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"Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft"

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Wettbewerb Landkreis Görlitz 2011

Für die Wiedernutzung

Für die Wiedernutzung leerstehender Gebäude sind Ideen der Bürger gefragt. Man darf nicht an den Bürgerinteressen „vorbeiplanen“. Wichtig ist die stete Prüfung der vorliegenden Konzepte auf Aktualität und der Projekte nach Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit, bevor sie begonnen werden. Eine bedeutende Rolle spielt bei der Finanzierungsdarstellung die Nachhaltigkeit des Projektes. Heute sind, wenn auch schmerzlich, Zusammenschlüsse von Vereinen und gesellschaftlichen Einrichtungen unumgänglich (siehe Schulschließungen). Mehrgenerationswohnen und Patenschaften zwischen Jung und Alt sind mehr denn je gefragt. Dieses kann nur durch das bürgerschaftliche Engagement geschaffen werden. Leerstand – ein Thema in allen Dörfern Im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) stehen Kommunen, Vereinen, Unternehmen und Privatpersonen Fördermittel zur Verfügung, die z.B. bei Gebäudeumnutzungen /-wiedernutzungen beantragt werden können. Wunderschöne Wohngebäude sind aus leerstehenden Gebäuden entstanden. Der Einsatz regional typischer Materialien – auch für Hof und Nebengelass – sowie Pflanzungen einheimischer Gehölze verschönern das Gesamtbild eines Ortes. Der Straßen- und Wegebau ist der Frequentierung anzupassen; Versiegelungen sollten gering gehalten werden. Zum Schutz vor Hochwasser sollten Gewässerläufe möglichst in ihrem natürlichen Verlauf belassen und im Uferbereich mit Faschinen oder Steinen eingefasst sowie auf die Erhaltung von Retentionsräumen geachtet werden. Der Schutz von Umgebinde- und Fachwerkhäusern, Backsteingebäuden sowie Dreiund Vierseithöfen sollte selbstverständlich sein, um das dörfliche Erbe, die ländliche Architektur und die Bautradition zu erhalten. Wünschenswert sind Fassadenbegrünungen und Bauerngärten („Kombination zwischen Gemüse, Kräutern, Blumen in streng geometrischer Zusammenfassung der Beete, Einfassung durch niedrige Buchsbaumpflanzungen und Wegekreuz“)*. Günstig wirken bei Grundstückseinfriedungen Holzmaterialien und Steinsockel, Sträucher und Wildrosen oder Buchenhecken, um den dörflichen Charakter zu betonen. * Freistaat Sachsen –„Sächsisches Landbilderbuch“ Auszüge aus dem Bericht der Bewertungskommission Die Bewertungskommission des 8. Sächsischen Landeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene besuchte vom 14.-16. September 2011 die Bewerberorte des Landkreises Görlitz. Es haben sich leider nur sechs Orte nach dem Aufruf des Landrates im April zur Teilnahme am Wettbewerb beworben. Ein wenig schade, denn

unsere Orte, egal ob sie im Norden, Süden oder in der Mitte des Landkreises liegen, sind alle „vorzeigbar“. In den vergangenen Jahren hat sich in unseren Gemeinden, dank staatlicher Förderprogramme und Eigenfinanzierung, vieles getan, das die Orte entwickeln ließ. Die Bewertungskommission, welche sich aus fünf externen Jurymitgliedern zusammensetzte, erlebte drei anstrengende, aber auch erlebnis- und lehrreiche Tage. Es war eine schwierige Aufgabe, große und kleine Orte anhand gleicher Kriterien zu bewerten, um den Sieger des Kreiswettbewerbes als gut gerüsteten Vertreter des Landkreises zum Landeswettbewerb im kommenden Jahr schicken zu können. Für jedes Kriterium stellte sich ein Jurymitglied als „Fachmann (oder Fachfrau)“ der Bewertung: Baugestaltung und -entwicklung : Frau Müldener – freie Architektin Zittau wirtschaftliche Entwicklung und Initiativen : Frau Pahlitzsch – Kommunal- und Unternehmensberaterin aus Rietschen Grüngestaltung und Siedlungsökologie/ Das Dorf in der Landschaft : Frau Hentschel – MA des NSZ „Zittauer Gebirge“ Zittau Entwicklungskonzepte / Dorf in der Landschaft : Herr Bordihn – Planungsbüro IBOS Görlitz soziale und kulturelle Aktivitäten : Frau Noack – Stiftung für das Sorbische Volk Schleife Die Jurymitglieder waren angenehm überrascht über die vielen Aktivitäten in den besuchten Orten, denen dafür ein großes Lob auszusprechen ist. Der Besucher spürte das Leben im Ort, welches die Einwohnerschaft widergespiegelte. Das bürgerschaftliche Engagement und das „Dahinterstehen“ sowie eine stolze, aussagekräftige Präsentation des Ortes durch die Bürger sind ausschlaggebend bei der Bewertung. Bereits bei der Anmeldung und Vorbereitung auf den Wettbewerb als auch während der Durchführung war eine unterschiedliche Herangehensweise der sechs Bewerberorte bemerkbar. Man spürte, ob die Aktivitäten von der Bürgerschaft selbst ausgingen oder mit Unterstützung der Verwaltung oder des Bürgermeister bzw. des Ortschaftsrates erbracht wurden. gelungene Vorbereitung auf den Wettbewerb In Vorbereitung auf den „Tag der Präsentation“ wurden Informationsmappen erarbeitet, welche die Grundlage für die Jurymitglieder bildeten. Somit bestand die Möglichkeit der Gesamtinformation im Vorfeld, denn in der vorgegebenen Zeit „des Besuches vor Ort“ kann nicht alles in Augenschein genommen werden.

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