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Strategische Handlungsempfehlungen der Euroregion Neisse (D)

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2014- 2020

Prioritätsbereich

Prioritätsbereich Wirtschaft und Tourismus b Prioritätsbereich Wirtschaft und Tourismus Wirtschaft Themenbereich b.1 b.2 Tourismus Themenbereich Charakteristik des Bereiches Die wirtschaftliche Entwicklung ist einer der Schwerpunkte für die Gestaltung der Region. In der Vergangenheit hat sich die Region industriell entwickelt und ist heute durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt. Ihr Innovationspotential ist zu stärken. Ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in der gesamten Region ist der Tourismus, auf den gesondert im Bereich B.2 eingegangen wird. Masnahme b.1.1 Unterstützung von Innovationen ↓ Bezug zum spezifischen Ziel • Intensivierung bestehender Kooperationen und des Informationsaustausches zwischen Unternehmen sowie zwischen Unternehmen und Hochschulen • Förderung von Innovationen und Schaffung eines grenzübergreifenden Innovationssystems Begründung Den Ausbau der Kooperationsbeziehungen sowohl zwischen den Hochschulen und Universitäten als auch zwischen und mit Unternehmen gilt es zu unterstützen, um das Innovationspotential regionaler Firmen zu stärken. Geeignete Aktivitäten • Zusammenarbeit aller Akteure zur Schaffung von Rahmenbedingungen für die Wirtschaftsentwicklung (Kammern, öffentliche Verwaltung, Arbeitsmarktpartner, Schulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen) • Organisation von Erfahrungsaustauschen • Unterstützung von bedarfsgerechten Studien- und Qualifikationsangeboten • Ausbau und verstärkte Nutzung der Forschungs- und Entwicklungsstruktur (auch Unterstützung privater/staatlicher Forschungsinitiativen im Grenzraum) • Sicherung der Internationalität der Hochschulen Entwicklung der Zusammenarbeit Die Wirtschaftskammern unterstützen mit ihren Kontaktzentren die Unternehmen und helfen bei der Anbahnung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen. Sie haben sich als Anlaufstelle für Unternehmen etabliert. Im Jahr 2003 wurde der jährliche Innovationspreis der Euroregion ins Leben gerufen. Es bestehen Studienangebote mit grenzübergreifendem Charakter und grenzübergreifende Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen, die ausbaufähig sind. • Vertiefung der Kooperationen zwischen den Hochschulen sowie den Hochschulen und Unternehmen in allen drei Ländern (Austausch von Studierenden, Praktika) • Zusammenarbeit im Rahmen von Innovationsstrategien, gemeinsame Maßnahmen Masnahme b.1.2 Unterstützung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Präsentation des gemeinsamen Wirtschaftsraums ↓ Bezug zum spezifischen Ziel • Schaffung von günstigen Bedingungen für die Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit • Vermarktung des Grenzraums als einen attraktiven Wirtschaftsraum Begründung Der grenzübergreifende Wirtschaftsraum bietet auch Vorteile für Investoren, die überregional und regional zu präsentieren sind. Diese Standortvorteile sind herauszuarbeiten und öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren. Die Bemühungen aller Akteure sind auf das Schaffen von geeigneten Bedingungen für die Zusammenarbeit zu richten. Geeignete Aktivitäten • Unterstützung bei der Präsentation regionaler Produkte Spezifische Ziele 1. Intensivierung bestehender Kooperationen und des Informationsaustausches zwischen Unternehmen sowie zwischen Unternehmen und Hochschulen 2. Schaffung von günstigen Bedingungen für die Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit 3. Vermarktung des Grenzraums als einen attraktiven Wirtschaftsraum 4. Förderung von Innovationen und Schaffung eines grenzübergreifenden Innovationssystems • Informationen zu den Nachbarmärkten und Bedingungen für Unternehmen • Zusammenarbeit von Hochschulen und Bildungs-/ Ausbildungsseinrichtungen mit Unternehmen • Gemeinsame Präsentation der Region • Schaffung von grenzübergreifenden Clustern • Zusammenarbeit mit EURES-Beratern und Arbeitsmarktpartnern • Stärkung der Mobilität auf dem Arbeitsmarkt • Abbau bürokratischer Hürden • Unterstützung euroregionaler Wirtschaftskreisläufe • Optimierung der raumwirksamen Planungen und des Einsatzes der Förderinstrumente Charakteristik des Bereiches Tourismus spielt mit seinem hohen Potential eine Schlüsselrolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Euroregion. Alle Seiten gehören zu touristisch attraktiven Regionen, vor allem wegen ihres Naturreichtums (Gebirge, Höhlen, Gewässer) ihrer kulturhistorischen Gebäude (Schlösser, Burgen, Sakralbauten, Umgebindehäuser), Parks und Denkmäler, auch im Bereich der Industriekultur. Außerdem bietet die Region Erholungsstätten und touristische Angebote, die ganzjährig und wetterunabhängig besucht werden können. Masnahme b.2.1 Koordinierung der touristischen Entwicklung ↓ Bezug zum spezifischen Ziel • Erhöhung der Effizienz der konzeptionellen Zusammenarbeit und Koordinierung der touristischen Entwicklung Begründung Die einzelnen Länder haben unterschiedliche Vorstellungen zur Tourismusentwicklung. Deshalb ist die Koordinierung und Zusammenarbeit des bereits bestehenden Destinationsmanagements zu verbessern. Auf der polnischen Seite der Euroregion fehlt ein funktionierendes Destinationsmanagement. Potenziale zum besseren Informationsaustausch und zur Vernetzung von Angeboten sind zu nutzen. Dazu können auch neue Medien eingesetzt werden (z. B. mobile Apps, Geocaching). Geeignete Aktivitäten • Aktualisierung der Entwicklungskonzeption des Tourismusleitbildes • Ausbau und Schaffung geeigneter Strukturen zur Zusammenarbeit • Erarbeitung geeigneter Marketingstrategien zur Image-Verbesserung der Region • Entwicklung der Zusammenarbeit des Destinationsmanagements Entwicklung der Zusammenarbeit Am Anfang der Zusammenarbeit stand der Informationsaustausch zu Strukturen und zu touristischen Angeboten der Nachbarländer. Mehrsprachige Informationsmaterialien wurden herausgegeben, gemeinsame Präsentationen auf touristischen Messen erfolgten. Im Jahr 1999 wurde das Tourismusleitbild der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa erarbeitet. Es entstanden euroregionale Rad- und Wanderwege (z. B. Oder-Neiße-Radweg) und Projekte (z. B. der Kammweg, Via Sacra). Derzeit steht die Qualitätssteigerung und Vernetzung der Dienstleistungen und Angebote im Fokus. Masnahme b.2.2 Investitionen in touristische Infrastruktur und Dienstleistungen ↓ Bezug zum spezifischen Ziel • Verbesserung der Infrastruktur und der Qualität der Dienstleistungen in Verbindung mit den grenzübergreifenden Hauptprodukten/-projekten Begründung Die Dienstleistungsangebote im Bereich Tourismus sind grenzübersgreifend qualitativ sehr unterschiedlich. Die nicht ausreichend entwickelte touristische Infrastruktur und mangelnde Qualität von Dienstleistungsangeboten ist die größte Schwäche im Bereich Tourismus. Dieser Umstand kann zum Rückgang der Besucherzahlen führen. Geeignete Aktivitäten • Investition in Infrastruktur und touristische Dienstleistungsangebote mit grenzübergreifender Bedeutung • Verbesserung der Qualität der touristischen Infrastruktur und der Angebote • Zusammenarbeit im Bereich Wandern , Radwandern und Wasserwandern • Verstärktes Nutzen des Potentials der Industriekultur • Initiierung von Qualitätskontrollen für touristische Dienstleistungen Spezifische Ziele 1. Erhöhung der Effizienz der konzeptionellen Zusammenarbeit und Koordinierung der touristischen Entwicklung 2. Verbesserung der Infrastruktur und der Qualität der Dienstleistungen in Verbindung mit den grenzübergreifenden Hauptprodukten/-projekten 3. Erweiterung der touristischen Angebote und Produkte in der Region und deren effektive Vermarktung Masnahme b.2.3 Erstellung und Bewerbung von grenzübergreifenden touristischen Angeboten und Produkten ↓ Bezug zum spezifischen Ziel • Erweiterung der touristischen Angebote und Produkte in der Region und deren effektive Vermarktung Begründung Im Gebiet fehlt es an touristischen Qualitätsprodukten. Ein Hindernis ist die Sprachbarriere und die unzureichende grenzübergreifende Vermarktung der Produkte. Die Ferienregion ist weiter zu gestalten. Neue Produkte sind zu entwickeln und zu vermarkten. Geeignete Aktivitäten • Gemeinsame Planung und Schaffung von Produkten und Angeboten • Regionale und überregionale Vermarktung der touristischen Produkte und Angebote • Mehrsprachige Informationen für Touristen • Vernetzung von Rad-, Wander- und Wasserwegen, ggf. neue Verbindungen • Nutzung moderner Kommunikationsmittel • Verbindung des gemeinsamen Fahrscheins mit touristischen Portalen und Buchungssystemen • Pflege und Erhaltung der gemeinsamen Kulturlandschaft 18 strategie ern 2014–2020 strategie ern 2014–2020 19

Jugend / Bildung