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Schlussbericht 2014/2015

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www.nachbarsprachen-sachsen.eu

45 • In mind. 32 Kitas

45 • In mind. 32 Kitas 42 des sächsischen Grenzraumes werden derzeit Angebote im Kontext der frühen nachbarsprachigen Bildung unterbreitet, wobei die Hälfte dieser Einrichtungen dabei die Heranführung an die Nachbarsprachen mit gelebten grenzüberschreitenden Partnerschaften mit Einrichtungen im Nachbarland verknüpft. Dahinter stehen verschiedenartige methodische Ansätze in der Umsetzung unter z. T. unterschiedlichen Rahmenbedingungen sowie engagierte Akteure, die diese Arbeit voran treiben. Zusammen mit den weiteren mind. 97 Kitas, die in Umsetzungsstufe 1 angegeben hatten bereits Erfahrungen im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung zu besitzen, gibt es ein nicht zu unterschätzendes Potenzial an fachlicher und praktischer Expertise für die qualitative Weiterentwicklung der frühen nachbarsprachigen Bildung. • Andererseits integrieren bisher nur wenige Kitas ihre nachbarsprachige Bildungsarbeit kontinuierlich in ihren Kita-Alltag. Vielmehr wird nachbarsprachige Bildung häufig als zusätzliches Angebot verstanden, das damit stark vom individuellen Engagement von Schlüsselpersonen sowie den jeweils aktuell vorhandenen Rahmenbedingungen wie der Finanzierung über zeitlich befristete Projektförderungen oder der Verfügbarkeit von Muttersprachlern/innen abhängig ist. Hieraus resultiert vielfach fehlende Kontinuität in der nachbarsprachigen Bildungsarbeit, die sich u. a. auch in den starken Schwankungen im Feld der „aktiven“ Kitas im Zeitraum von Umsetzungsstufe 1 (Telefonbefragung in 11/2014) und Umsetzungsstufe 2 (Online-Befragung in 04- 05/2015) niederschlägt. • Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der frühen nachbarsprachigen Bildung und deren Integration als fester Bestandteil in die pädagogische Arbeit in Kitas im grenznahen Raum liegen vor allem in der o o o o Sicherstellung kontinuierlicher Rahmenbedingungen (insbes. Finanzierung, Einsatz von polnischen/tschechischen Muttersprachlern/innen), Qualifizierung des pädagogischen Kita-Personals (methodisch-didaktische Kompetenz, interkulturelle und Nachbarsprachkompetenz…), Verbesserung des Images der frühen nachbarsprachigen Bildung (Sensibilisierung der Eltern, Sicherung der Anschlussfähigkeit in der Grundschule…), besseren Beratung und Unterstützung der Kitas. • In besonderem Maße treffen diese Aussagen für den Aufbau deutsch-tschechischer bzw. deutsch-polnischer bilingualer Kitas zu. In bisher nur 4 der insgesamt 11 Kitas, die angaben nach der Immersionsmethode zu arbeiten, steht dafür eigenes Personal mit Polnisch/Tschechisch als Muttersprache zur Verfügung. 42 vgl. Seite 37

46 7 Auswertung der Ergebnisse Ziel der Bestandsaufnahme war es einen fundierten Gesamtüberblick über alle diejenigen Kitas in den sächsischen Grenzregionen zu erhalten, die bereits Erfahrungen auf dem Gebiet der frühen nachbarsprachigen Bildung haben. Gleichzeitig sollte sie als Datenbasis für die Ableitung von Entwicklungserfordernissen für die konzeptionelle und qualitative Weiterentwicklung in diesem Bereich und damit auch für die Formulierung künftiger Arbeitsschwerpunkte für die Sächsische Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung dienen. Die Bestandsaufnahme wurde deshalb mit einem breit angelegten interdisziplinären Diskussionsprozess verknüpft, um die fachliche Expertise möglichst vieler Akteure aus Kita-Praxis, Verwaltung, Politik und Wissenschaft in den Prozess der Entwicklung, Erprobung und nachhaltigen Umsetzung eines wissenschaftlich fundierten Konzeptes für die frühe nachbarsprachige Bildung in den Kitas des grenznahen Raumes in Sachsen einfließen zu lassen. Zunächst stellte die LaNa die Ergebnisse der Umsetzungsstufe 1 der Bestandsaufnahme dem Expertenbeirat „Frühe nachbarsprachige Bildung in Sachsen“ in einem Zwischenbericht vor, der auf dessen Sitzung am 04.05.2015 ausführlich diskutiert wurde. Sie wurden darüber hinaus auch in verschiedenen Gremien (u. a. auf der Klausurtagung der Sozialdezernenten/innen des Sächsischen Landkreistages) präsentiert. Parallel dazu konzipierte die LaNa die Arbeitstagung „Auf dem Weg zur Nachbarsprache von Anfang an in Sachsens Grenzregionen“ als Instrument zur fachübergreifenden Diskussion der Ergebnisse der Bestandsaufnahme und zur zielorientierten gemeinsamen Erarbeitung von Ansätzen für die Weiterentwicklung. Sie fand am 23.06.2015 im Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal statt und führte ca. 100 Teilnehmende aus Kita-Praxis, Verwaltung, Politik und Wissenschaft aus ganz Sachsen, aber auch aus anderen Bundesländern sowie aus Polen, Tschechien und Niederösterreich zusammen 43 . Nach fachlichen Impulsen in Form der Vorstellung der Bestandsaufnahme, deren Diskussion durch Mitglieder des Expertenbeirates in einer Podiumsdiskussion sowie der ergänzenden Präsentation von Beispielen guter Praxis erarbeiteten die Teilnehmenden in einem nach der Methode des World-Cafés durchgeführten „Dreiland-Café“ gemeinsam Bedarfe und Ansätze für die Weiterentwicklung der frühen nachbarsprachigen Bildung. Um dabei einen ganzheitlichen Blick auf die Thematik zu unterstützen, wurde der Fokus der Diskussion auf die drei Schwerpunkte • Qualität, • Rahmenbedingungen und • Image gelegt. Diese resultierten maßgeblich aus den in Kap. 6.3 dargestellten Ansatzpunkten für die Weiterentwicklung, die im Zuge der Bestandsaufnahme sichtbar wurden. Die Diskussionsergebnisse sind in Anlage 5a dargestellt 43 Die Dokumentation der Arbeitstagung ist auf http://www.nachbarsprachensachsen.eu/de/veranstaltungsarchiv1.html veröffentlicht.

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