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Handreichung - Feste und Traditionen in PL & D

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8.

8. Hintergrundinformationen zur Landeskunde: Wie feiert man Ostern in Polen? In Polen wie auch in Deutschland ist Ostern ein Fest mit christlichem Hintergrund. An Ostern wird die Auferstehung Jesu gefeiert und gleichzeitig ist es das Ende der sechswöchigen Fastenzeit. Am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, wird der Einzug Jesu in die Stadt Jerusalem gefeiert. Ebenso beginnt mit Palmsonntag die Karwoche (eine Woche vor Ostern). Osterpalmen werden in Polen für den Palmsonntag vorbereitet, schmücken aber die ganze Osterzeit das Haus. Meist werden die Zweige bei einem Bild eines Heiligen aufgehängt, in die Vase gestellt oder an die Wand gehängt. Die Zweige sollen Gesundheit, Glück, Reichtum und Wohlergehen für die ganze Familie bringen. Die Osterpalmen bestehen aus getrocknetem Getreide, Gras oder Krepppapier- bzw. echten Blumen. Diese Zweige werden am Palmsonntag in der Messe gesegnet. Auch Ostereier werden in Polen bemalt. So werden ausgeblasene oder gekochte Eier bemalt, dazu gibt es verschiedene Techniken. Die Eier können erst gefärbt werden, zum Beispiel in Rotkraut- oder Zwiebelschalen (vgl. 35). Danach werden mit einem Messer verschiedene Muster hineingeritzt. Eine andere Technik besteht darin, das flüssige Wachs auf die Eierschale mit einer Nadel aufzutragen. Danach wird das Ei in Farbe eingetaucht – da, wo Wachs ist, nimmt das Ei die Farbe nicht an. Auch das Anmalen mit bunter Farbe und einem dünnen Pinsel ist weit verbreitet. Aber es gibt auch noch andere Techniken, wie Eier bestricken oder traditionelle Volksbilder auf die Eier malen. In Polen gab es aber keinen Brauch die Eier an Zweige zu hängen. Sie werden eher in Körbchen oder auf einen Teller gelegt. Seit ein paar Jahren werden zu Ostern Osterkränze aufgehängt oder auch Osterhasen als Tischschmuck verwendet. Diese Neuerungen kamen aus dem Westen. Auch der Brauch ein Osternest zu suchen, kommt allmählich nach Polen, gehört aber nicht zu den traditionellen polnischen Osterbräuchen. Am Karsamstag werden die Osterkörbchen vorbereitet und in der Kirche gesegnet (die geweihten Speisen nennt man „święconka“). Unbedingt müssen sich in dem Körbchen befinden: ein Lämmchen aus Kuchenteig oder Schokolade als Symbol für die Auferstehung Jesu, Eier als Zeichen für erneuerndes Leben, Brot für den Jesusleib, verschiedene Wurstwaren für Wohlergehen, Fruchtbarkeit und Gesundheit. Salz als Symbol für die Selbstsäuberung und Meerrettich für die Stärke und Kraft. Das Körbchen wird mit einem weißen Tuch ausgelegt und mit frischen grünen Pflanzen geschmückt. Die gesegneten Speisen kommen dann am Ostersonntag auf den Tisch zum Frühstück. Das Frühstück beginnt mit diesen geweihten Speisen. Jeder sollte ein Stück von jeder Speise essen. Erst danach werden andere Speisen gegessen. Vor Jahren gab es auch einen Brauch wie bei uns, das „Betteln“ an Gründonnerstag. Es hieß „chodzenie z kogutkiem“ – „mit dem Hahn spazieren gehen“. Die Kinder liefen von Haus zu Haus mit einem Hähnchen aus Holz und sammelten Eier oder Geld für Ostern. Heute ist der Brauch fast nicht mehr bekannt. Nur in wenigen kleinen Orten besuchen die Kinder singend mit einem gebastelten bunten Hahn die Häuser und sammeln dabei Eier und Süßigkeiten. Der Hahn steht hier als Fruchtbarkeitssymbol. Die polnische Küche zu Ostern spielt natürlich auch eine große Rolle. Das Essen besteht aus traditionellen Osterspeisen und Gebäck. In Polen wird am Karfreitag und Samstag kein Fleisch gegessen, da noch Fastenzeit ist und die Feiertage erst am Sonntag beginnen. Der Ostersonntag beginnt überall mit einem festlichen Frühstück. Sogar eine besondere Suppe (żurek) kommt auf den Tisch. Diese Suppe wird mit gekochten Eiern, weißer Wurst und Brot gegessen. Außerdem kommen noch Eier mit Meerrettich, Rote Bete mit Meerrettich, Salate, Wurstwaren, Braten und Gebäck auf den Tisch. Ein typisch polnisches Ostergebäck ist mazurek (knuspriger Kuchen) (vgl. 37). Dieser wird mit einer Creme bestrichen und von oben österlich dekoriert. Ein weiterer Brauch ist der „gespritzte Montag“ – Śmigus Dyngus oder Lany Poniedziałek (vgl. 38). Am Ostermontag bespritzen sich die Menschen mit Wasser. Es soll ihnen Glück bringen und jungen Frauen und Männern auch die Liebe. Meist wird mit kleinen gefüllten Plastikeiern gespritzt, die Kinder benutzen aber auch Wasserpistolen oder Eimer. 9. Anlagen: • Ausmalbild „Osterkörbchen“ (gezeichnet von Małgorzata Bartecka). Groß für Klein – Duzi dla małych strona /Seite 121

strona/Seite 122 Święta i tradycje w Polsce i w Niemczech / Feste und Traditionen in Polen und Deutschland

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