Aufrufe
vor 2 Jahren

Lehrpfade im Landkreis Görlitz

  • Text
  • Pflanzen
  • Tiere
  • Natur
  • Lebensraum
  • Lehrpfad
  • Naturlehrpfad
  • Besonderheiten
  • Gebirge
27 Naturlehrpfade des Landkreises Görlitz vorgestellt

21 Zum Lehrpfad Der

21 Zum Lehrpfad Der forstliche Lehrpfad verläuft entlang der Alten Leipaer Straße, die einst eine bedeutsame Handelsstraße zwischen Zittau und Böhmen war. Auf 40 größeren und kleineren Tafeln wird den Besuchern Wissenswertes über die Forstwirtschaft, die Geschichte der Waldbewirtschaftung, historische örtliche Besonderheiten und ökologische Zusammenhänge vermittelt. Unterwegs kann man hier viele einheimische und eingeführte Baumarten kennenlernen und bekommt einen Eindruck über die Vielfalt und Dynamik der einheimischen Wälder. Der Hauptabschnitt des Lehrpfades beginnt in unmittelbarer Nähe des Haltepunktes der Zittauer Schmalspurbahn »Oybin-Niederdorf«. Hier führt die Alte Leipaer Straße an der Weggabelung mit dem Armesünderweg in den Wald hinein. Die günstigste Parkmöglichkeit bei Anreise mit dem PKW bietet sich jedoch am Bertsdorfer Bahnhof. Von hier aus führt ein ca. 1 km langer »Zubringerweg«, der überwiegend direkt neben den Schienen der Schmalspurbahn verläuft, in Richtung Oybin- Niederdorf. Vom Standort der Übersichtstafel bis zum Endpunkt des Lehrpfades am Wegekreuz »Stern« an der Jonsdorfer Straße ist auf der gesamten Strecke von 3,5 km ein Höhenunterschied von etwa 200 m zu bewältigen. 21 Themen Forstlehrpfad »Alte Leipaer Straße« > Olbersdorf, Bahnhof Bertsdorf > Schmalspurbahn-Haltepunkt Oybin-Niederdorf > Alte Leipaer Straße > Wegekreuz »Stern« > Hain /Jonsdorfer Straße 4,5 km 2 2 h • Forstwirtschaft, Waldbewirtschaftung, Baumarten, ökologische Zusammenhänge, historische Besonderheiten Sehenswürdigkeiten • Berg Oybin mit Burg und Klosteranlage Berg Oybin und Camera obscura • Märchenspiele Oybin • Töpferberg mit Töpferbaude • Bergkirche am Berg Oybin • Haus des Gastes Oybin mit Tourist-Information Schutzgebiete Begleitliteratur Erhältlich • LSG Zittauer Gebirge • Naturpark Zittauer Gebirge • Faltblatt Forstlicher Lehrpfad »Alte Leipaer Straße« im Revier Olbersdorf des Zittauer Stadtwaldes • Sächsisches Forstamt Löbau; SML Dresden Ausschilderung Der Verlauf des Lehrpfades ist mit dem Lehrpfadzeichen Grüner Schrägstrich gekennzeichnet. Sehenswürdigkeiten am Wege Entlang des Weges bieten sich Möglichkeiten für Abstecher zu schönen Aussichtspunkten und weiterführenden Wanderungen in die Umgebung. Empfehlenswert ist ein Abstecher zum Weißen Stein (516 m ü. NN), welcher von der Abzweigung oberhalb der Schutzhütte am Hungerbrunnen aus zu erreichen ist. Die Felsgruppe des Weißen Steins besteht aus verkieseltem Sandstein mit einem hohen Quarzgehalt und bietet eine schöne Aussicht ins Gebirgsvorland. Lohnende Wanderziele sind außerdem Robertfelsen und Ameisenberg sowie ein Abstecher über die Katzenkerbe zum Pferdeberg. Entstehung Der Naturlehrpfad wurde in den 1980er Jahren vom damaligen Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Löbau angelegt. Alte Leipaer Straße (Foto: K. Sbrzesny) 84 FORSTLEHRPFAD »ALTE LEIPAER STRASSE« 85

21 Der Zittauer Stadtwald Der forstliche Lehrpfad befindet sich im Revier Olbersdorf des Zittauer Stadtwaldes. Dieser umfasst etwas über 4300 ha, wobei das Zittauer Gebirge innerhalb des Stadtwaldes mit ca. 3500 ha das größte zusammenhängende Waldgebiet des Zittauer Stadtwaldes einnimmt. Die Stadt Zittau, heute größter kommunaler Waldbesitzer in Sachsen, besaß bereits Anfang des 14. Jahrhunderts Teile des Waldes im Zittauer Gebirge als Lehen. Als im Jahre 1366 auf Geheiß Kaisers Karls IV. das Cölestiner-Kloster auf dem Berg Oybin entstand, wurden dem Kloster große Teile des Waldes zugesprochen. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts erwarb die Stadt Zittau die Wälder des Klosters und gelangte damit in Besitz des größten Teiles des Waldbestandes des Zittauer Gebirges. 21 Start / Ziel Öffentlicher Verkehr Parkmöglichkeit Information Aussicht vom Ameisenberg (Foto: NSZ) • Bahnhof Bertsdorf/Olbersdorf Wegekreuz »Stern«, Jonsdorfer Straße • Zug: Haltepunkt Kurort Oybin-Niederdorf SOEG Bahn KBS 238 / Zittau –Bertsdorf –Kurort Oybin • Bus: Haltestelle Oybin-Niederdorf KVG Linie 6 / Zittau –Olbersdorf –Kurort Oybin KVG Kombilinie 13/7 / Großschönau –Jonsdorf –Oybin –Lückendorf • Parkplatz am Bahnhof Bertsdorf • Parkplatz am »Stern«, Jonsdorfer Straße • www.oybin.com Alte Leipaer Straße Diese verläuft durch den Hauptteil des Forstrevieres Olbersdorf mitten im Zittauer Gebirge. Neben der Alten Gabler Straße gehört sie zu den ältesten Verbindungswegen zwischen Zittau und Böhmen. Im 11. Jahrhundert begann die deutsche Besiedlung dieses Gebietes. Nördlich des Gebirges entstand Zittau, im südlichen Gebirgsvorland wurde Böhmisch-Leipa (Česká Lípa) gegründet. Die Entwicklung der Städte ließ Handel und Gewerbe erblühen. Die Handelsstraße führte durch das Tal zwischen Oybin und Jonsdorf. Nach Süden und Westen wurden somit weitere Handelsverbindungen nach Österreich und Bayern erschlossen. In nördliche Richtung führten von Zittau aus Handelsstraßen an die Ostsee. Heute kann man den ursprünglichen Verlauf noch anhand von Hohlwegen im Gelände erkennen. Die Burg Oybin diente damals dem Schutz der alten Handelsstraße, die über die so genannte Katzenkerbe von der Burg aus schnell zu erreichen war. Am Hungerbrunnen befindet sich ein Gedenkstein, vom Volksmund als »Brotstein« genannt. Er erinnert an die große Teuerung und Hungersnot im Jahre 1539. Der Stein stellt einen runden Brotlaib mit einem betenden Kind dar und soll einer Legende nach an die Errettung einer Witwe mit ihren zwei Kindern durch einen helfenden Engel erinnern. Die neben stehende »Luthereiche« steht in Zusammenhang mit Martin Luther, welcher von der Legende in seinen Tischreden erzählte. oben: Schmalspurbahn (Foto: NSZ) Mitte: Lehrtafel »Hungerbrunnen« (Foto: NSZ) unten: »Brotstein« (Foto: NSZ) 86 FORSTLEHRPFAD »ALTE LEIPAER STRASSE« 87

Jugend / Bildung