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Regionales Vernetzungskonzept, Stand Mai 2022

Vor dem Hintergrund einer sich in Transformation befindlichen Region gewinnen identitätsstiftende Themen gesamtgesellschaftlich enorm an Bedeutung. Die Land- und Ernährungswirtschaft spielt für den Aufbau, die Erhaltung und die Entwicklung nachhaltiger Wertschöpfungsketten auf Grundlage der natürlichen Ressourcen eine zentrale Rolle.

6 auch Tierhaltung

6 auch Tierhaltung betrieben, es handelt sich um Verbundbetriebe die zudem häufig auch weitere wirtschaftliche Standbeine wie etwa Biogasanlagen aufweisen. 3.1.2 Der Landkreis Die Landwirtschaft spielt im Landkreis Görlitz, der über eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 89.337 Hektar verfügt, eine wichtige Rolle. Etwa 150 leistungsstarke landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften 90 Prozent der Fläche. In Löbau gibt es eine Außenstelle des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit einer Fachschule für Landwirtschaft, die für die Landwirtschaft im gesamten Landkreis zuständig ist. Quelle: www.kreis-goerlitz.de/Seiten/Landwirt schaft-im-Landkreis-Goerlitz.html Von den landwirtschaftlichen Betrieben wurden 2010 3,7% ökologisch bewirtschaftet. Der Anteil verdoppelte sich bis zum Jahr 2020 und stieg auf 7,9%. Eine weitere moderate Steigerung ist zu erwarten. Bezüglich der Struktur der Betriebe ist festzustellen, dass die biozertifizierten Unternehmen tendenziell zumeist kleiner und eher als Familienbetriebe zu bezeichnen sind. Ihre Vielfalt bereichert die Struktur besonders dadurch, dass die Waren sich häufig für den Direktvertrieb eignen und nicht vorrangig in die Weiterverarbeitung gehen. Der Direktvertrieb spielt daher in dem Sektor auch eine besondere Rolle. Eine komplexe statische Aufbereitung der verfügbaren Daten war nicht Gegenstand des Projekts, wird jedoch als Grundlage eines umfassenden Konzepts als zwingend notwendig erachtet. Hierfür wird die Aufschlüsselung nach den folgenden Kriterien vorgeschlagen: - Zahl der Betriebe davon - Fläche ökologisch o - Rinder - Geflügel Öko-Fläche Anteile • Ackerland Getreide Futter Leguminosen (Hülsenfrüchte) Feldgemüse • Grünland- und Dauerkultur Weiterhin von Bedeutung sind die Anzahl der Beschäftigten und die Einkommen bzw. die finanziellen Kenngrößen der Unternehmen. Der Landkreis Görlitz liegt im Osten des Freistaats Sachsen, im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien mit einer insgesamt 188 Kilometer langen Außengrenze zu diesen beiden Nachbarländern. Die 53 Kommunen verteilen sich auf eine Fläche von 2.109 km 2 . Der drittgrößte sächsische Landkreis besteht zu ca. 14% aus Siedlungs- und Verkehrsflächen, zu 45% aus Landwirtschaftsflächen und zu 35%

7 aus Wald. Der Landkreis teilt sich in drei unterschiedliche Räume: Altindustrieller Raum mit höherer Bevölkerungsdichte, ländlicher Raum mit lokalen Versorgungszentren wie Grund- und Mittelzentren und der dünn besiedelte und entlegene ländliche Raum. Die altindustriellen Räume v. a. im Süden des Kreises lassen sich als Verdichtungsräume kennzeichnen. Im Gegensatz dazu ist der Norden des Landkreises sehr dünn besiedelt. Der „klassische ländliche Raum“ umfasst die Bereiche der Grund- und Mittelzentren des Landkreises mit einer Bevölkerungsdichte von 70 bis 130 EW/ km 2 , die den überwiegenden Teil des gesamten Landkreises Görlitz ausmachen. Der Landkreis Görlitz gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt von 25.269 EUR/Einwohner (StLa 2016), einer Kaufkraft von 18.854 EUR/Einwohner (IHK kompakt 2017), einer Arbeitslosenquote von 9,2% (2017) und Steuereinnahmen von 648 EUR/Einwohner (IHK kompakt 2017) in Sachsen und Deutschland zu den strukturschwächsten Landkreisen. Insgesamt gibt es im Landkreis ca. 630 Landwirtschaftsbetriebe, teilweise im Nebenerwerb. Darunter befindet sich eine überdurchschnittliche Anzahl von Direktvermarktern, Familienbetrieben, kleinen und mittelständischen Unternehmen der Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft. Im Norden des Landkreises Görlitz sind weite Bereiche sehr dünn besiedelt und die landwirtschaftliche Nutzung auf Grund der benachteiligten Böden für klassische Wertschöpfungsketten im Agrarbereich nicht ertragreich genug. Dafür bedarf es innovativer Lösungen, die auch modellhaft sein können, um mit den Folgen des Klimawandels umzugehen, da sich künftig auch andere Regionen ähnlichen Herausforderungen stellen müssen. SWOT Analyse – Benachteiligte Böden Stärken • Sonderkulturanbau auf benachteiligten Böden und devastierten Flächen • Modellprojekte zum Anbau alter Sorten (insbesondere Getreide) können ausgewertet werden • Anbau und Unterschutzstellung weiterer alter Sorten durch verschiedene lokale Akteure Schwächen • keine ausreichende Vernetzung zwischen den Teilbereichen des Landkreises Görlitz • Mangel an finanziellen Mitteln, daher keine Netzwerkarbeit • Sonderkulturanbau und Bewirtschaftung benachteiligter Böden nicht im Fokus, erzeugte Produkte ohne guten Marktzutritt • Modellvorhaben der Agri- • kein Wissenstransfer innerhalb des Photovoltaik • viele Betriebe mit Erfahrungen bei der nachhaltigen Bewirtschaftung Landkreises zum Umgang mit Landschaftsüberformungen und Nachnutzung

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