale transferiert werden. Der drohenden Verstetigung eines „Verliererimages“ für die Region muss mit anderen Worten proaktiv entgegengewirkt, indem bestehende regionale Kompetenzen auf sich ergebende Chancen ausgerichtet werden. Nachhaltigkeit erscheint dabei als begriffliche Schnittmenge von regionalen Kompetenzen und gesellschaftlichen Postulaten. Daher ist es durchaus erfolgsversprechend, den Kontext Nachhaltigkeit als roten Faden innerhalb neuer oder weiterentwickelter strategischer Maßnahmen erscheinen zu lassen, um so ein zukunftsweisendes Bild für die Region zu zeichnen. Mit Blick auf begrenzte Ressourcen und die vielen vor Ort laufenden Aktivitäten sollte dabei der begriffliche Ursprung von nachhaltigem Handeln im Sinne von Aufrechterhalten sowie langfristig orientiertem, beharrlichen Agieren Leitbild dessen sein. D. h. als erstes, dass klare inhaltliche Schwerpunkte gesetzt und diese auch stringent und mit Blick auf einen kontinuierlichen, langfristigen Ertrag bearbeitet werden. Statt sich mit zu vielen Initiativen und Maßnahmen zu verzetteln, sollten die Ressourcen auf bestimmte Aktivitäten konzentriert und eventuell nach und nach erweitert werden. Zweitens sind regionale Doppelstrukturen weitgehend zu vermeiden oder zumindest in ihrer Ausrichtung dahingehend zu harmonisieren, dass gegenläufige Tendenzen vermieden werden. D. h. nicht, parallel laufende Aktivitäten einzustellen oder unter gemeinsame „Dächer“ zu zwingen. Stattdessen sollte eine Strategie zur Förderung von nachhaltigem Wirtschaften in Landkreis Görlitz vor allem dafür sorgen, bestehende Aktivitäten weiterzuentwickeln sowie deren Akteure und Instrumente zu unterstützen, zu bündeln oder zielgerichtet zu ergänzen. Hierbei sollten auch neue, agile und interaktive Wege in der Vernetzung gegangen werden. Darüber hinaus gilt es natürlich, neue Initiativen dort zu starten, bei denen inhaltlicher Bedarf besteht, wobei auch hier ein vernetztes, kooperatives und arbeitsteiliges Agieren der im Landkreis aktiven Einrichtungen und Institutionen empfehlenswert ist. Welche Funktion sollte die kommunale Wirtschaftsförderung in der Umsetzung nachhaltiger Wirtschaftsförderungsziele einnehmen? Zunächst ist die bestehende duale Struktur in der kommunalen Wirtschaftsförderung zwischen den vor allem strategischen und operativ-verwaltungsorientieren Aufgaben des Amtes für Kreisentwicklung im Landratsamt auf der einen sowie der ENO als Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises auf der anderen Seite zu beachten und in der konzeptionellen Arbeit arbeitsteilig zu nutzen und weiterzuentwickeln. Leitbild für die Arbeit der ENO sollte dabei sein, sich als Dienstleister, Lösungsanbieter und Innovationsgesellschaft für die kommunale Wirtschaftsförderung im Landkreis weiterzuentwickeln. Hauptsächlich sollte dies für die wirtschaftsfördernde Kreisentwicklung geschehen. Darüber hinaus kann die ENO ihre Kompetenzen auch stärker für Dienstleistungen an Unternehmen und andere regionale Akteure öffnen, wenn diese im Einklang mit den strategischen Zielen des Landkreises stehen. Wichtig ist hierbei, einen kooperativen Ansatz zu verfolgen, der auf bestehenden Aktivitäten aufbaut, diese nutzt und gegebenenfalls weiterentwickelt. 51

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