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Schlussbericht 2014/2015

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www.nachbarsprachen-sachsen.eu

53 zeitig an Sprache und

53 zeitig an Sprache und Kultur der Nachbarländer heranzuführen und die nachbarsprachige Bildungsarbeit in der Kita zu unterstützen. Dies belegt auch die besondere Gewichtung dieses Faktors durch die befragten Kita-Leitungen als Gelingensbedingung für die Umsetzung nachbarsprachiger Bildungsangebote in der Kita (vgl. Kap. 6.2.4). Die Bestandsaufnahme zeigte jedoch auch, dass Angebote für das durchgängige Erlernen einer Nachbarsprache in Kita und Grundschule bisher nur an einigen wenigen Standorten des sächsischen Grenzraums vorhanden sind (vgl. Kap. 5.2.1). Maßnahmen: ‣ Initiierung eines bildungsphasenübergreifenden Dialogs aller an der Gestaltung des Übergangs von Kita zur Grundschule beteiligten Akteure zur Thematik des durchgängigen Nachbarsprachenlernens u. a. Arbeitstagung 2016 ‣ Schaffung geeigneter Arbeitsformen für die Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Konzeptes zur frühen nachbarsprachigen Bildung in den Kitas des grenznahen Raumes in Sachsen einschließlich der Sicherung der Anschlussfähigkeit erworbener Kompetenzen am Übergang von der Kita zur Grundschule ‣ Förderung lokaler Kooperationen von Kitas und Grundschulen (z. B. beim Einsatz von Fremdsprachassistenten/innen) ‣ Entwicklung und Einsatz von Instrumenten zur Anerkennung und Sichtbarmachung der Lernerfolge und der von den Kindern in der Kita erworbenen nachbarsprachigen und interkulturellen Kompetenzen, z. B. im Rahmen der Portfolioarbeit (Weiterentwicklung des KOMPI-Konzeptes 48 in Verbindung mit dem Europäischen Sprachenportfolio 49 u. ä.) ‣ Aufbau eines kontinuierlichen Monitorings zu den Aktivitäten der Kitas und Grundschulen im grenznahen Raum im Bereich der nachbarsprachigen Bildung (siehe dazu auch Kap. 8.3) Die Chancen der frühen nachbarsprachigen Bildung sind stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und es ist ein positives Klima für das Nachbarsprachenlernen insgesamt zu entwickeln. Begründung: Nach wie vor gibt es nicht nur bei Eltern und im familiären Umfeld der Kinder, sondern auch in den Kita-Teams, bei Trägern und weiteren Akteuren Vorbehalte gegenüber dem Erlernen der Nachbarsprache. Gründe hierfür sind häufig fehlende eigene Spracherfahrungen und fehlende freundschaftliche Kontakte über die Grenzen hinweg, aber auch mangelndes Wissen über die Chancen mehrsprachigen Aufwachsens. Dies in den Grenzregionen zu verankern ist nicht nur eine pädagogische Aufgabe der Kitas und Schulen, indem sie Kindern und Jugendlichen kontinuierlich und über Jahre hinweg sprachliche Qualifizierung und Begeg- 48 http://www.bildungsmarkt-neisse.eu/regionale-themen/service-seite-bildung-grenzenlos/nachbarsprachen-inder-kita/kompi.html 49 Filtzinger,O.; Montanari, E.; Catanese, G. (2011)

54 nungen ermöglichen. Es ist auch eine Aufgabe von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Medien, um die Vorteile der Mehrsprachigkeit allgemein und des Nachbarspracherwerbs in den Grenzregionen im Besonderen sowie die sich ergebenden Perspektiven (nicht nur) in den Grenzregionen überzeugend sichtbar zu machen und einen Bewusstseinswandel in der breiten Bevölkerung zu fördern. Maßnahmen: ‣ Initiierung einer Sprachoffensive 50 für den sächsischen Grenzraum in Verbindung mit einer Imagekampagne, die vom SMK in Zusammenarbeit mit Akteuren aus Wirtschaft und Regionalentwicklung getragen werden sollte und von der LaNa koordiniert werden könnte ‣ Entwicklung von geeigneten Methoden und Instrumenten der Elternarbeit und Bereitstellung von Materialien für die Elternarbeit in den Kitas (z. B. Elternbrief, Imagefilm…) ‣ Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit vor Ort in den Grenzregionen zur Präsentation der nachbarsprachigen Bildungsarbeit und ihrer Ergebnisse, zur stärkeren öffentlichen Wahrnehmung des Engagements der Kitas und weiterer Akteure sowie deren Anerkennung und Wertschätzung (z. B. Aufbau von Medienpartnerschaften) ‣ Konzipierung und Durchführung öffentlichkeitswirksamer sachsenweiter Kita- Wettbewerbe ‣ Entwicklung von Kriterien für ein Qualitätslabel „Nachbarsprach-Kita“ und öffentlichkeitswirksame Vergabe 8.3 Überlegungen zum Aufbau eines Monitorings Im Prozess der im Zeitraum 2014/2015 durchgeführten Bestandsaufnahme zu den Aktivitäten der Kitas im sächsischen Grenzraum im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung hat sich gezeigt, dass es einerseits bis dahin keine verlässliche und aktuelle Datenbasis für diesen Bereich gab, dieser aber andererseits auch sehr raschen Veränderungen unterliegt, die vor allem durch das Vorhandensein oder Wegbrechen von Fördermitteln und/oder Schlüsselpersonen bedingt sind. Mit Blick auf die angestrebte Verstetigung und Qualitätsentwicklung ist deshalb, ausgehend von den Erfahrungen der aktuellen Datenerhebung, der Aufbau eines kontinuierlichen Monitorings zur frühen nachbarsprachigen Bildung zu empfehlen. Damit werden u. a. folgende Ziele verfolgt: ‣ datenbasierte Steuerung des eingeleiteten Entwicklungsprozesses, ‣ datenbasierte Vorbereitung politischer und verwaltungsseitiger Entscheidungen, ‣ Herstellung einer Schnittstelle zu den vom StaLa in jedem Schuljahr bereit gestellten Schuldaten (Zahl der Schüler/innen, die in den einzelnen Klassenstufen, beginnend ab 50 vgl. Sprachoffensive der Euregio Egrensis (http://www.euregio-egrensis.de/sprachoffensive.htm) und Sprachenoffensive Niederösterreich (http://sprachkompetenz.noe-lak.at/)

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