Aufrufe
vor 2 Jahren

Schlussbericht 2014/2015

  • Text
  • Ausgabe
  • Goerlitz
  • Landkreis
  • Nachbarsprache
  • Landesstelle
www.nachbarsprachen-sachsen.eu

39 Dementsprechend wurde

39 Dementsprechend wurde die Immersionsmethode sogar nur in 4 der 11 Kitas mit eigenem Personal mit Polnisch/Tschechisch als Muttersprache umgesetzt. 4 Kitas arbeiteten mit Sprachassistenten/innen, wobei es darunter eine Kita gibt, die sowohl über eigenes Personal mit Polnisch/Tschechisch Muttersprache als auch über Sprachassistenten/innen verfügte. für diese insgesamt 7 Einrichtungen liegt die Vermutung nahe, dass die Immersionsmethode alltagsintegriert, kontinuierlich über einen längeren Zeitraum und damit effektiv umgesetzt werden kann. Hingegen ist beim Einsatz von externen Anbietern, Personal aus dem Nachbarland bzw. freiwillig engagierten Muttersprachler/innen davon auszugehen, dass lediglich teilimmersive Konzepte umsetzbar sind. Daraus folgt auch, dass eine der 5 Kitas, die über eigenes Personal mit Polnisch/Tschechisch als Muttersprache verfügte, nach eigenen Angaben nicht nach dem Immersionsansatz arbeitet. In dieser Einrichtung wurden nachbarsprachige Lieder, Reime etc. vermittelt. 6.2.3 Sonstige Formen der Nachbarsprachvermittlung Hier wurde insbesondere nach der Betreuung von Kindern gefragt, in deren Familien Polnisch oder Tschechisch die Muttersprache mindestens eines Elternteils ist. Intension der Frage war es dabei herauszufinden, inwieweit das nachbarsprachige Potenzial dieser Familien in den Kitas genutzt wird, um auch die anderen Kinder an die Nachbarsprachen Polnisch bzw. Tschechisch heranzuführen. Dabei spielte der Wohnsitz der Familie keine Rolle und auch nicht die Frage, in welcher/n Sprache(n) die Kinder in der Familie erzogen werden. 26 Kitas (63 %) betreuten demnach zum Zeitpunkt der Befragung insgesamt 141 Kinder aus Familien, in denen Polnisch bzw. Tschechisch Muttersprache mindestens eines Elternteils ist. Unter diesen 26 Kitas sind 20 Kitas, die angaben darüber hinaus auch eine Partnerschaft mit einer Kita im Nachbarland zu pflegen und/oder ein Nachbarsprachangebot zu unterbreiten. In 13 dieser Einrichtungen fanden alle drei Möglichkeiten der Nachbarsprachvermittlung zugleich statt. Es kann also davon ausgegangen werden, dass eine prinzipielle Neigung zur Vermittlung der Nachbarsprache in der Einrichtung einen positiven Einfluss auf das Engagement in allen Nachbarsprachlernbereichen hat. Interessanterweise antworteten allerdings lediglich 10 der 20 Kitas positiv auf die Frage „Nutzen Sie dieses nachbarsprachige Potenzial der Familien auch für konkrete Angebote für die anderen Kinder Ihrer Einrichtung?“ (siehe Abb. 23). Dies stützt die Vermutung, dass die vielfältigen Möglichkeiten einer alltagsintegrierten Heranführung der Kinder an die Nachbarsprachen, ausgehend von den jeweils konkreten Bedingungen vor Ort, noch unzureichend erkannt und genutzt werden, und zeigt einen Qualifizierungsbedarf auf.

40 Abb. 23: Betreuung von Kindern mit PL/CZ als Muttersprache Aufgefallen ist bei der Datenauswertung, dass es erhebliche Unterschiede gab zwischen der Zahl der 26 Kitas, die Kinder betreuen, in deren Familien Polnisch und/oder Tschechisch Muttersprache mindestens eines Elternteils ist (insges. 141 Kinder), und der Zahl der 6 Kitas, die 2013 einen Landeszuschuss nach § 18 SächsKitaG für die Betreuung der polnischen bzw. tschechischen Kinder bewilligt bekommen haben (insges. 76 Plätze, vgl. S. 12). Es wurden deshalb die Daten der 26 Kitas hinsichtlich der Erfüllung der Kriterien für den Landeszuschuss überprüft, mit folgendem Ergebnis: • Eine der Kitas, für die 2013 ein Landeszuschuss bewilligt wurde, machte keine Angaben dazu, ob sie zum Zeitpunkt der Befragung Kinder mit nachbarsprachigem Hintergrund betreute, und erfüllte auch mind. eines der Kriterien nicht mehr. • Eine weitere Kita, für die 2013 ein Landeszuschuss bewilligt wurde, betreute zwar zum Zeitpunkt der Online-Befragung Kinder mit nachbarsprachigem Hintergrund arbeitete aber nicht mehr nach der Immersionsmethode und verfügte auch über kein muttersprachliches Personal. • Eine Kita, für die 2013 ein Landeszuschuss bewilligt wurde, hat sich an der Online- Befragung nicht beteiligt. • Darüber hinaus gab es vier Kitas, die zwar die Kriterien für die Bewilligung des Landeszuschusses erfüllen, aber keinen Landeszuschuss beantragt haben. Insgesamt wurden bei der Online-Befragung 2015 7 Kitas ermittelt, die die Kriterien für den Landeszuschuss erfüllen, darunter sind jedoch nur 3 Kitas, die 2013 einen Landeszuschuss bewilligt bekommen haben. 6.2.4 Gelingensbedingungen/Voraussetzungen für die Umsetzung früher nachbarsprachiger Bildungsangebote Ziel dieses Befragungsabschnittes war es die Erfahrungen der im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung aktiven Kitas hinsichtlich notwendiger Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Arbeit in diesem Bildungsbereich kennenzulernen und eine Priorisierung vor-

Jugend / Bildung