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Regionales Vernetzungskonzept, Stand Mai 2022

Vor dem Hintergrund einer sich in Transformation befindlichen Region gewinnen identitätsstiftende Themen gesamtgesellschaftlich enorm an Bedeutung. Die Land- und Ernährungswirtschaft spielt für den Aufbau, die Erhaltung und die Entwicklung nachhaltiger Wertschöpfungsketten auf Grundlage der natürlichen Ressourcen eine zentrale Rolle.

14 Parameter der

14 Parameter der Wertschöpfungsgrundlagen: o o lebende • Arbeitskräfte • Tiere gegenständliche • Rohstoffe • Betriebsstoffe • Betriebsmittel (Technik) • Wasser • Energie Ein Lösungsmodell der Herausforderung kann es sein, modellhaft bei kleineren Betrieben mit vergleichsweise einfachen Waren- und Dienstleistungsströmen ein Berechnungsmodell aufzustellen und exemplarische Erfassungen durchzuführen. Hierfür sind eine enge Abstimmung und gut dokumentierte Auswahl betreffender Betriebe notwendig. Die Bereitschaft, Einblick in betriebsinterne Prozesse zu gestatten, ist nur auf Grundlage eines gewachsenen Vertrauensverhältnisses zu erreichen. 3.3 Schlussfolgerungen Um das Thema regionaler Wertschöpfungsketten in seiner Gesamtheit erfassen und für die Nutzung im Rahmen der strategischen Entwicklung im Landkreis Görlitz erschließen zu können, ist eine mittel- und langfristige Netzwerkarbeit unerlässlich. Den Ansatz des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) aufgreifend, werden regionale „Kümmerer“ im Auftrag als Netzwerk- und Regionalmanager vorgeschlagen. Hierfür werden, ausgehend vom aktuellen Projektarbeitsstand, geeignete Programme für eine Finanzierung recherchiert und eine regionale Trägerschaft geprüft. Ziel und Aufgabe eines zu installierenden Regionalmanagements ist es, die Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu vernetzen und die regionalen Potenziale in bestmöglicher Weise sichtbar zu machen. Im Rahmen des Projektzeitraums wurden hierfür verschiedene Maßnahmen durchgeführt und Konzepte getestet. Dabei ist vor allem die Unterstützung der Produzenten bei der Direktvermarktung zu nennen. Über die Kommunikation zu Plattformen wie den Marktschwärmern und open food network konnten neue Verkaufsstrukturen bekannt gemacht und Kontakte vermittelt werden. Die Ansprache von Partnern aus der Verwaltung gestaltete sich sehr konstruktiv und insbesondere mit den Ideen zur niederschwelligen Kommunikation erzielte das Projekt eine große Reichweite. Die Vorstellung von Betrieben, Waren und Dienstleistungen über die Kanäle in den sozialen Medien erreichte viele

15 Menschen und kommunizierte die Vielfalt der Region in positiver Weise. Die Teilnahme an Messen und Veranstaltungen gestaltete sich auf Grund der Einschränkungen in Folge der Coronapandemie schwierig. Das in der polnischen Partnerkommune ausgerichtete „Brotfest“ zeigte eine sehr positive Reaktion sowohl bei den angesprochenen Produzenten, die dort durch die Projektmitarbeiter stellvertretend repräsentiert wurden, wie auch seitens des Publikums. Die Datenerhebung für die Plattformen „RegioApp“ und regionales.sachsen.de erwies sich als sehr zeitintensiv und erfordert für die weiteren Arbeitsphasen definitiv eine persönliche Betreuung und ein regelmäßiges Aufsuchen der Produzenten. Gleichzeitig ist diese einfache und unmittelbare Ansprache sinnvoll und schafft große Synergieeffekte bei der Einholung von Informationen, die durch eine telefonische und digitale Kontaktaufnahme nicht erreicht werden können. Die Direktvermarktungsstandorte wie Marktschwärmereien haben sich als gute Anlaufpunkte herausgestellt, um Kundenbefragungen durchzuführen. Im Rahmen des Projekts wurde dies durchgeführt, um punktuell Stimmungsbilder zu erfassen. Diese Aktionen sind gleichzeitig gute Anlaufpunkte für Interessierte, die sich mit den Themen regional, saisonal, nachhaltig und fair Genießen beschäftigen. So gelang es, Studierende der Universität Vechta für einen Forschungsaufenthalt zu gewinnen, Studierende der Hochschule Zittau/Görlitz und des Internationalen Hochschulinstituts Zittau für die Themen einzubeziehen oder Praktikanten an Produzenten zu vermitteln. Eine Ausweitung, etwa auf die regionalen Wochenmärkte erscheint sinnvoll und machbar. Praktische Vorteile konnten im Rahmen des Projekts aufgezeigt werden, wenn konkrete Anlässe genutzt werden, um regionale Produkte einzusetzen. Dafür erwies sich das „Regionalregal“ in der Hauptverwaltung des Landkreises Görlitz als einfache und ansprechende Wechselausstellung, die viele Fragen und großes Interesse weckte. Dass nicht nur die Gäste der Verwaltung, sondern auch die Mitarbeitenden aktiv angesprochen wurden, ist ein positiver Mehrfachnutzen. Gerade Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Görlitz, die in den Behörden tätig sind, können sehr gute Kommunikatoren für die Potenziale der regionalen Wertschöpfung sein, da sie häufig viel Kontakt haben und ihrer Meinung ein gewisser Stellenwert zugebilligt wird. Die Aufmerksamkeit wurde im Rahmen des Projekts genutzt, indem die Produkte nicht nur ausgestellt wurden, sondern auch bei Beratungen zur Verkostung gereicht und bei gegebenen Anlässen verschenkt wurden. Damit ging die klare Botschaft einher, sich zu den Produkten aus dem Landkreis Görlitz positiv zu stellen und diese als wichtig und wertvoll zu erachten. Geschenkkörbe sind einfache und praktische Kommunikationsinstrumente. Die Vorbildwirkung setzt die Verwaltung des Landkreises auch ein, indem verstärkt auf den regionalen Einkauf von Getränken für Beratungen oder die Auswahl des Caterings gelegt wird.

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