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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im LK GR - Langf.

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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im Landkreis Görlitz - Langfassung

Nachhaltiges

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz weiterentwickeln, um die Vernetzung zwischen Start-ups und Mittelständlern auf der einen Seite sowie Forschungseinrichtungen, Wissenschaftlern und Absolventen (auch mit einem überregionalen Fokus) zu befördern. Im Bereich wirtschaftsfördernder Aktivitäten wurde von Seiten der Unternehmen die Unterstützung durch Informationen zu Förderangeboten als wünschenswert erachtet. Im Rahmen der Bestandsaufnahme konnte eine Reihe von Akteuren eruiert werden, die vor allem mit grundlegenden Informations- und Beratungsangeboten zu bestehenden Förderprogrammen aktiv sind. Insofern kann sich hier die Aufgabe der ENO auf Verlinkung und Vermarktung laufender regionaler Angebote konzentrieren. Stattdessen sind die Kompetenzen dahingehend zu bündeln, konkrete, komplexere Projekte vor Ort durch spezielle Fördermittelakquise zu ermöglichen. Dies gilt zum einen für Eigenprojekte, zum anderen aber auch bei Technologievorhaben von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die auf einen neutralen Koordinator angewiesen sind. Ein weiteres Modellvorhaben in dem Bereich sollte die Digitalisierung von Anträgen und Verwaltungsabläufen mit dem Ziel weitgehend papierloser, digitaler Verfahren sein. Die ENO sollte bspw. Good-Practice-Austausche mit den Modellkommunen E-Government 98 und Open Government 99 initiieren und im Nachgang Finanzierungs- und Umsetzungsmöglichkeiten eruieren. Dies ist gerade auch ein wirtschaftsförderndes Thema, zumal die Wirtschafts- und Investorenfreundlichkeit der kommunalen öffentlichen Verwaltung sowohl von Unternehmens- als auch Arbeitnehmerseite in den Expertengesprächen als verbesserungswürdig bewertet wurde. Entsprechende Initiativen vor Ort wurden nicht festgestellt. Daher sollte gemeinsam mit dem Landratsamt hierzu eine kritische Bestandsaufnahme erfolgen. Empfehlenswert sind hier zusätzliche Sensibilisierungsveranstaltungen für Mitarbeiter der kommunalen Verwaltung bis hin zu Workshops mit Firmen oder Firmenvertretern in der Verwaltung oder in regionalen Unternehmen, bei der anhand der Betroffenen der Bedarf geschildert und gemeinsam nach Vereinfachungen oder optimierten Kommunikationswegen gesucht wird. Eine wichtige Maßnahme in dem Kontext stellt die Erstellung eines digitalen Gewerbeflächen- und Gewerbeimmobilienatlas zu bestehenden Angeboten im Landkreis mit interaktiver Karten und Suchfunktionen und einer Vermarktung regionaler Stärken dar. Anlehnung kann hierbei an das bestehende Angebot der Wirtschaftsförderung Sachsen genommen werden. Auch sind Verlinkungen zur WFS und städtischen Angeboten zu sichern. Als Instrument der Investorenakquise sollte diese Funktion aber innerhalb der kommunalen Wirtschaftsförderung liegen und sich in Funktionalität und Aufbereitung von anderen bestehenden Angeboten positiv abheben. Die ENO sollte dabei als Initiator und Träger der Maßnahmen agieren. Daneben ist im Landkreis weiterhin auf eine Optimierung der infrastrukturellen Rahmenbedingungen hinzuwirken. Die ENO kann dabei Akteure vor Ort vernetzen und den Landkreis bei der politischen Arbeit unterstützen, indem Bedarfsanalysen erstellt sowie regionalübergreifende Veranstaltungen mit politisch Verantwortlichen sowie strukturprägenden Unternehmen und Unternehmensvertretern, Gewerkschaften und anderen Stakeholdern organisiert und diese Aktivitäten entsprechend vermarktet werden. Schwerpunkte sollten dabei die Weiterentwicklung von bestehenden und die 98 BMI 2019a 99 BMI 2019b 56

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz ausreichende Erschließung von neuen, hochwertigen Gewerbeflächen, die verkehrsseitige Vernetzung von Gewerbegebieten (untereinander, mit Wohngebieten und Infrastrukturknoten) sowie der durchgehende Ausbau der B178n nach Zittau und die Anbindung von Görlitz an den Schienenfernverkehr durch Elektrifizierung der Strecken nach Dresden und Cottbus (inkl. des besseren Anschlusses von Zittau) sein. Auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur muss im Landkreis beschleunigt werden. Nachdem die förderpolitischen Weichenstellungen getroffen wurden, geht es auf regionaler Ebene vor allem darum, die für den Ausbau verantwortlichen Telekommunikationsunternehmen zur Erschließung bestehender Lücken zu bewegen bzw. alternative Betreiberlösungen zu entwickeln. Die Bündelung entsprechender Kompetenzen in der ENO böte die Chance, wirtschaftsorientierte Lösungen zu entwickeln und deren Umsetzung voranzutreiben. Außerdem könnten Dienstleistungen für Unternehmen, Kommunen und Einrichtungen angeboten werden, diese direkt bei konkreten Erschließungsvorhaben fachgerecht zu beraten und zu begleiten. Mit Blick auf die anstehenden technologischen Trends (FTTH, 5G) wird dieses Thema absehbar weiterhin aktuell und standortrelevant bleiben. Weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der kommunalen Wirtschaftsförderung sollte die strategische Unterstützung der Personalgewinnung bilden. Dies ist eng gekoppelt mit Maßnahmen zur Imagebildung. Wie auch hier geht es angesichts der bereits bestehenden Fülle an Aktivitäten vor Ort eher um koordinierende und vor allem vermarktende Unterstützung. Dies gilt insbesondere für das bestehende Stellenportal sowie die im Zittauer Raum erfolgreich laufenden Rückkehrer- und Pendlermaßnahmen. Initiativen müssen von Seiten ENO dort ergriffen werden, wo es derzeit noch Lücken gibt. Diese bestehen im Ergebnis der Bestandsaufnahme und der Expertengespräche über die bisherigen, meist projekthaften Maßnahmen hinaus in einem verstetigten, nachhaltigen Austausch von Schülern, Studenten und angehenden Absolventen mit regionalen Unternehmen. Dabei sollten die laufenden Aktivitäten gezielt untersetzt und ergänzt werden. Möglich erscheint bspw. die Erweiterung des erfolgreichen Formats „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ hin zu „Wirtschaft trifft Studenten und/oder Absolventen“ sowie eine gesonderte Platzierung von Praktika, Ferienjobs und Abschlussarbeiten auf dem Stellenportal der Lausitz Matrix e. V. Zudem ist mit Blick auf das sich verändernde Arbeitsumfeld auch das regionale Angebot an Weiterbildungen für Arbeitnehmer und mittelständische Firmen durch ENO zu beobachten, insbesondere was Themen zur Digitalisierung sowie Personal- und Nachhaltigkeitsmanagement betrifft. Das Feld wird derzeit vor allem von Kammern und Verbänden abgedeckt. Die Expertengespräche sahen hierin momentan keinen größeren regionalen Bedarf, sodass Initiativen an der Stelle zunächst eine geringere Priorität haben. Neben den genannten strategischen, auf die Verbesserung von Rahmenbedingungen ausgerichteten Maßnahmen, sollte die ENO angesichts der bestehenden Wirtschaftsstrukturen auch konkrete Angebote zur Unterstützung vor allem von mittelständischen Unternehmen, Investoren und Neugründungen entwickeln und sich quasi als regionaler Dienstleister für wirtschaftsfördernde Themen positionieren. Möglichkeiten hierfür wurden im Rahmen der Bestandsaufnahme bei Angeboten für regionale Firmen zur Durchführung von Schulpartnerschaften eruiert. Beispielsweise können alters- 57

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