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Sozialstrukturatlas 2017

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Sozialstrukturatlas 2017

Altersgruppen Landkreis

Altersgruppen Landkreis / Kreisfreie Stadt Insgesamt Anteil an Gesamtbevölkerung unter 6 Jahre 6 bis unter 15 Jahre 15 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 85 Jahre 85 Jahre und mehr Anteil MmB Ü85 an Gesamtbevölkerung Ü85 Anzahl in % Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl in % Bautzen 31.804 10,38 105 444 14.059 12.779 4.417 60,78 Erzgebirgskreis 36.094 10,38 112 428 15.527 15.201 4.826 54,38 Görlitz 29.577 11,38 90 404 12.715 11.955 4.413 65,32 Leipzig, LK 25.117 9,72 82 291 10.903 10.505 3.336 58,85 Meißen 23.770 9,69 84 360 9.796 10.082 3.448 57,97 Mittelsachsen 29.660 9,49 112 351 12.342 12.437 4.418 55,45 Nordsachsen 19.540 9,89 58 275 8.667 7.860 2.680 61,26 Sächsische Schweiz- Osterzgebirge 21.759 8,79 79 399 8.754 9.678 2.849 50,43 Vogtlandkreis 24.227 10,43 54 255 10.213 10.664 3.041 52,16 Zwickau 30.054 9,26 86 429 13.166 12.954 3.419 41,14 Chemnitz 25.312 10,18 86 329 10.192 11.043 3.662 61,24 Dresden 46.579 8,57 227 688 17.965 20.563 7.136 69,75 Leipzig, Stadt 47.644 8,50 190 684 18.662 20.629 7.479 72,39 Freistaat Sachsen 391.137 9,58 1.365 5.337 162.961 166.350 55.124 59,15 Tab. 6.2 – Menschen mit Behinderung nach Altersgruppen in Sachsen Im sächsischen Vergleich hatte der Landkreis Görlitz im Jahr 2009 mit 9,9 % behinderten Menschen die Stadt Chemnitz (9,4 %) beim höchsten Anteil behinderter Menschen an der Gesamtbevölkerung abgelöst. 2011 war Görlitz der einzig Landkreis, in dem jeder zehnte Einwohner eine Schwerbehinderung hatte – aktuell sind es bereits vier Kreise und Chemnitz mit Werten über 10 Prozent. Die Verteilung über die Altersgruppen entspricht im Wesentlichen der der nicht behinderten Bevölkerung. Die Lebenserwartung behinderter Menschen liegt dank einer verbesserten medizinischen Versorgung nur wenige Jahre unter der von nicht behinderten Menschen. Dass das hohe Alter häufig mit erworbenen Behinderungen einher geht, ist an der rechten Spalte zu erkennen. In Leipzig haben fast drei Viertel aller über 85-Jährigen einen Schwerbehindertenstatus, in Dresden und dem Landkreis Görlitz sind es zwei Drittel. Die Unterteilung des Statistischen Landesamtes nach Art der Behinderung fasst Menschen mit Querschnittslähmungen, zerebralen Störungen, psychischen Krankheiten und Suchterkrankungen in einer Spalte zusammen. Fachliche Gründe dafür sind nicht erkennbar – unterscheiden sich die Hilfebedarfe der Menschen doch fundamental. Einziges gemeinsames Merkmal ist, dass sich in dieser Gruppe die meisten Leistungsberechtigten mit Hilfen in den Bereichen »Wohnen« und »Arbeiten« befinden. Der Anteil dieser Gruppe an allen Schwerbehinderten liegt im Landkreis Görlitz bei 29,3 Prozent und damit kontinuierlich sachsenweit am höchsten. 52

Das bestätigt sich mit Blick auf die Leistungsberechtigten des KSV im Bezug auf die Wohnformen (Tab. 6.3). Ein Drittel aller ambulanten und stationären Wohnplätze nach dem SGB XII im ehemaligen Landesdirektionsbezirk Dresden liegen im Landkreis Görlitz. Mit sechs Plätzen auf 1.000 Einwohner hält der Kreis doppelt so viele Plätze vor, wie im sächsischen Durchschnitt vorhanden sind. Die vollstationären Wohnangebote (WH-Wohnheim, WPH- Wohnpflegeheime) nehmen dabei den größten Anteil ein. Außenwohngruppen (AWG) sind teilstationäre Wohnformen mit einem geringeren Personalschlüssel als Wohnheime. Sie unterstützen den Übergang in ambulante Wohnangebote. Im Landkreis Görlitz ist diese Wohnform vergleichsweise gering ausgebaut – 11,8 % aller Angebote sind immer noch der viertniedrigste Wert in Sachsen. Im Vergleich zu 2011 konnten 18 vollstationäre Plätze abgebaut werden - zugunsten von 41 neuen Plätzen in Außenwohngruppen. Mehr Plätze wurde nur in den Landkreisen Bautzen und Zwickau abgebaut. Im ambulant betreuten Wohnen leben 1,8 Leistungsberechtigte auf 1.000 Einwohner (Tab 6.4 nächste Seite). Damit löst Görlitz den bisherigen Spitzenreiter Leipzig ab. In der Stadt Leipzig leben nominell doppelt so vielen Leistungsberechtigten wie im Landkreis Görlitz im ambulant betreuten Wohnen. Betrachtet man nur die vollstationären Wohnformen führt der Landkreis Görlitz wiederum in fast allen Bereichen die Tabelle an: Mehr als ein Drittel aller vollstationären Plätze für geistig- und schwerst-mehrfach-behinderte Menschen in Ostsachsen liegen im Landkreis Görlitz. Bei den Plätzen für chronisch mehrfach abhängigkeitskranke Menschen sind es sogar fast zwei Drittel aller Plätze. Viele der Einrichtungen im Landkreis haben aufgrund ihrer Geschichte und ihrer Spezialisierung überregionalen Charakter. Landkreis / Kreisfreie Stadt voll- und teilstationäre Plätze insgesamt WH WPH AWG gesamt je 1.000 EW davon Plätze für geistig und mehrfach behinderte Menschen WH WPH AWG gesamt je 1.000 EW davon Plätze für chronisch psychisch kranke Menschen WH AWG gesamt je 1.000 EW davon Plätze für chronisch mehrfach abhängigkeitskranke Menschen WH AWG gesamt je 1.000 EW Bautzen 958 14 237 3,9 840 14 193 3,4 118 44 0,5 0 0 0,0 Erzgebirgskreis 566 14 192 2,2 413 14 107 1,5 127 63 0,5 26 22 0,1 Görlitz 1.275 88 276 6,3 1.024 52 191 4,9 123 41 0,6 128 44 0,7 Leipzig, LK 687 12 157 3,3 513 12 107 2,4 126 39 0,6 48 11 0,2 Meißen 380 0 145 2,1 309 0 83 1,6 31 38 0,3 40 24 0,3 Mittelsachsen 673 126 197 3,2 491 126 148 2,4 151 43 0,6 31 6 0,1 Nordsachsen 668 87 141 4,5 548 87 108 3,8 120 33 0,8 0 0 0,0 Sächs. Schweiz- Osterzgebirge 370 43 148 2,3 241 43 106 1,6 97 30 0,5 32 12 0,2 Vogtlandkreis 500 77 106 2,9 420 77 78 2,5 80 28 0,5 0 0 0,0 Zwickau 583 34 115 2,3 456 34 65 1,7 95 38 0,4 32 12 0,1 Chemnitz 241 32 118 1,6 171 0 87 1,0 70 31 0,4 0 0 0,0 Dresden 517 32 169 1,3 442 0 130 1,1 65 39 0,2 0 0 0,0 Leipzig, Stadt 658 15 201 1,6 470 15 114 1,1 96 76 0,3 50 11 0,1 Freistaat Sachsen 8.076 574 2.202 2,7 6.338 474 1.517 2,0 1.299 543 0,5 387 142 0,1 Tab. 6.3 – Leistungsberechtigte nach Wohnformen für Menschen mit Behinderung in Sachsen 53

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