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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im LK GR - Langf.

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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im Landkreis Görlitz - Langfassung

Nachhaltiges

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Empfehlenswert ist die Entwicklung einer App für den Landkreis, welche regionale Nachrichten, Informationen zu Veranstaltungen und Stellenausschreibungen beinhaltet. Deren Reichweitenerhöhung kann durch Vergünstigungen von App-Nutzern bei Eintritten in Kultureinrichtungen und Veranstaltungen oder durch Kooperation mit lokalen Partner erfolgen. Zudem sind weiter geeignete Personen aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Politik als Botschafter des Landkreises zu gewinnen, welche im Rahmen ihrer beruflichen und privaten Tätigkeit proaktiv für den Landkreis werben. Neben Prominenten sind „ganz normale Bürger“ hierfür zu begeistern. Das sollte untersetzt werden durch regelmäßige Presse- und Bloggerreisen, mit dem Ziel, Erfolgsgeschichten im Bereich der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, regionale Forschung, Kultur und des Tourismus in regionalen und überregionalen Medien zu platzieren. Dabei ist ein Merchandising-Logo zu entwickeln, welches regionalen Unternehmen und Einrichtungen ermöglicht, die regionale Identität zu verdeutlichen. Hierfür sollten im ersten Schritt gezielt regionale Produzenten angesprochen und kommunale Unternehmen gewonnen werden. Neben einer stetigen Imagearbeit sind immer wieder neue, innovative und zielgruppenorientierte Veranstaltungsformate zu entwickeln, die es erlauben, in modernen Formaten die Zielgruppen zu erreichen. Konkrete, wertschöpfungsorientierte Innovationsprojekte mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeitsthemen sind von der ENO zu initiieren und gemeinsam mit regionalen Akteuren umzusetzen. Die Bestandsaufnahme zu den regionalen Aktivitäten zeigt in den Feldern Innovation & Technologietransfer sowie Energie- & Ressourceneffizienz Potenziale auf. Dabei sollten Maßnahmen im Fokus liegen, die ein hohes regionales Wertschöpfungs- und Vermarktungspotenzial aufweisen. Beispielsweise kann zusammen mit regionalen Lebensmittelproduzenten, Gastronomen und Hotels eine Dachmarke geschaffen werden, die regionale Wertschöpfungskreisläufe durch die Nutzung regionaler Lebensmittel veranschaulicht. Dabei kann die ENO flankierend eine Liste mit lokalen Produzenten und Nutzern aufstellen und so die Vernetzung der relevanten Akteure verbessern. Zudem sind regionale Forschungs- und Technologienetzwerke zu unterstützen. Aufgabe der ENO läge dabei zunächst in der Vermarktung bestehender Vorhaben, wobei künftig auch eine stärker initiierende Funktion eingenommen werden sollte. So kann die ENO Verbundvorhaben regionaler Unternehmen mit der Hochschule Zittau/Görlitz oder außerregionalen Partnern initiieren und hierbei die Projektkoordination übernehmen. Die Themensetzung sollte dabei durch die Firmen vor Ort erfolgen, wobei eine enge Abstimmung mit Kammern und Verbänden zu empfehlen ist. Auch können innovative Vorhaben in kommunalen Verantwortungsbereichen angeschoben werden, welche einen überregionalen Pilotcharakter einnehmen und gemeinsam mit regionalen Unternehmen umgesetzt werden können. Der Fokus sollte dabei auf Themen liegen, bei denen regional Know-how vorliegt, bspw. bei Ressourcen- und Energieeffizienz oder im Gesundheitswesen. Modellprojekte bieten sich bspw. an bei der regionalen Wasserversorgung, wo es im Zuge der Digitalisierung durch die Ausstattung mit Sensortechnik zu Ressourceneinsparungen kommen kann 94 . Ein weiteres Beispiel sind die Energieversorgungsnetze, die mit Blick auf die Energiewende und Smart Meter-Lösungen pilothaft ertüchtigt werden können. Potentiale bestehen insbesondere bei Stromspeicherlösungen zum Ausgleich von Einspeiseschwankungen, den Ausbau für die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität oder dem Forschungstrend zum Einsatz von Gleichstrom-Lösungen in Mittelspannungsbereichen für 94 GWP 2016 54

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz das Verteilnetz 95 . Ähnliche Möglichkeiten bestehen bei ÖPNV-Lösungen durch den Einsatz autonomer oder besonders ressourcensparender Systeme (Busse oder Straßenbahnen) oder der Umsetzung innovativer, regionaler und überregionaler Mobilitätskonzepte wie bspw. Sharing-Systemen und multimodaler Verkehrsnutzung, welche die Attraktivität des Landkreises als Unternehmensstandort steigern. In diesem Kontext sollte auf die Erkenntnisse bisheriger Projekte (bspw. MOVER) zurückgegriffen werden. Wichtig ist dabei, im Sinne einer regionalen Wirtschaftsförderung erstens von Beginn an den regionalen Mehrwert zu veranschaulichen und interessierten Firmen des Landkreises die Möglichkeit zur Gestaltung und Partizipation der Projekte zu geben. Dabei sollten Förderinitiativen der Bundesministerien (v. a. Bundesforschungsministerium bspw. WIR) im Blick gehalten und die Vorhaben über Vermarktungsinitiativen auch publik gemacht werden. Die ENO würde hierbei die Funktion des Koordinators und Vermarkters sowie durch Akquise von Fördermitteln auch die des Enablers einnehmen können. In dem Zusammenhang ist die Stärkung der Innovationsinfrastruktur vor Ort voranzubringen. Schwerpunkte sollten die Schaffung einer hochleistungsfähigen Infrastruktur für Neugründungen und innovative Firmen in Form eines Hubs sein, der sich auf energie- und umwelttechnische Geschäftsmodelle konzentriert und bei dem eine enge Kooperation mit großen Energie-, Versorgungs- und Industrieunternehmen, der kommunalen Verwaltung sowie der Hochschule Zittau/Görlitz und den bestehenden Forschungseinrichtungen angestrebt wird. Orientiert werden kann sich dabei an der Digital Hub-Offensive des Bundeswirtschaftsministeriums 96 . Im Rahmen dieser Initiative können Konzepte entwickelt werden, wie regionale und kommunale Daten im Sinne von Open Data datenrechtskonform für Entwicklungsvorhaben zur Verfügung gestellt und für innovative Geschäftsmodelle genutzt werden können. Dabei sollten die passenden Veranstaltungskonzepte bspw. „Wirtschaft trifft Wirtschaft“ und neuen Formaten wie „Wirtschaft trifft Absolventen“, „Wissenschaftler im Mittelstand“ (Vernetzungstouren von Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter, Absolventen aus Dresdner Hochschulen und Forschungseinrichtungen und der HS Zittau/Görlitz in regionalen Firmen) in die Aktivitäten innerhalb des Hubs integriert werden. Parallel kann eine schwerpunktmäßige Vermarktung des Hubs und der angeschobenen Projekte unter „MeinZuhause“, „UnbezahlbarLand“, „Gute Geschichten“ und „Nach?Halt!Dich….brauchen wir hier“ durchgeführt werden. Des Weiteren kann die ENO auch eine Erweiterung öffentlicher Forschungsinfrastrukturen im Landkreis unterstützen, indem sie Bedarfe identifiziert und bei der Bewerbung um neue Standorte aktiv mitwirkt. Beispielsweise bietet sich der Landkreis als Standort für ein Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 97 mit grenzüberschreitendem Charakter und speziellem Fokus auf Nachhaltige Systeme an, welches bspw. an die regionale Hochschule angeschlossen werden kann. Hierdurch könnte auch das o. g. Hub infrastrukturell und organisatorisch gestärkt werden. Drittens wurden über das auf die Region Zittau konzentrierte Format „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ hinaus nur wenig Initiativen vor Ort festgestellt, welche auf eine Verbesserung des regionalen Technologietransfers abzielen. Hier sollte die ENO zum einen vermarktend tätig werden, indem das Format stärker beworben wird und eine größere, auch überregionale Strahlkraft erhält. Des Weiteren sollte die ENO bestehende Formate 95 Elektroniknet (2018) 96 BMWi 2019a 97 BMWi 2019b 55

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