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Der Ausbildungsatlas für den Landkreis Görlitz DEINE ZUKUNFT IM #UNBEZAHLBARLAND

Das Einpassen von

Das Einpassen von Fenstern gehört ebensozu den Aufgaben eines Dachdeckers wiedas millimetergenaue Anbringen vonDachziegeln.Damit das Farbmuster später stimmt, musser genau nach Plan arbeiten.Berufsbild DachdeckerMaximilian Frankenstein (l.) und Richard Böhm lernen den Beruf des Dachdeckers.Wenn das Wetter schlecht ist, verfeinern Sie an einem Modell ihre Fertigkeiten.Foto: Handwerkskammer DresdenBerufsbild Fliesen-, Platten- und MosaiklegerPräzision, stilsichere Gestaltung und ein bisschen Mathe – diese Mischungmacht das Fliesenlegen für Azubi Nils Schubert so reizvoll.Foto: Handwerkskammer Dresden/Werbeagentur HaasBESTE AUSSICHTEN IM HANDWERKALLES FÜGT SICHKlar – schwindelfrei müssen Dachdeckersein. Wenn sie hoch oben stehen und Ziegelin der Hand halten, ist Gleichgewichtssinngefragt. Doch für Maximilian Frankensteinund Richard Böhm ist die Höhe kein Problem.Die beiden Dachdecker-Azubis freuensich darauf, immer wieder ihre Arbeitsplätzehoch oben einzunehmen. „Für mich istder Dachdecker-Beruf fast so schön wie Urlaub“,sagt Richard Böhm lachend und fügtscherzhaft hinzu. „Im Ernst: Ich bin draußenan der frischen Luft, die Sonne bräunt dieHaut, ich kriege Muskeln, muss nicht insFitnessstudio und komme auch noch in derRegion herum. Besser geht es nicht.“Dabei steckt natürlich jede Menge Arbeitim Dachdecker-Handwerk. Dachdecker sorgennicht nur für dichte Dächer, sie sorgenauch für die richtige Wärmedämmung, siebringen Solaranlagen hoch oben an, bauenFenster ein und legen bei Bedarf auch eineDachbegrünung an. „Unser Beruf ist wirklichvielseitig. Und auch schon im erstenLehrjahr sind wir mit auf den Baustellen,um zu helfen“, hebt Maximilian Frankensteinhervor.Maximilian und Richard erlernen ihr Handwerkbei der Löbauer Dachdecker & KlempnerGmbH. Das Unternehmen, das seit dreiJahren von Dachdeckermeister Ronny Seibtgeführt wird, war zum Beispiel auf der GörlitzerStadthalle und an der neuen Zweifeldsporthallein der Neiße-Stadt im Einsatz.„Mit unseren 21 Mitarbeitern, davonderzeit drei Azubis, sind wir neben vielenNeubauten auch immer wieder auf älteren,stadtbekannten Gebäuden zu finden. Dasist natürlich immer wieder eine schöneHerausforderung“, sagt Ronny Seibt. „Außerdemist es besonders schön, wenn mandann nachher einmal an solch einem Hausvorbeifährt und sagen kann, daran habe ichmitgearbeitet“, ergänzt Maximilian Frankenstein.Der 17-jährige Ruppersdorfer hatte nachseinem Hauptschulabschluss und einemBerufsvorbereitungsjahr ein Praktikum beider Löbauer Dachdecker & Klempner GmbHabsolviert und in diesen 14 Tagen sein Talentfür das Handwerk gezeigt. „Ich glaube,um ein guter Dachdecker zu sein, brauchtman neben handwerklichem Geschick undKöpfchen auch ein bisschen Freude an derBeschäftigung mit verschiedenen Materialien.Dachdecker müssen mit Natursteinenebenso umgehen wie mit chemischen Materialien“,erläutert der Oberlausitzer. UndRichard Böhm ergänzt: „Klar ist es auch malkörperlich anstrengend, aber im Team hilftman sich.“Ihr Handwerk erlernen Maximilian und Richardinnerhalb von drei Jahren. Neben vielPraxis erhalten sie natürlich auch die theoretischenGrundlagen für ihren Beruf. Diesgeschieht zum einen in der Berufsschulein Görlitz, zum anderen auch im Landesbildungszentrumdes Sächsischen Dachdeckerhandwerksim erzgebirgischen BadSchlema.„Mal muss man etwas schweißen, mal fliegeneinem beim Sägen die Holzspäne insGesicht, mal gestaltet man eine Fassade,mal passt man ein Dachfenster zentimetergenauein“, beschreibt Richard Böhm seineLeidenschaft für das Dachdecker-Handwerk.„Es ist einfach die Abwechslung indiesem Handwerk, die mich fasziniert“, soder 23-jährige Löbauer.INFORMATIONKontakt: Bauhandwerksinnung Görlitz-Niesky-WeißwasserGörlitz-Niesky-WeißwasserNeuländer Straße 29 | 01129 DresdenAnsprechpartner: Jürgen Richter(Handwerkskammer Dresden)T: 0351 / 46 40 978juergen.richter@hwk-dresden.deGekonnt trägt Nils Schubert Klebmasse mitseiner Zahnkelle auf, legt die Platte vorsichtigzurecht, prüft genau Höhe und Fugenbreiteund drückt die Fliese erst dann leicht an.Es folgt ein kurzer Blick auf seinen Plan, obdas Muster stimmt. Und schon nimmt er dienächste Fliese zur Hand. „Als Fliesenlegermuss man sich Zeit lassen, präzise arbeitenund alles gleich säubern. Denn die Fliesensind das, was der Kunde am Ende sieht“, sagtder Auszubildende zum Fliesen-, Platten- undMosaikleger. Der 17-Jährige hat ein Händchenfür sein Gewerk. Darüber freut sich auchdas Team des Fliesenverlegebetriebs PatrickTschotow in Oderwitz. In dem 2015 gegründetenUnternehmen mit 14 Mitarbeiternmacht Nils gerade seine Ausbildung.Gemeinsam mit seinen Kollegen ist er aufBaustellen in der Region unterwegs – sie sanierenund gestalten Bäder und Fußböden.Ab und zu gibt es zudem Großprojekte wieein Therapiezentrum mit Schwimmbad odereine Schule mit Duschanlagen, Toiletten undeiner Großküche. Was genau macht Nils aberbei diesen Projekten? „Ich schneide mir Plattenpassgenau zurecht, verlege FußbodenundWandfliesen, mache Aussparungen anden Kacheln, lerne richtiges Abdichten vonBädern und Nassbereichen und verfuge“, sagtder 17-Jährige. Fliesenschneider, Zollstock,Stifte, Kleber- und Wassereimer, Schwammund Trennschleifer sowie eine ganze Reihevon Kellen sind dabei treue Begleiter desHandwerkers. Doch Fliesenlegen ist nichtnur Hand-, sondern auch Kopfarbeit: etwa,wenn es um die Berechnung von Flächen,Materialmengen oder die Aufteilung des Bodensgeht. Außerdem muss Nils Schubert dieEigenschaften unterschiedlicher Fliesenartenkennen – wie den Unterschied zwischenleichtem Steinzeug für die Wand und härtergebrannten, robusten Steingutfliesen für denFußboden. Die Grundlagen für solches Wissenerhält Nils an der Berufsschule in Löbauund am überbetrieblichen Ausbildungszentrumin Bautzen. Hier stehen außerdem Themenwie Arbeitsschutz, Materialkunde, Bauchemieund unterschiedliche Verlegemusterauf dem Plan.Gern hat Nils an seinem Handwerk vor allemdas akkurate Arbeiten, die Berechenbarkeitund wie sich am Ende alles zusammenfügt.„Der schönste Moment ist für mich immer,wenn ich sehe: Ja, da hab ich wieder wasgeschafft; ist gut geworden“, berichtet derAzubi.Vom Arbeitseifer von Nils ist auch sein AusbilderSilvio Appelt begeistert: „Er hat Interesseam Handwerklichen, hört zu, begreift schnellund arbeitet gern eigenständig. Solche Leutebrauchen wir.“ Doch was sollte sie mitbringen,die nächste Generation an Fliesenlegern? „Siesollte einen Blick für Gestaltung und ansprechendeOptik haben, rechnen können und sichnicht davor scheuen, auch mal schmutzig zuwerden. Schließlich rühren wir an, wir flexenund bohren – da spritzt es, kleckert undstaubt“, so der Handwerksmeister.Ein wichtiges Thema für den jungen Fliesenleger-Azubiist auch die Fitness. „Ichverbringe oft viele Stunden auf den Knien,muss mich manchmal in schwierige Eckenquetschen oder Fliesenpakete und Klebersäcketragen. Deshalb halte ich mich fit, stehebei der Arbeit regelmäßig auf und versucherichtig zu heben und zu tragen“, so der 17-Jährige. Für seine berufliche Zukunft hat Nilsauch schon einen Plan: Er möchte als GeselleErfahrung sammeln und später unbedingtseinen Meister machen. Danach kann er sichzum Beispiel ein Studium zum Bauingenieurvorstellen.INFORMATIONAnsprechpartner: Ingolf Radecke(Handwerkskammer Dresden)T: 0351 / 46 40 946ingolf.radecke@hwk-dresden.de8 Berufsbilder aus dem Handwerk | HandwerksspecialHandwerksspecial | Berufsbilder aus dem Handwerk9

Jugend / Bildung

Strategie / Planung