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Schlussbericht 2014/2015

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  • Goerlitz
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www.nachbarsprachen-sachsen.eu

51 Fachkräfte tragen

51 Fachkräfte tragen dazu bei, eine positive Einstellung zur Nachbarsprache und -kultur auszuprägen, sich für die frühe nachbarsprachige Bildung zu engagieren und dafür auch andere (z. B. Eltern) zu gewinnen. Maßnahmen: ‣ Thematisierung der frühen nachbarsprachigen Bildung in der Ausbildung von Erziehern/innen in den Fachschulen im grenznahen Raum (Vermittlung von Methodenkompetenz in Verbindung mit dem Erwerb von Grundkenntnissen in der Nachbarsprache sowie einem Praktikum im Nachbarland – als Vorbild kann hier das Ausbildungsprogramm an der Sorbischen Fachschule Bautzen dienen) Sensibilisierung und Qualifizierung der Lehrkräfte an den Fachschulen für diese Aufgabe ‣ Initiierung und Begleitung von Projekten, Praktika und Seminaren zur Thematik der frühen nachbarsprachigen Bildung in relevanten Hochschulstudiengängen wie Kindheitspädagogik, Sozialpädagogik etc. ‣ Entwicklung von Fortbildungsangeboten für pädagogische Fachkräfte in Kitas, die die Vermittlung von Methodenkompetenz mit dem Erwerb von berufsbezogenen Grundkenntnissen in der Nachbarsprache sowie einem Praktikum im Nachbarland verknüpfen ‣ Förderung des grenzüberschreitenden Fachkräfteaustauschs (z. B. in Zusammenarbeit mit Organisationen wie TANDEM bzw. unter Nutzung von EU-Mobilitätsprogrammen) ‣ Qualifizierung der Kita-Träger hinsichtlich der Möglichkeiten der finanziellen und personellen Absicherung nachbarsprachiger Bildungsangebote der Kitas, um die Kita- Leitungen besser unterstützen und entlasten zu können ‣ Förderung des Erfahrungsaustauschs und Wissenstransfers der Kitas untereinander (z. B. durch Bereitstellung einer zielgruppengerechten Informations- und Kommunikationsplattformen, geeignete Veranstaltungsformate, Publikationen, Etablierung von Konsultations-/Referenz-Kitas etc.) ‣ Etablierung einer Anlaufstelle für die pädagogischen Fachkräfte und Kita-Träger für die Beratung zur Umsetzung nachbarsprachiger Bildungsangebote Grenzüberschreitende Kita-Partnerschaften sind kontinuierlich zu fördern und auszubauen. Begründung: Kita-Partnerschaften, die gerade im grenznahen Raum mit regelmäßig stattfindenden Begegnungen und gemeinsamen Aktivitäten von Kindern, Eltern und Kita-Teams verbunden werden können, sind ein wichtiger Baustein zur Heranführung der Kinder an Sprache und Kultur des Nachbarlandes. Die Erfahrungen zeigen, dass gut funktionierende Kita- Partnerschaften vielfach auch den Impuls für weiterführende Nachbarsprachlernangebote geben, die dann z. T. auch mit Personal der Partnereinrichtung umgesetzt werden. Sie sind

52 darüber hinaus auch eine gute Möglichkeit die Eltern und das gesamte Kita-Team in den Erwerb interkultureller Erfahrungen einzubinden. Dennoch hat die Bestandsaufnahme gezeigt, dass es in den sächsischen Grenzregionen relativ wenig gelebte Kita-Partnerschaften gibt. Als Hauptgründe werden neben eigenen Sprachbarrieren fehlende finanzielle Mittel bzw. der hohe Zeitaufwand bei der Organisation angeführt. Das Förderprogramm „Von Klein auf“ von TANDEM zeigt, dass bei der Unterstützung von grenzüberschreitenden Kita-Partnerschaften mit vergleichsweise geringen Summen (max. 500 € pro Kita und Jahr) ein hoher Effekt erzielt werden kann. Die bisher in diesem Programm verfügbaren Mittel decken jedoch nicht den Bedarf. Maßnahmen: ‣ Auflegen von kontinuierlich verfügbaren Förderprogrammen, über die eine unbürokratische und flexible Bereitstellung zusätzlicher Mittel für anfallende Sachkosten für grenzüberschreitende Aktivitäten möglich ist z. B. in Zusammenarbeit mit TANDEM und weiteren Fördereinrichtungen (Weiterentwicklung des Programms „Von Klein auf“ in Kooperation mit dem Freistaat Sachsen und Erweiterung auf den sächsisch-polnischen Grenzraum) ‣ Sensibilisierung der Kommunen für die Unterstützung der Kitas beim Aufbau und der Pflege von grenzüberschreitenden Kita-Partnerschaften unter Nutzung vorhandener kommunaler Ressourcen (z. B. im Rahmen von Städte- bzw. Gemeindepartnerschaften, durch Einbindung in grenzüberschreitende Aktivitäten der Kommune, durch Übersetzungsleistungen etc.) ‣ Entwicklung von wirksamen Unterstützungsangeboten für die Kitas, um sie bei der Kontaktanbahnung und dem Aufbau von grenzüberschreitenden Partnerschaften zu unterstützen Zusammenarbeit mit den Euroregionen In den Grenzregionen ist ein bildungsphasenübergreifendes Angebot für das durchgängige Nachbarsprachenlernen, beginnend ab der Kita, zu entwickeln und auszubauen. Es ist sicherzustellen, dass in der Grundschule ein nahtloses Anknüpfen an die in der Kita erworbenen Kompetenzen ermöglicht wird. Begründung: Eine grundlegende Voraussetzung für erfolgreiches Sprachenlernen ist ein möglichst intensiver, kontinuierlicher Kontakt zur neuen Sprache über einen längeren Zeitraum (empfohlen mind. 6-7 Jahre 47 ). Damit die Investitionen in frühes Nachbarsprachenlernen nachhaltig wirken, ist deshalb die nahtlose Weiterführung des Lernprozesses in der Grundschule unabdingbar. Die Verfügbarkeit von Angeboten für das Nachbarsprachenlernen ab Klasse 1 in der Grundschule ist gleichzeitig für Eltern ein wichtiges und überzeugendes Argument ihre Kinder früh- 47 Wode (2006)

Jugend / Bildung