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Schlussbericht 2014/2015

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www.nachbarsprachen-sachsen.eu

A 5c Anlage 5:

A 5c Anlage 5: Ergebnisse der Arbeitstagung am 23.06.2015 Durch die Implementierung der alltagsintegrierten Sprachbildung und durch die Etablierung des Sächsischen Bildungsplans bieten sich in Sachsen gute Anknüpfungspunkte an die Bereiche der nachbarsprachigen und interkulturellen Bildung. Eine Methode für mehrsprachiges Aufwachsen in der frühen Kindheit ist längst gefunden: die der Immersion. Das sogenannte Sprachbad vermittelt eine weitere Sprache im Gegensatz zu anderen Sprachlernmethoden, die in der Schule, Ausbildung oder im Erwachsenenalter genutzt werden, nach dem Muster des Mutterspracherwerbs. Es geht nun darum, diesen erfolgreichen Weg mit Hilfe von strukturellen, organisatorischen und politischen Mitteln weiter zu gehen und die Ressourcen hierfür von Beginn an und durchgängig für den weiteren Bildungsweg bereitzustellen. Die größte Herausforderung liegt aber weiterhin in der Anerkennung der ausländischen Qualifikationen, dafür bedarf es einer weiteren Öffnung gegenüber diesen Abschlüssen, denn die Chance, gut ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte in unseren Einrichtungen einzusetzen, sollte nicht vertan werden. Zur Person Expertise: Sarah Girlich ist Sprachwissenschaftlerin und führte nach ihrem Studium eine Reihe von Untersuchungen zum Erstspracherwerb von Kindern durch. Im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an verschiedenen Fachschulen war sie an den Professionalisierungsprozessen von angehenden Erziehern/innen in mehreren Lernfeldern beteiligt und führt dies in ihrer jetzigen Tätigkeit als Projektkoordinatorin des LakoS auf Ebene aller pädagogischen Fachkräfte fort. Im Rahmen ihrer Tätigkeit im LakoS entwickelt sie zusammen mit ihren Kollegen ein Curriculum zur „Alltagsintegrierten Sprachförderung“, das einen Beitrag zur Qualitätssicherung und -entwicklung im Bereich der sprachlichen Bildung leisten soll. Kontakt: Sarah Girlich LakoS - Landeskompetenzzentrum zur Sprachförderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen Grimmaische Straße 10 | 04109 Leipzig Tel.: 0341-41372017 | E-Mail: girlich@lakos-sachsen.de | Internet: www.lakos-sachsen.de

Anlage 5: Ergebnisse der Arbeitstagung am 23.06.2015 A 5d Anlage 5d: Expertenvotum: Dr. Stefanie Hildebrandt „Jedem Kind sollte der Zugang zum frühen Erwerb der Nachbarsprache in der Grenzregion gewährt werden. Um einen kontinuierlichen und progressiven Spracherwerb sicherzustellen, ist die Formulierung von Sonderregelungen des Nachbarsprachenlernens in einer vom SMK zu definierenden deutsch-polnischen und deutsch-tschechischen Grenzregion notwendig. In Kindertageseinrichtungen und Schulen, die sich in dieser Region befinden, sollte das frühe Nachbarsprachenlernen ministeriell mit entsprechenden zusätzlichen Personalstunden zur Umsetzung der Immersionsmethode in den Kindertageseinrichtungen sowie einer verbindlichen Verankerung eines bilingualen Bildungszweiges in der Stundentafel geregelt und mit altersgerechten Methoden und Materialien gestützt werden.“ Fokus: Methodik und Didaktik, Bildungs- und Erziehungspartnerschaften Die Förderung der Nachbarsprache von Anfang an in den sächsischen Grenzregionen zu Polen und Tschechien ist ein Thema, welches seit mindestens zehn Jahren in den "Kinderschuhen" steckt. Wie kann das sein, wenn man Erfolgsmeldungen hört wie: "Immer mehr sächsische Schülerinnen und Schüler lernen Polnisch und Tschechisch"? Die Zahl der Lernenden hat sich in den vergangen 13 Jahren verfünffacht. Die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth weist das Erlernen der Nachbarsprache als einen schulpolitischen Schwerpunkt in Sachsen aus. Tatsächlich ermöglicht Sachsen mit dem Lehrplan "Intensives Sprachenlernen" seit dem Jahr 2004 den Polnisch- und Tschechischunterricht in den Grundschulen. Einige weiterführende Schulen führen die Sprachen in Klasse fünf fort. Verglichen zu den Bundesländern Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist Sachsen hier Vorreiter. Doch was auf den ersten Blick als gut und zugleich auch ganz selbstverständlich erscheint, beschränkt sich beim genaueren Hinschauen auf einige wenige Standorte in Sachsen, die es Kindern ermöglichen durchgängig und von Anfang an - und hier liegt der Start in den Kindertageseinrichtungen - die Nachbarsprache durchgängig und auf einem funktionalen Niveau zu erlernen. Mit der Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung (LaNa) und der Arbeitstagung „Auf dem Weg zur Nachbarsprache von Anfang an in Sachsens Grenzregion“ am 23.06.2015 gibt es nun frischen Wind in einem Themenfeld, welches seit vielen Jahren von Pädagogen/innen in Kindertageseinrichtungen der Grenzregion mit besonderem persönlichen Engagement, viel Kreativität und Ausdauer bearbeitet wird. Dieser frische Wind tut nicht nur den Pädagogen/innen gut, die jetzt auf neue Unterstützung ihrer Arbeit hoffen können, sondern das tut vor allem den Kindern gut, die in der Grenzregion aufwachsen und dort ihre Zukunft haben. Mit der Gründung der LaNa im September 2014 wird ein Fokus auf das Erlernen der Nachbarsprachen in den sächsischen Kindertageseinrichtungen gelegt. Ziel ist die systematische Förderung und Qualitätsentwicklung der frühen nachbarsprachigen Bildung. Begleitet wird die Arbeit von einem fachlich gut besetzten Beirat. Verankert ist die LaNa kommunal im Schul- und Sportamt des Landkreises Görlitz und gefördert wird diese durch das Land Sachsen. Das ist ein neuer, erfolgversprechender und dringend erforderlich Ansatz der zu Beginn der Arbeitstagung von dem Landtagsabgeordneten Dr. Stephan Meyer mit den Worten gerahmt wird: es braucht eine klare Herangehensweise und den Transport in die Politik. Mit der LaNa besteht die Chance, dass das Nachbarsprachenlernen in den Kindertageseinrichtungen nun endlich seinen Kinderschuhen entwachsen kann!

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