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Schlussbericht 2014/2015

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www.nachbarsprachen-sachsen.eu

49 päischen Union 45

49 päischen Union 45 wäre ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu durchgängigen Bildungslinien für den Nachbarspracherwerb von Anfang an in der Grenzregion. ‣ Nicht zuletzt sind auf allen Ebenen – angefangen von Politik, Verwaltung, Kommunen über Kita-Träger und pädagogische Kita-Fachkräfte bis hin zu den Eltern und der breiten Öffentlichkeit – intensive Anstrengungen zur Verbesserung des Images der frühen nachbarsprachigen Bildung und zur Sensibilisierung für die damit verbundenen Bildungschancen für Kinder, die im grenznahen Raum aufwachsen, zu unternehmen. Mit der Einrichtung der Sächsischen Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung durch den Freistaat Sachsen wurde eine wichtige Basis für die Moderation und fachliche Begleitung eines solchen längerfristigen Entwicklungsprozesses und die dafür erforderliche Vernetzung aller relevanten Akteure geschaffen. Ihre langfristige Sicherung als Kompetenzzentrum des Netzwerks „Frühe nachbarsprachige Bildung in Sachsen“ und Schnittstelle zwischen Kita-Praxis, Politik, Verwaltung und weiteren Akteuren wird dabei eine wichtige Voraussetzung für eine kontinuierliche Fortführung des eingeschlagenen Weges zur Nachbarsprache von Anfang an in Sachsens Grenzregionen sein. 8.2 Handlungsempfehlungen Die von der LaNa vorgelegte Bestandsaufnahme dient dazu die aktuelle Situation in der Kita- Landschaft datenbasiert zu beschreiben, konkrete Handlungsbedarfe aufzudecken und kurzund mittelfristig zu gehende Schritte auf dem Weg zur Nachbarsprache von Anfang an in Sachsens Grenzregionen abzuleiten. Sie sind nachfolgend als Handlungsempfehlungen zusammengefasst und verknüpft mit einem Paket an Vorschlägen für kurz- oder mittelfristig umzusetzende Maßnahmen. Dies bildet die Grundlage für die weitere Arbeitsplanung der LaNa in Abstimmung mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und dem Expertenbeirat „Frühe nachbarsprachige Bildung in Sachsen“. Die Möglichkeiten für den kontinuierlichen Einsatz von fachlich geeigneten polnischen bzw. tschechischen Muttersprachlern/innen in den Kitas sind auszubauen bzw. bisher vorhandene Hürden sind abzubauen. Begründung: Gelingendes Sprachenlernen braucht vor allem im frühkindlichen Bereich einen möglichst intensiven Kontakt und emotionalen Bezug zu sprachlichen Vorbildern. Dem Einsatz von Muttersprachlern/innen ist dabei gerade in dieser Bildungsphase Vorrang zu geben, um effektives und nachhaltiges Nachbarsprachenlernen zu ermöglichen. Die Bestandsaufnahme hat deutlich gezeigt, dass viele Kitas dies erkannt haben, sie aber z. T. an der Umsetzung scheitern. Als Hürden wurden dabei vor allem die gesetzlichen Regelungen für die Einstellung von pädagogischem Fachpersonal im Zusammenhang mit der Anerkennung von in Po- 45 Wode (2006), SMS (2007)

50 len bzw. Tschechien erworbenen Berufsabschlüssen, aber auch die Finanzierung von zusätzlichem muttersprachlichem Personal angeführt. Maßnahmen: ‣ Vereinfachungen bei der Einstellung polnischer/tschechischer Muttersprachler/innen als pädagogische Fachkräfte in den Kitas (transparente und, wenn möglich, auch vereinfachte Verfahren zur Feststellung der persönlichen, gesundheitlichen und fachlichen Eignung gemäß QualiVO i. Z. m. der Anerkennung ihrer in Polen bzw. Tschechien erworbenen Bildungsabschlüsse; Bereitstellung bedarfsgerechter Anpassungsqualifizierungen) ‣ Ausweitung des Einsatzes von Sprachassistenten/innen (z. B. durch Entwicklung entsprechender Programme in Kooperation mit polnischen bzw. tschechischen Hochschulen ähnlich dem bzw. durch Erweiterung des Austauschprogramm(s) für Fremdsprachenassistenten/innen an sächsischen Schulen) ‣ Gezielte Förderung von Kitas im grenznahen Raum, die nach der Immersionsmethode arbeiten, in Anlehnung an die Regelungen der SächsSorbKitaVO Die für die Umsetzung früher nachbarsprachiger Bildung erforderlichen Kompetenzen der Akteure vor Ort sind generell auszubauen. Das betrifft die Stärkung nachbarsprachlicher, interkultureller und methodisch-didaktischer Kompetenz in den Kita-Teams ebenso wie die Befähigung der Kita-Träger zur Sicherstellung der Rahmenbedingungen. Begründung: Das Verdienst, dass es heute mehr als 100 Kitas in den sächsischen Grenzregionen gibt, die bereits Erfahrungen im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung gesammelt haben, fußt auf der Initiative von Einzelakteuren. Dies führte und führt immer wieder dazu, dass, sobald eine Schlüsselperson ausscheidet, das gesamte Angebot an einem Standort zusammenbricht. Erst wenn die Kitas über ein Team von Pädagogen/innen verfügen, die das Angebot tragen, und Kita-Träger und Kommune das Angebot durch die Sicherung entsprechender Rahmenbedingungen unterstützen, kann Kontinuität gelingen und eine Verlässlichkeit hergestellt werden 46 . Um eine effektive Zusammenarbeit mit den polnischen/tschechischen Kollegen/innen im Team ebenso wie mit Partnereinrichtungen im Nachbarland zu gewährleisten und/oder die vor Ort vorhandenen Potenziale, die sich z. B. aus der Betreuung von Kindern mit polnischer/tschechischer Muttersprache ergeben, zu erkennen und in geeignete nachbarsprachige Bildungsangebote umzusetzen, müssen die pädagogischen Fachkräfte im Kita-Team entsprechend qualifiziert sein. Eine frühzeitige Sensibilisierung für Chancen und Methoden der frühen nachbarsprachigen Bildung im grenznahen Raum und eigene interkulturelle Erfahrungen der pädagogischen 46 vgl. Anlage 5d

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