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Sozialstrukturatlas_2019

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Sozialstrukturatlas_2019

Altersgruppen Landkreis

Altersgruppen Landkreis / Kreisfreie Stadt Insgesamt Anteil an Gesamtbevölkerung unter 6 Jahre 6 bis unter 15 Jahre 15 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 85 Jahre 85 Jahre und mehr Anteil MmB Ü85 an Gesamtbevölkerung Ü85 Anzahl in % Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl in % Bautzen 33.037 10,9 107 466 13.423 13.789 5.252 49,3 Erzgebirgskreis 37.304 11,0 108 469 14.550 16.983 5.194 40,3 Görlitz 31.310 12,2 114 456 12.436 12.952 5.352 51,9 Leipzig, LK 26.925 10,4 83 343 10.799 11.593 4.107 48,0 Meißen 24.926 10,3 89 406 9.556 10.822 4.053 45,1 Mittelsachsen 31.088 10,1 115 369 12.149 13.468 4.987 42,3 Nordsachsen 20.604 10,4 64 281 8.410 8.538 3.311 50,9 Sächsische Schweiz- Osterzgebirge 21.631 8,8 81 403 8.459 9.894 2.794 32,1 Vogtlandkreis 25.188 11,0 60 260 9.651 11.524 3.693 41,7 Zwickau 28.452 8,9 74 446 12.259 12.825 2.848 23,1 Chemnitz 26.705 10,8 96 386 9.864 12.074 4.285 48,3 Dresden 48.783 8,9 213 770 17.972 21.847 7.981 49,8 Leipzig, Stadt 50.297 8,6 242 778 18.754 21.753 8.770 54,7 Freistaat Sachsen 406.250 10,0 1.446 5.833 158.282 178.062 62.627 44,6 Tab. 6.2 – Menschen mit Behinderung nach Altersgruppen in Sachsen Im sächsischen Vergleich hatte der Landkreis Görlitz im Jahr 2009 mit 9,9 % behinderten Menschen die Stadt Chemnitz (9,4 %) beim höchsten Anteil behinderter Menschen an der Gesamtbevölkerung abgelöst. 2011 war Görlitz der einzige Landkreis, in dem jeder zehnte Einwohner eine Schwerbehinderung hatte – inzwischen sind es bereits acht Kreise und Chemnitz mit Werten über 10 Prozent. Die Verteilung über die Altersgruppen entspricht im Wesentlichen der der nicht behinderten Bevölkerung. Die Lebenserwartung behinderter Menschen liegt dank einer verbesserten medizinischen Versorgung nur wenige Jahre unter der von nicht behinderten Menschen. Dass das hohe Alter häufig mit erworbenen Behinderungen einher geht, ist an der rechten Spalte zu erkennen. In Leipzig und den Landkreisen Görlitz und Nordsachsen hatte bereits mehr als die Hälfte aller über 85-Jährigen einen Schwerbehindertenstatus, die anderen Regionen sind kurz davor. Die Unterteilung des Statistischen Landesamtes nach Art der Behinderung fasst Menschen mit Querschnittslähmungen, zerebralen Störungen, psychischen Krankheiten und Suchterkrankungen in einer Spalte zusammen. Fachliche Gründe dafür sind nicht erkennbar – unterscheiden sich die Hilfebedarfe der Menschen doch fundamental. Einziges gemeinsames Merkmal ist, dass sich in dieser Gruppe die meisten Leistungsberechtigten mit Hilfen in den Bereichen »Wohnen« und »Arbeiten« befinden. Der Anteil dieser Gruppe an allen Schwerbehinderten liegt im Landkreis Görlitz bei 30,1 Prozent und damit rund drei Prozent höher als in allen anderen Regionen in Sachsen (24-27 Prozent). 52

Das bestätigt sich mit Blick auf die Plätze in den verschiedenen Wohnformen (Tab. 6.3). Ein Drittel aller ambulanten und stationären Wohnplätze nach dem SGB XII im ehemaligen Landesdirektionsbezirk Dresden liegen im Landkreis Görlitz. Mit sechs Plätzen auf 1.000 Einwohner hält der Kreis doppelt so viele Plätze vor, wie im sächsischen Durchschnitt vorhanden sind. Die vollstationären Wohnangebote (WH-Wohnheim, WPH-Wohnpflegeheime) nehmen dabei den größten Anteil ein. Außenwohngruppen (AWG) sind teilstationäre Wohnformen mit einem geringeren Personalschlüssel als Wohnheime. Sie unterstützen den Übergang in ambulante Wohnangebote. Im Landkreis Görlitz ist diese Wohnform vergleichsweise gering ausgebaut – 11,8 % aller Angebote sind immer noch der zweitniedrigste Wert nach dem LK Nordsachsen. Im Vergleich zu 2015 wurden drei vollstationäre Plätze abgebaut und ein neuer Platz in einer Außenwohngruppe geschaffen. In ganz Sachsen wurden 4 WH-Plätze ab- und 61 AWG-Plätze aufgebaut. Im ambulant betreuten Wohnen leben 1,9 Leistungsberechtigte auf 1.000 Einwohner (Tab 6.4 nächste Seite). Damit löst der Erzgebirgskreis (2,1 LB/1.000 EW) den LK Görlitz als bisherigen Spitzenreiter ab. In der Stadt Leipzig leben nominell doppelt so viele Leistungsberechtigte wie im Landkreis Görlitz im ambulant betreuten Wohnen. Betrachtet man nur die vollstationären Wohnformen führt der Landkreis Görlitz wiederum in fast allen Bereichen die Tabelle an: Mehr als ein Drittel aller vollstationären Plätze für geistig- und schwerst-mehrfach-behinderte Menschen in Ostsachsen liegen im Landkreis Görlitz. Bei den Plätzen für chronisch mehrfach abhängigkeitskranke Menschen sind es sogar fast zwei Drittel aller Plätze. Viele der Einrichtungen im Landkreis haben aufgrund ihrer Geschichte und ihrer Spezialisierung überregionalen Charakter. Landkreis / Kreisfreie Stadt voll- und teilstationäre Plätze insgesamt WH WPH AWG gesamt je 1.000 EW davon Plätze für geistig und mehrfach behinderte Menschen WH AWG gesamt je 1.000 EW davon Plätze für chronisch psychisch kranke Menschen WH AWG gesamt je 1.000 EW davon Plätze für chronisch mehrfach abhängigkeits kranke Menschen WH AWG gesamt je 1.000 EW Bautzen 958 14 237 4,0 840 193 3,4 118 44 0,5 0 0 0,0 Erzgebirgskreis 567 14 182 2,2 413 101 1,5 128 59 0,5 26 22 0,1 Görlitz 1.272 88 277 6,4 1.021 191 4,7 123 42 0,6 128 44 0,7 Leipzig, LK 687 12 155 3,3 513 105 2,4 126 39 0,6 48 11 0,2 Meißen 380 0 146 2,2 309 83 1,6 31 39 0,3 40 24 0,3 Mittelsachsen 670 126 197 3,2 491 148 2,1 148 43 0,6 31 6 0,1 Nordsachsen 668 87 147 4,6 548 108 3,3 120 39 0,8 0 0 0,0 Sächs. Schweiz- Osterzgebirge 370 43 139 2,2 241 97 1,4 97 30 0,5 32 12 0,2 Vogtlandkreis 492 77 110 3,0 412 78 2,1 80 32 0,5 0 0 0,0 Zwickau 583 34 128 2,3 456 69 1,6 95 38 0,4 32 21 0,2 Chemnitz 242 32 133 1,6 132 81 0,9 71 31 0,4 0 0 0,0 Dresden 525 32 191 1,4 450 152 1,1 65 39 0,2 0 0 0,0 Leipzig, Stadt 658 15 221 1,5 470 129 1,0 96 78 0,3 50 14 0,1 Freistaat Sachsen 8.072 574 2.263 2,7 6.296 1.535 1,9 1.298 553 0,5 387 154 0,1 Tab. 6.3 – Platzkapazitäten nach Wohnformen für Menschen mit Behinderung in Sachsen 53

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