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Berufsbild KlempnerPaul

Berufsbild KlempnerPaul Hanusch liebt es, mit Metall zu arbeiten, viel an der frischen Luft zu sein und kräftig zupacken zu können.Da ist der Beruf des Klempners genau der richtige für ihn.Foto: Handwerkskammer Dresden/Werbeagentur HaasBerufsbild Mechatroniker für KlimatechnikMit technischem und handwerklichem Know-how findet sich Manuel Dettner in komplexen Plänen zurecht.Foto: Handwerkskammer DresdenHANDWERKER OHNE HÖHENANGSTHERR DER TEMPERATURENPaul Hanusch steht in der Werkstatt undbringt gerade konzentriert ein Stück Blech inForm. „Wir stellen hier viele Bauteile selbsther. Ist alles vorbereitet, dann geht es rausauf die Baustelle. Dort folgt der Feinschliffund der Einbau“, erklärt der Klempner-Azubiim zweiten Lehrjahr. Der 19-Jährige machtseine Lehre bei der G.M.V. Dachbau GmbH inMelaune, einem Ortsteil von Vierkirchen. Hierarbeitet er als einer von fünf Lehrlingen in einemTeam aus Zimmermännern, Dachdeckernund eben Klempnern. Das Interesse an seinerArbeit wurde durch seinen Vater geweckt.Denn Matthias Hanusch arbeitet ebenfalls alsKlempner in der Firma. Nach Ferienarbeitenwar dem Sohn klar, er würde in die Fußstapfenseines Vaters treten. „Was ich an meinemHandwerk mag, ist die Vielseitigkeit: Wir sindständig auf Achse, viel an der frischen Luftund haben immer eine schöne Aussicht. Außerdemist jedes Haus anders. Ich baue alsonicht immer nur eine Art von Fensterbank,sondern alles ganz speziell für das jeweiligeGebäude“, erzählt der werdende Klempner.Dass Paul Hanusch die Arbeit Spaß macht,freut auch seinen Chef, Martin Gläser: „Daliegt auf jeden Fall ein bisschen Metall mitin den Genen – man merkt, dass Paul gerndraußen und mit seinen Händen arbeitet.“ AlsKlempner-Azubi muss der 19-Jährige nichtnur fingerfertig, körperlich fit, wetterfest undschwindelfrei sein, er muss auch Mal um dieEcke denken können. „Zu meiner Ausbildunggehören auch technisches Zeichnen und Abwickeln.Beim Abwickeln muss ich ein Bauteilin Gedanken und rechnerisch auseinandernehmen.Habe ich beispielsweise einenMetallwürfel, muss ich wissen, wie der alsflaches Blech aussieht. Erst dann kann ich ihnnachbauen“, erklärt der Azubi.Neben diesen theoretischen Fähigkeiten lerntder junge Klempner vor allem praktischeFertigkeiten wie Löten, Falzen, Treiben oderKanten. Hinzu kommt der Umgang mit Werkzeugen,Maschinen und den verschiedenenMetallsorten. Beim Einbau vor Ort werden dieselbst konstruierten Dachrinnen, Traufen oderEinfassungen schließlich fest angebracht.Neben der gewissenhaften Arbeit ist auchSicherheit ein wichtiges Thema: DutzendeMeter über dem Boden geht es einfach nichtohne Helm, rutschfeste Spezialschuhe undmanchmal auch nicht ohne Gurt und Sicherungsleine.Oft steigt der Klempner auch zurReparatur und Restaurierung auf alte Dächer.Dabei ist es egal, ob es sich um ein Einfamilienhaus,ein Hotel, eine Lagerhalle oder eineKirche handelt. „Das alles zu lernen, brauchtZeit, klar. Aber ich kann viel üben, lernen undimmer besser werden. Außerdem habe ich erfahreneKollegen, die mir zeigen können, wieetwas geht“, sagt der Klempner-Lehrling.Gesellen seien in diesem seltenen Beruf heutzutagegar nicht mehr so leicht zu finden, bedauertG.M.V-Geschäftsführer Martin Gläser.„Wir wollen und müssen uns guten Nachwuchsselbst heranziehen, um die Zukunft unsererFirma gestalten zu können“, sagt Pauls Chefund fügt hinzu: „Dabei geht es nicht nur umpraktische Fertigkeiten, sondern auch darum,Werte wie Fleiß, Pünktlichkeit und Disziplinzu vermitteln. Wir arbeiten schließlich immerim Team, da muss sich jeder auf den anderenverlassen können.“ Als guter Teamplayer hatPaul beste Chancen nach der 3,5-jährigenAusbildung übernommen zu werden. Als Gesellemöchte er dann erst einmal arbeiten undErfahrungen sammeln. Mit einer abgeschlossenenAusbildung würden sich ihm weitereKarrieremöglichkeiten öffnen. So könnte erbeispielsweise seinen Meister oder Vorarbeitermachen, selbstständig werden oder eineAusbildung zum Techniker absolvieren.INFORMATIONAnsprechpartner: Jürgen Richter(Handwerkskammer Dresden)T: 0351 / 46 40 978juergen.richter@hwk-dresden.deIns Schwitzen bringt Manuel Dettner soleicht nichts. Denn als angehender Mechatronikerfür Klimatechnik kennt sich der20-Jährige aus mit Kälte- und Klimaanlagen.Der Löbauer kümmert sich um alles,was mit Kühlen zu tun hat.„Die Bäckerei und die Fleischerei benötigenebenso Kühlanlagen wie ein großerIndustriebetrieb und auch in den Bürosmuss die Klimaanlage immer richtig funktionieren“,beschreibt Manuel Dettner seinbreites Aufgabenspektrum. Mechatronikerfür Kältetechnik sind die Herren der Temperaturen.Sie beraten, planen, montierenund warten Kältesysteme sowohl für Firmenalso auch für Privatleute. Dabei wirdihr Aufgabenfeld immer größer. Währendsich Klimatechniker früher vor allem umKälte- und Klimaanlagen kümmerten, diezur Frischhaltung von Nahrung dienten,sind sie heute auch für große Firmen in derIndustrie, der Forschung und der Medizinunentbehrlich. Dank ihres Know-hows undim Zusammenspiel mit anderen Expertenherrschen staubfreie Bedingungen bei derComputerchip-Produktion, sind Operationssälein Krankenhäusern keimfrei undkönnen in Gebäuden große Mengen Energieeingespart werden. Mechatroniker fürKältetechnik übernehmen Verantwortungfür Klima und Umwelt.„Das Schöne an meinem Beruf ist die Vielseitigkeit“,erläutert Manuel Dettner. „Es isteinfach alles dabei. Man muss viele individuelleLösungen für die Kunden finden undviel technisches Verständnis mitbringen“,beschreibt der 20-Jährige, der in Löbauseinen Hauptschulabschluss gemacht hatund heute bei der Erbes Kälte GmbH inRadeberg im dritten Lehrjahr lernt. „Nacheinem Praktikum habe ich gewusst, dassder Beruf genau das richtige für mich ist.Man weiß, was man am Ende eines Tagesgemacht hat.“Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildungzum Mechatroniker für Kältetechnik insgesamt.„Meine Berufsschule liegt in Reichenbachim Vogtland, es gibt aber aucheine weitere in Berlin“, berichtet ManuelDettner. Etwa alle zwei Monate ist er fürzwei bis drei Wochen in der Berufsschule.„Man sollte etwas technisches Verständnismitbringen und auch ein wenig von Mathe,Chemie und Physik verstehen“, beschreibtder Löbauer die Anforderungen für seinHandwerk. „Die Wärmelehre ist eben dasA und O“.Die Aufgaben eines Mechatronikers fürKältetechnik sind sehr vielschichtig. Elektro-und Steuerungstechnik, Energieeffizi-enz sowie die computergesteuerte Überwachungder Temperatur und Vernetzungvon Geräten rücken immer mehr in den Fokus.Mit technischem und handwerklichemKnow-how finden sich die Handwerker inkomplexen Plänen zurecht.Nach seiner Ausbildung erwarten ManuelDettner gute Perspektiven. Gerade weilder Mechatroniker für Kältetechnik ein Berufist, in dem sich die Technologie rasantweiterentwickelt, gibt es darüber hinauseine Fülle von Aufstiegsmöglichkeiten. „Ichkönnte zum Beispiel ein Meisterstudiumbeginnen oder mich auch zum Technikerweiterbilden und mich weiter spezialisieren.“INFORMATIONAnsprechpartner: Ingolf Radecke(Handwerkskammer Dresden)T: 0351 / 46 40 946ingolf.radecke@hwk-dresden.de12 Berufsbilder aus dem Handwerk | HandwerksspecialBerufsbilder aus dem Handwerk | Handwerksspecial13

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